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Theater - Tanz

Der Hamburger Jedermann: Nur meine Seele und kein Geld!

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Freitag, den 22. Mai 2009 um 10:01 Uhr
Der Hamburger Jedermann: Nur meine Seele und kein Geld! 4.7 out of 5 based on 824 votes.

Für eine so markt- und konsumorientierte Geisteshaltung zählen spirituelle, ästhetische und künstlerische Inhalte nicht; sie ist eingleisig und dröge: Die Elbe ist einseitig richtungsbezogen, aber nicht kreativ. Die wirtschaftlich profitgesteuerte Denkart lässt nichts Neues entstehen und produziert eine beängstigende geistige Leere. Wie absurd, ja grotesk ein solches Vorgehen in einer überaufgeklärten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist, zeigt Jedermanns Visitenkarte, die er dem Teufel in ebenso erfolglosem wie komischem Anlauf zu überreichen versucht. So als sei sein Leben nicht mehr als eine Stippvisite im Diesseits, das kein Jenseits mehr kennt und das im Namen des genarrten Teufels, der am Ende leer ausgeht, zwar nach Seele, Menschlichkeit und Kultur fahndet, diese aber ob deren geringen Stellenwerte nirgendwo mehr auftreiben kann. Des Teufels finale Einsicht, dass „diese Zeit“ die Seele „vertreibt“ und sie keiner mehr „reparieren“ könne, klingt wie eine Mahnung oder Drohung, die der endgültige Ab-, Weg- oder Untergang des Jedermanns unterstreicht: Zwar durchläuft der profillose Protagonist eine innere Entwicklung von der eingangs vorgebrachten naiven Frage: „Nur meine Seele und kein Geld?“, über die Einsicht: „Was sich nicht Der Hamburger Jedermann: Nur meine Seele und kein Geld!rechnet, kann nicht bleiben“ bis hin zur These, dass die Ökonomie „das Wichtigste“ im Leben sei. Doch sowohl Teufel als auch Jedermann verschwinden. Als einzig sichere, ernste und wirklich konstante Größe überlebt paradoxerweise nur der Tod, der den einst sorglosen Kaufmann symbolträchtig in dessen letztem Hemd abführt. Werden kulturelle Inhalte, so scheint uns der Hamburger Jedermann sagen zu wollen, nicht aktiv gepflegt und vor dem merkantilen Kahlschlägen und Entleerungen geschützt, so verkommen sie zu sinnentblößten Anachronismen, führen in den gesellschaftlichen Ruin oder lösen sich wie der Teufel am Ende gar selbst in Licht und Rauch auf.


Vorstellungen vom 08. Juli bis 21. August 2011. Jeweils Freitag, Samstag, Sonntag 20:00 Uhr, (sieben Wochenenden).

Theater in der Speicherstadt, Auf dem Sande 1, 20457 Hamburg
Tel. 040 - 3696 237, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.   URL:  www.hamburger-jedermann.de alt

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avatar David
+12
 
 
der artikel spiegelt genau unsere zeit wieder. gut erfasst und gut geschrieben!
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