Neue Kommentare

Kentin Abalo zu „Assassination Nation” – Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : WAS FÜR EIN FOTO!!!
Großartig. Hoffe der...

Sybille zu Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli: Danke für den Beitrag. Ich sehe gerade den Film ...
Nikias Geschke zu „The Guilty”. Der beklemmende Minimalismus des Gustav Möller: Das klingt superspannend. Danke für den Tipp. ...
Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

"Otello dörf nich platzen" im Ohnsorg-Theater

Drucken
(64 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 04. März 2011 um 12:02 Uhr
"Otello dörf nich platzen" im Ohnsorg-Theater 4.4 out of 5 based on 64 votes.
alt

Kürzlich wurde mir vorgeworfen, viel zu positiv zu rezensieren: „Du lobst beinah nur!“
Es stimmt, die typische Wollust am Zerfetzen, der Kritiker so gern nachgeben, geht mir ab. Ich lobe gern, oder, wie meine Mutter es ausdrückt: „Du kannst so schön preisen.“
Wenn ich ein Stück oder einen Film nicht bespreche, liegt das meistens entweder daran, dass ich es nicht gesehen habe – oder es gefiel mir nicht.
‚Otello dörf nich platzen’ im Ohnsorg-Theater hat mir gefallen und ich möchte es gern nach Herzenslust preisen.

Der größte Teil aller in Deutschland gespielten Komödien ist von Angelsachsen verfasst worden und dieses Stück (ursprünglich ‚Opera Buffa’ beziehungsweise ‚Lend Me A Tenor’) bildet darin keine Ausnahme. Autor Ken Ludwig ist, auch wenn man es seinem Nachnamen nicht unbedingt anliest, Amerikaner.
Hartmut Cyriacks und Peter Nissen haben das Stück wieder einmal schnäuzchengerecht für Ohnsorg’s zubereitet. Diesmal nicht einfach vom Englischen nur ins Plattdeutsche; wir hören etwas mehr von dem, was der Turmbau zu Babel angerichtet hat.
Der Operndirektor etwa (Wilfried Dziallas) spricht mit dem italienischen Tenor Tito Merelli (Horst Arenthold) bemühtes Hochdeutsch, falls er daran denkt.
Merelli unterhält sich mit seiner Frau Maria (Meike Meiners) in fließendem Italienisch – auch, wer keine Silbe Italienisch versteht, weiß genau, worum es dabei geht – während er mit Max (Erkki Hopf), der rechten Hand des Direktors, in einem zauberhaft akzenttriefendem Deutsch plaudert. Etliche der Pointen entstehen aus diesen unterschiedlichen Sprachen und den Problemen der Verständigung.

Es handelt sich darum, dass der weltberühmte Tenor an der Städtischen Oper in Lübeck den Otello singen soll. Leider erscheint er keineswegs pünktlich im Hotel und als er endlich aufkreuzt, geht es ihm mies. Er hat sich überfressen, nach Ansicht seiner Frau, weil ihn das Dekolleté der Serviererin so animierte. Nun befürchtet er, bei seinem Auftritt ins Orchester zu reihern. Sein Befinden wird durch einen heftigen Streit mit Maria nicht besser. Die Gattin verlässt wütend das Hotel unter Hinterlassen eines Abschiedsbriefes. Merelli hält sich stöhnend den majestätischen Bauch.
Damit sich seine Übelkeit legt, muss er sich legen. Das tut er so gründlich, dass der Operndirektor und Max meinen, Merelli würde überhaupt nie wieder aufstehen, zumal sie den Abschiedsbrief missdeuten und annehmen, der Sänger sei freiwillig ins Jenseits verschwunden.
Und das, während inzwischen hundert enthusiastische Fans im Zuschauerraum warten!
Während Margret (Birte Kretschmer), die Tochter des Operndirektors, die doch eigentlich der arme Max gern heiraten würde, ganz wild darauf ist, sich von dem Italiener noch mal die Hände küssen zu lassen, wie er es schon einmal tat. Während Sängerin Diana (Tanja Rübcke), für diesen Abend Desdemona, sich von Merelli einen Anschub ihrer Karriere erhofft und auch sonst in jeder Beziehung offen für den Star ist.
Während Julia (Birthe Gerken) die Vorsitzende der Freunde der Oper, mindestens ein Autogramm vom bärtigen Idol ergattern will – ebenso wie der Hotelpage Franz (Michael Bernhard), der außerdem noch einige gelungene Fotos schießen möchte.


 
Home > Blog > Theater & Tanz > "Otello dörf nich platzen" im Ohns...

Mehr auf KulturPort.De

Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin
 Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin



Das Verborgene Museum in Berlin-Charlottenburg präsentiert bis zum 10. März 2019 Fotoarbeiten und Dokumente der niederländischen Fotografin Maria Austria (191 [ ... ]



„Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand
 „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand



Paweł Pawlikowski hat das schwermütige, visuell atemberaubende Noir-Drama „Cold War” seinen Eltern gewidmet, deren stürmische On- und Off-Beziehung ihn zu [ ... ]



Madeleine Peyroux: Anthem
 Madeleine Peyroux: Anthem



Jazz oder nicht Jazz? – Was Madeleine Peyroux auf ihrem neuen Album präsentiert, ist relaxt und poetisch, warm und subtil, aber auch modern, überraschend luf [ ... ]



68. Pop und Protest
 68. Pop und Protest



APO, Mini, Flower-Power: Mit der glänzend inszenierten Ausstellung „68. Pop und Protest“ verabschiedet sich Sabine Schulze nach zehn Jahren als Direktorin d [ ... ]



Wolf Haas: Junger Mann
 Wolf Haas: Junger Mann



Launig ist die Anlage und könnte in eine interessante Geschichte führen: Ein introvertierter 13-jähriger bekämpft sein starkes Übergewicht mit Kalorienzähl [ ... ]



Jasmin Bayer: The Green Unicorn
 Jasmin Bayer: The Green Unicorn



Nun ist es da, das zweite Album von Jasmin Bayer, in Gestalt eines grünen Einhorns. So verspricht das Cover des Albums „The Green Unicorn“ ein mädchenhafte [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.