Neue Kommentare

Stipe Gojun zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Ach, wie gern würde ich heute ins Kino gehen. Ob...
Frank-Peter Hansen zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Im Spätherbst letzten Jahres anlässlich einer S...
bbk berlin zu Dortmund geht neue Wege bei der Kunst-Förderung: Die Berliner Künstler*innen freut es sehr, dass ...
Markus Semm zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Sehen Sie: Der Unterschied zw. Heidegger und Cass...
Karin Schneider zu Frank-Peter Hansen: Die Heidegger-Dekomposition: Ein großartiger Artikel! Stefan Diebitz schafft ...

Hamburger Architektur Sommer 2019


Follow Book

Jahrbuch der Lyrik 2015

Drucken
(96 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 11. März 2015 um 12:59 Uhr
Jahrbuch der Lyrik 2015 4.6 out of 5 based on 96 votes.
Christoph Buchwald

Das neue Jahrbuch der Lyrik ist da. Und es kommt im Frühling grade recht, denn es ist ein Buch zum Spazierengehen!
Allein, einmal kurz um Block oder den halben Tag über Stock und Stein. Zu zweit in Gespräch und Diskussion. Als Spaziergang kann man auf dem Sofa in ihm lesen – oder auch mit Gedichten in Hand und Kopf sich selbst und die Gedanken bewegen.

Die Gedanken bewegen – das vermag jedes Gedicht dieses neuen Bandes. Sie sind privat, sie sind politisch, sie sind gesellschaftlich. Sie sind kritisch, sie sind beschreibend, sie sind erzählend. Es ist eine auffallend bunte Mischung; gemischt in allen Bereichen: thematisch, stilistisch, sprachlich. Auffallend ist ebenfalls die große Menge Humor, die sich in und zwischen den Zeilen befindet. Bei aller Trauer, Wut oder gar Bitterkeit, die ab und an daneben steht.

Jahrbuch Lyrik 2015Der Anspruch der Herausgeber ist es, hier die bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Lyrik versammelt zu haben. Ob sie das haben, vermag ich nicht zu entscheiden. Doch Christoph Buchwald und Nora Gomringer sind Fachleute im umfassendsten Sinn: Christoph Buchwald gibt das Jahrbuch der Lyrik seit 1979 mit üblicherweise einem jährlich neuen Partner heraus. Nora Gomringer ist selbst Lyrikerin, außerdem Dozentin für Poetik und die Leiterin der Villa Concoria, dem internationalen Künstlerhaus in Bamberg. Sie kennen Lyrik und Lyriker, sind Beobachter der Szene und stecken selbst mitten drin.
In ihrem Nachwort beschreibt Nora Gomringer, was für eine Last und Lust es war, („Eine schöne Ehre ist das!“) die rund 7000 Gedichte für dieses Jahrbuch zu lesen, zu bewerten, zu diskutieren. Und aus ihnen schließlich die 149 auszuwählen, die nun im Buche stehen. Dabei sind Gedichte von Autoren, die nahezu jeder kennt, wie Herta Müller oder Kerstin Preiwuß. Doch gibt es, auch für die Herausgeber, einige Neuentdeckungen. Verteilt haben sie die Gedichte in sieben Kapitel, deren Titel jeweils einem Gedicht entstammen. Das letzte Kapitel Break on through to the other side – Lyriker übersetzen sind Übertragungen von anderssprachiger Lyrik durch Lyriker ins Deutsche. Auch dieser bisweilen neue Blich auf bekannte Gedichte ist eine Lust!

Der Einteilung und Lyrik beigegeben haben die Herausgeber ihre Nachworte: Nora Gomringer einen kurzen Text zur Arbeit an dem Buch – Christoph Buchwald eine kleine Rückschau über seine Arbeit an all den Jahrbüchern der Lyrik im Interview mit sich selbst. Jeder, der mal ein Buch herausgegeben hat, weiß, wie groß am Ende der Zeitdruck geraten kann, unter dem schließlich Nachworte entstehen. Doch wäre es schön gewesen, von beiden bisschen dezidierter etwas zu ihren Entscheidungen zu erfahren. Auch ein poetologischer Essay, wie es ihn bisweilen schon gab, wäre gerade von diesen beiden Herausgebern sehr spannend gewesen. Das aber wären Zugaben zu dem gelungenen, runden Konzert der Lyrik, das hier präsentiert ist.

Die Auseinandersetzung mit dem Jahrbuch der Lyrik braucht Kritik zu jedem Gedicht. Darum, liebe Leser, lest es! Und kritisiert jedes einzelne Gedicht, bedenkt es und besprecht es! Es lohnt sich.

Christoph Buchwald, Nora Gomringer (Hrsg.): Jahrbuch der Lyrik 2015
DVA
Paperback: 224 Seiten
ISBN: 978-3-421-04612-3.


Abbildungsnachweis:
Header: Christoph Buchwald. © Annette Walter
Buch-Cover, Randomhouse

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Kolumne > Follow Book > Jahrbuch der Lyrik 2015

Mehr auf KulturPort.De

The Henry Girls: Shout, Sister Shout
 The Henry Girls: Shout, Sister Shout



Sie sind Irish, sie sind Geschwister, sie sind gut!
In dem Dreihundert-Seelen-Nest Malin (Irish: Málainn), in der Grafschaft Donegal, ganz im äußersten Norde [ ... ]



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz
 Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen, hat am vergangenen Samstag ihre Flügel ausgebreitet und ist davongeflogen wie das Rotkehlchen vor ihrem Fenster,  [ ... ]



Anime: Psycho Pass – Sinners of the System
 Anime: Psycho Pass – Sinners of the System



Ein spannender Cyperpunk-Thriller, angesiedelt im 21ten Jahrhundert und gepaart mit actiongeladener Science-Fiction erzählt von drei verschiedenen Fällen rund  [ ... ]



Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin
 BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin



Menschen, Bücher, Sensationen: An diesem Wochenende, vom 27. bis 29. März 2020, sollte die renommierte BuchDruckKunst im Museum der Arbeit stattfinden. Ein Hig [ ... ]



Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung
 Eoin Moore und Anika Wangard – eine Begegnung



Eigentlich bin ich nicht besonders scharf auf Krimis. Wenn sie allerdings sehr gut sind, relativiert sich das. Wahrscheinlich befinde ich mich tief im Mainstream [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.