Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Theater - Tanz

Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Drucken
(150 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 29. November 2013 um 12:40 Uhr
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater 4.6 out of 5 based on 150 votes.
Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses Ausstattungstheater

Wer die Deutschlandpremiere des „Phantoms der Oper“ 1990 sah, dem kam der Empfang zum „Comebacks des Jahres“ vertraut vor: Demonstranten und Polizei vor dem Eingang zur Neuen Flora.
Diesmal aber kein Protest gegen das Theater, sondern dafür: Die Belegschaft der Show sei im Vergleich zu damals auf die Hälfte geschrumpft – so schimpften Mitarbeiter. Insbesondere die Musiker hätten zu leiden. Stimmt: Andrew Lloyd Webber orchestrierte das Musical neu und dampfte es auf nunmehr 14 Musiker ein. Der Klang wirkt dadurch zwar weniger raumgreifend, dafür aber eine Spur eleganter.

Soweit man so etwas bei einer Medienpremiere überhaupt beurteilen kann. Die Veranstalter sind zwar froh, damit auf einen Schlag Medienvertreter aller Art abspeisen zu können, doch aus Sicht der Journalisten haben sie den Nachteil, den fieberhaften Kraftakt der Schauspieler und Musiker, sowie die Reaktion des Publikums bei der „echten Premiere“ gar nicht mitzubekommen. Nun, das Fachpublikum nahm die Wiederaufnahme mit viel Beifall auf. Von enthusiastischem Jubel konnte allerdings keine Rede sein. Wie auch. Andrew Lloyd Webbers düster bombastischer Spuk um den verfluchten „Engel der Musik“ und seine Muse Christine in der Pariser Oper zur Zeit der Belle Epoque hat in den vergangenen 23 Jahren höchstens an antiquarischem Wert gewonnen. Die Inszenierung ist im Wesentlichen unverändert und bleibt, was sie immer war: Ein perfekt seelenloses Ausstattungstheater mit grandiosen Kostümen und Kulissen, das an dräuend schwerem Prunk, Pomp und Plüsch keine Wünsche offen lässt.

Allerdings fragt man sich, warum es Direktor Harold Price in den vergangenen 20 Jahren nicht geschafft hat, ein Phantom zu rekrutieren, das seine Rolle musikalisch ausfüllt. Mathias Edenborn überzeugt schauspielerisch durchaus als tragisch entstelltes Maskenmonster, sein Tenor allerdings verblasst gegen den warmen Sopran von Valerie Link, die ihrer Christine Daaé eine bezaubernde Jungmädchenhaftigkeit verleiht. Höhen und leise lyrische Partien schafft Edenborn nur noch gepresst, mitunter scheint er regelrecht zu wispern. Es wäre schön, das Phantom mal von einem erstklassigen Operntenor zu hören.

Christines Verlobter Raoul (Nicky Wuchinger) ist ein wunderbar leidenschaftlicher Liebhaber, sein Tenor jedoch klingt mitunter flach und klein. Durch die Bank sind die Frauen dieser Produktion sehr viel stärker bei Stimme, allen voran Rachel Anne Moore als hinreißend zickige Primadonna assoluta, gefolgt von Michaela Christi als streng mysteriöse Ballettchefin Madame Giry.
Bleibt noch der Tonnen schwere Kronleuchter zu erwähnen, der einst zum Schrecken des Publikums auf die Bühne nieder rauschte. Heute gleitet er nur noch sanft hinab. Enttäuschend – aber vielleicht trügt auch die Erinnerung.


"Phantom der Oper"
STAGE THEATER NEUE FLORA
Stresemannstr. 163, 22769 Hamburg
Vorstellungszeiten:
Dienstag, Mittwoch 18:30 Uhr
Donnerstag, Freitag 20:00 Uhr
Samstag 15:00 Uhr & 20:00 Uhr
Sonntag 14:00 Uhr & 19:00 Uhr
Weitere Informationen

Fotonachweis: Logo Musical Das Phantom der Oper © Stage Holding

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Phantom der Oper - antiquiertes, seelenloses ...

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.