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Theater - Tanz

Premiere: Zeit der Zärtlichkeit

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Mittwoch, den 04. März 2009 um 22:58 Uhr
Premiere: Zeit der Zärtlichkeit 4.8 out of 5 based on 230 votes.
Zeit der Zärtlichkeit
(Foto: Oliver Fantitsch)

Gut besucht war die Premiere in den Hamburger Kammerspielen am 2. März.

Die Deutsche Erstaufführung des Theaterstücks von Dan Gordon basiert auf dem gleichnamigen Roman von Larry McMurtry. 1983 wurde die Romanvorlage sehr erfolgreich in den USA von James L. Brooks verfilmt und inszeniert (Originaltitel: "Terms of Endearment").

 

 

Regisseur Christian Nicke wagte sich nun an die deutsche Theaterversion. Der Konflikt zwischen Mutter Aurora (Daniela Ziegler) und Tochter Emma (Joanna Kitzl) ist ein pointiertes Meisterwerk an Sprache und Wortwitz. Man merkt das amerikanische Vorbild und fühlt sich in vielen Szenen an Ausdrucksweisen in Hollywoodfilmen erinnert. Intelligente Dialoge, die bei den Zuschauern von Kopfschütteln über herzliches Lachen bis zu stillem Entsetzen provozieren. Christian Nicke schafft es, genügend Abstand zum Film einzuhalten. Das ist einerseits positiv, hat aber auch einen negativen Aspekt. Vergessen kann man den Film nämlich nicht, besetzt er doch das Terrain allein durch seine Meisterlichkeit, inszenatorisch wie schauspielerisch. Wer den Film sah, denkt ihn mit, und das ist durchaus legitim. Die Inszenierung der Kammerspiele konnte dennoch ganz andere Bilder hervorrufen, als der Film das tut und facht so auch die eigene Phantasie an. Gerade die Begleitung des verstorbenen Ehemanns und Vaters Rudyard (David Allers) durch das Stück, der Hippie geblieben zu sein scheint, und musizierend, singend und pfeifend sich von Zeit zu Zeit in Erinnerung bringt, ist dafür ein gutes Beispiel.

Der Film mit Shirley McLaine, Debra Winger und Jack Nicholsen ist deswegen ein Meisterwerk, weil die Schauspieler und filmische Inszenierung es schaffen, ein Gleichgewicht zu halten zwischen Lust, Freude und Witz und den traurigen, melodramatischen Momenten. Beides steht gleichberechtigt und gefühlsbedeutsam nebeneinander. Diese für das Stück so wichtige inhaltliche Komponente, vermochte auf der Bühne nicht evident zu werden. 
 



 
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