Neue Kommentare

Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...
Emanuel Ackermann zu „Werk ohne Autor” – Oder die Alchemie der Kreativität : Bisher habe ich nur Schlimmes über den Film gele...
Richard Voigt zu Offener Brief führender Grafikdesigner*innen fordert die Stiftung Buchkunst heraus: Lehrauftrag verfehlt?
Die Professores such...

Herby Neubacher zu Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli: Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Wasc...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg – „Kunstkritik“ endlich auch auf Platt!

Drucken
(61 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 17. April 2017 um 10:00 Uhr
Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg – „Kunstkritik“ endlich auch auf Platt! 4.0 out of 5 based on 61 votes.
Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg

Nipplejesus von Nick Hornby ist nun endlich auch muttersprachlich im Norden angekommen! Seit einer Woche kann man das Stück über das eigenwillig-skurrile bis exemplarisch-betroffene Zusammentreffen der Welt eines Türstehers mit der Welt der modernen Kunst nun auch auf Plattdeutsch im Ohnsorg Studio, der kleinen Schwester des Ohnsorg-Theaters, im gleichen Gebäude im ersten Stock, miterleben.
Fast elf Jahre ist es inzwischen her, dass das ‚Junge Schauspielhaus’ das Stück des britischen Autors in der Hamburger Kunsthalle damals mit Hermann Book zum Leben erweckte; ein neues Publikum, nämlich das des Ohnsorgs kommt jetzt als begeisterte Anhängerschaft des ironisch witzigen, aber auch nachdenklichen und teilweise berührenden Stückes dazu: dank der eigenhändigen Übersetzung der dramaturgischen Leiterin des Ohnsorg Studios, Cornelia Ehlers (Jahrgang 82), die nach eigener Aussage mit „Plattdeutsch als Muttersprache“ aufwuchs und die feinen Zwischentöne dieser Sprache von jeher schätzt und damit prädestiniert ist, das Stück in die ‚lingua franca’ der Hanse umzuschreiben.

Die Story ist schnell erzählt: Hauke Petersen (Oskar Ketelhut) hat sich von seinem Job als Türsteher im „Casablanca“ verabschiedet, nachdem ihm ein randalierender Gast um ein Haar mit einer dolchartigen rostigen Waffe „um die Ecke gebracht“ hätte. Hauke, selbst nicht unaggressiv und deshalb gern einmal ein wenig gröber in sich zuspitzenden Situationen, ist sich wohl seines Anteils am Malheur bewusst als auch der daraus resultierenden zunehmenden Gefahr. Da er weder seine Frau Lisa zur Witwe noch seine beiden kleinen Kinder, für die er tagsüber den liebevollen Vater gibt, zu Waisen machen möchte, muss ein neuer Job her. Sein Traumberuf, Golfprofi alla Tiger Woods zu werden, ist laut seiner Gattin in seinem Alter aber nicht mehr machbar und ein neuer Türsteherjob, von Lisa, ihres Zeichens Zahnarzthelferin, in der Öffentlichkeit auch „Arbeit im Sicherheitsmanagement“ genannt, kommt selbstverständlich auch nicht mehr in Frage. So ist Hauke gezwungen, den sich auf dem Arbeitsamt überraschend bietenden Job als „Wachdienst in der Kunstbranche“ anzunehmen. Und damit nimmt Haukes zunehmende Verwirrung über diese ihm bisher unbekannte Welt der modernen Kunst ihren Lauf. Es startet eine wahre Achterbahnfahrt von Wut, Zuneigung, Verantwortungsgefühl und einem tiefen natürlichen Verständnis dem Kunstwerk „Nipplejesus“, der Kunst an und für sich, als auch den Besuchern, den Kritikern des Kunstwerks und der Künstlerin selbst gegenüber.

Es macht Spaß dem, von Ketelhut hervorragend gespielten und in Szene gesetzten „schweren Jungen“ bei seiner Arbeit und der Entwicklung eines ganz eigenen Verständnisses für eben diese Arbeit zuzusehen bis hin zum sehr überraschenden Ende des Stückes, das gleichzeitig das Publikum vor Begeisterung mit den Füßen trampeln und in einen regen Austausch über all das geraten ließ, was Kunst, Toleranz, Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit wohl dürfen, bedeuten und bewirken. Es war ein vergnüglicher, kurzweiliger Abend über ein Sujet, dass man so zwar nicht im Ohnsorg vermutet, wohl aber und zurecht im nun immerhin schon viereinhalb Jahre existierenden und immer neu experimentierenden Ohnsorg Studio!

Nick Hornby: NippleJesus
Zu sehen bis 14. Mai 2017 / Studio
Komödie, Plattdeutsch von Cornelia Ehlers
Vorstellungsdauer: ca. 60 Minuten, ohne Pause
Inszenierung: Marc Becker
Bühnenbild & Kostüme: Marc Becker & Katrin Reimers
Besetzung: Oskar Ketelhut
Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header und Galerie: NippleJesus, Oskar Ketelhut im Ohnsorg Studio. Foto: Sinje Hasheider.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg – ...

Mehr auf KulturPort.De

Hamburger Tradition seit 1894 – die 11. Spielzeit im Hansa-Theater
 Hamburger Tradition seit 1894 – die 11. Spielzeit im Hansa-Theater



Die Saison ist wieder eröffnet – nicht irgendeine, es ist die Hundertfünfundzwanzigste! Und zu dieser Jubiläumsspielzeit im Hansa Theater in Hamburg haben T [ ... ]



Baltijas Ozoli – Baltic Oaks – Baltische Eichen im Kunstmuseum Rigaer Börse
 Baltijas Ozoli – Baltic Oaks – Baltische Eichen im Kunstmuseum Rigaer Börse



Was hat Flämische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts aus den Niederlanden und Flandern mit den Baltikum zu tun? Auf den ersten Blick recht wenig, jedoch gab e [ ... ]



Hans-Jürgen Hennig: „Zwei gegen Ragnarøk" – Bekehrung mit dem Schwert
 Hans-Jürgen Hennig: „Zwei gegen Ragnarøk



Bei diesem Titel mag es neugierige und zugleich verwunderte Leser geben, die sich fragen, was soll die Christianisierung des Nordens mit der heutigen Zeit zu tu [ ... ]



„Otto. Die Ausstellung“
 „Otto. Die Ausstellung“



Otto hier, Otto da. „Otto, hier bitte auch noch mal“, riefen die drängelnden Fotografen und Herr Waalkes, lächelte, feixte und hoppelte, bis alle Aufnahmen [ ... ]



Max Slevogt – eine Retrospektive zum 150. Geburtstag
 Max Slevogt – eine Retrospektive zum 150. Geburtstag



Das Landesmuseum Hannover widmet dem Jubilar, der neben Max Liebermann und Lovis Corinth zum „Dreigestirn des deutschen Impressionismus“ gehört, eine großa [ ... ]



„Dogman” - Matteo Garrone und der gescheiterte Erlöser
 „Dogman” - Matteo Garrone und der gescheiterte Erlöser



Mit seinem hinreißenden Kleingangster-Epos „Dogman” kreiert Regisseur Matteo Garrone einen düster-poetischen Parallelkosmos und den vielleicht berührendst [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.