Neue Kommentare

Maximilian Buchmann zu „Apocalypse Now - Final Cut”. Der Höllentrip des Francis Ford Coppola: Uff! Nur heute im Kino? Hoffentlich bekomme ich n...
Klaus Schöll zu Am 12. Juli 2019 wird die James-Simon-Galerie eröffnet – in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Ich finde das die Treppe zur James-Simon-Galerie ...
Cecilie Engen zu „Wo ist Kyra?” Michelle Pfeiffer und die Ästhetik des sozialen Abseits: Das klingt gruseliger als die meisten Horror-Film...
Claus Friede zu „Augmented- und Digital Realities“ – wie Städte und Institutionen mit „erweiterten Realitäten“ Touristen, Besucher und Cyber-Fans motivieren, ihre Orte zu besuchen.: Den korrekten Bildnachweis, sehr geehrter Herr Na...
Jörn Napp zu „Augmented- und Digital Realities“ – wie Städte und Institutionen mit „erweiterten Realitäten“ Touristen, Besucher und Cyber-Fans motivieren, ihre Orte zu besuchen.: Hallo.
Es wäre schon ganz gut, unter Bild...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Theater - Tanz

Portalspiele: Zehn Türen. Zehn Stücke. Zwanzig Aufführungen.

Drucken
(66 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 06. September 2011 um 08:42 Uhr
Portalspiele: Zehn Türen. Zehn Stücke. Zwanzig Aufführungen. 4.5 out of 5 based on 66 votes.
Portalspiele: Zehn Türen. Zehn Stücke. Zwanzig Aufführungen - Michael Batz

„In die Kirche ging ich morgens, um Komödien zu schauen, abends ins Theater, um mich an der Predigt zu erbauen“, schrieb Heinrich Heine.
Bei Michael Batz kann man jetzt auch abends Komödien in der Kirche sehen. Der Hamburger Autor, Regisseur und Lichtkünstler hat den zehn Türen von St. Michaelis „Portalspiele“ auf den hölzernen Leib geschrieben. Open Air werden sie beim „Theaterfest am Michel“ erstmals en suite aufgeführt: Zehn Türen. Zehn Stücke. Zwanzig Aufführungen.

Alle, die den Hamburger Michel schon einmal besucht haben, kennen seinen 132 Meter hohen Turm mit der größten Turmuhr Deutschlands, den 52 Meter langen Kirchenraum und die Steinmeyer-Orgel mit ihren 6.665 Pfeifen. Aber wer, bitteschön, ist jemals auf die Idee gekommen die Türen zu zählen und festzustellen, dass es zehn an der Zahl sind? Zehn – wie die zehn Gebote, die zehn Finger oder die Top Ten hanseatischer Touristenattraktionen, zu denen die größte und wohl auch schönste Barock-Kirche Norddeutschlands mit Sicherheit gehört. „Selbst der Kölner- und der Salzburger Dom haben weniger Türen“, erzählt Michael Batz. Das sei etwas ganz Besonderes am Michel, vielleicht sogar einzigartig in Deutschland. In jedem Fall erstaunt die demokratische Gesinnung, die dahinter steht und mag unbewusst zu der einzigartigen Verbundenheit des „einfachen Volkes“ zu „ihrer Kirche“ beigetragen haben: Früher, so Batz, seien die Arbeiter auf dem Weg in den Hafen schnurstracks durch die Kirche gegangen – es war einfach der kürzeste Weg.

Der Hamburger Theatermann „entdeckte“ die Türen vor acht Jahren, als der Michel grundlegend renoviert wurde und er mit dem neuen Lichtkonzept beauftragt war. Ihn faszinierten die Vielzahl und Vielfalt der zehn Türen als „Schnittstellen zwischen Stadt und Stille“, die unterschiedlichen Blickachsen in Richtung St. Pauli, auf das Portugiesen-Viertel, auf die Agenturen am Baumwall, auf den Hafen, auf die Neustadt oder in Richtung Handwerkskammer das Gänge-Viertel. Von diesen Blicken hat sich Batz inspirieren lassen. Anstatt in die Archive der Stadt einzutauchen, wie bei seinen Dokumentarstücken, ist er hier „in das Archiv meines Herzens“ gestiegen, und hat die dort gefundenen Bilder, Stimmungen und Phantasien zu „Geschichten des kurzen Augenblicks“ verarbeitet. Im „Arme Leute Essen“ beispielsweise erinnern sich ein Mann und eine Frau an den ständigen Hunger in ihrer Jugend – und wie sie ihn mit Fantasie überlisteten. Im „Brezelmädchen“ treffen sich drei herzkranke Manager an der Kirchenpforte, weil die Schulmedizin nicht mehr helfen kann. Und in „Ein paar Jahrhunderte“ hat sich ein Paar vor Urzeiten geschworen, sich immer zu lieben - und nie das Hauptportal zu benutzen. Auch Türen, so Batz, haben einen starken Symbolgehalt. „ Eine Tür bedeutet immer auch eine Schwelle. Eine Entscheidungssituation, verbunden mit der Frage: Wo komme ich her, wo will ich hin“. Das ist auch der rote Faden der zehn Einakter, die der Theatermann zuerst als szenische Lesungen konzipiert hatte und die nun so unterschiedliche Regisseure wie Sabine Falkenberg, Torsten Hammann, Erik Schäffler und Michael Bideller in Szene setzten. „Ortsmeditationen“ nennt Michael Batz seine Reisen durch Zeit und Raum. Als Hamburgensien will er sie jedoch nicht verstanden wissen. „Es sind frei erfundene Gegenwartsstücke, die sich durchaus auch in andere Städte und andere Kirchen exportieren lassen“. Vielleicht ja auch nach Kiel.

Michael Batz „Portalspiele“, 08. bis 25.09.2011, Open Air vor den Türen des Michel, Englische Planke, Hamburg.
Karten: 10 Euro je Stück, 18 Euro für zwei Stücke.
Alle Informationen unter www.portalspiele.de
Fotonachweis: Michael Batz - Hamburg Art Ensemble

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Portalspiele: Zehn Türen. Zehn Stücke. Zwan...

Mehr auf KulturPort.De

Nigel Kennedy spielte beim SHMF in der ausverkauften Musikhalle Lübeck
 Nigel Kennedy spielte beim SHMF in der ausverkauften Musikhalle Lübeck



Diese Energie ist phänomenal: Nigel Kennedy spielte beim SHMF in der ausverkauften Lübecker Musikhalle alle schwindelig – die Zuschauer ebenso, wie das Schle [ ... ]



4 Wheel Drive – Landgren, Wollny, Danielsson, Haffner
 4 Wheel Drive – Landgren, Wollny, Danielsson, Haffner



In unterschiedlicher Zusammensetzung haben sie schon gemeinsam gespielt, doch noch nie fanden sich alle vier zusammen. „High-performance four-cylinder engine [ ... ]



„Apocalypse Now - Final Cut”. Der Höllentrip des Francis Ford Coppola
 „Apocalypse Now - Final Cut”. Der Höllentrip des Francis Ford Coppola



Hubschrauber bombardieren ein Dorf zu den dröhnenden Klängen von Wagners „Walkürenritt”. „Mein Film ist nicht über Vietnam, er ist Vietnam”, sagte U [ ... ]



Europas Krise(n) 2019: Migration – Brexit – neue Weltordnung
 Europas Krise(n) 2019: Migration – Brexit – neue Weltordnung



In rund 90 Jahren wird wohl jeder Dritte auf unserer Welt Afrikaner sein: Europa muss sich auf gewaltige Migrationsbewegungen aus dem südlichen Kontinent einste [ ... ]



Familie Floez: Dr. Nest
 Familie Floez: Dr. Nest



Beklemmend melancholisch, irrsinnig komisch und von wahrhafter Magie: Die Berliner Masken-Truppe Familie Flöz begeisterte mit ihrem SHMF-Gastspiel „Dr. Nest [ ... ]



„Kursk”. Thomas Vinterberg und die raue Poesie des Zorns
 „Kursk”. Thomas Vinterberg und die raue Poesie des Zorns



In seinem bildgewaltigen Polit-Thriller schildert Thomas Vinterberg jene Katastrophe, die zur Jahrhundertwende die Welt neun Tage lang in Atem hielt. Das U-Boot  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.