Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Nein, nur eine kurze Pause......
Kalle mit der Kelle zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Seit November nichts Neues. Ist der Film-Blog ges...
Geli zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gl...
Rudi Arendt zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionist...
Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Theater - Tanz

Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg – „Kunstkritik“ endlich auch auf Platt!

Drucken
(66 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 17. April 2017 um 09:00 Uhr
Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg – „Kunstkritik“ endlich auch auf Platt! 3.8 out of 5 based on 66 votes.
Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg

Nipplejesus von Nick Hornby ist nun endlich auch muttersprachlich im Norden angekommen! Seit einer Woche kann man das Stück über das eigenwillig-skurrile bis exemplarisch-betroffene Zusammentreffen der Welt eines Türstehers mit der Welt der modernen Kunst nun auch auf Plattdeutsch im Ohnsorg Studio, der kleinen Schwester des Ohnsorg-Theaters, im gleichen Gebäude im ersten Stock, miterleben.
Fast elf Jahre ist es inzwischen her, dass das ‚Junge Schauspielhaus’ das Stück des britischen Autors in der Hamburger Kunsthalle damals mit Hermann Book zum Leben erweckte; ein neues Publikum, nämlich das des Ohnsorgs kommt jetzt als begeisterte Anhängerschaft des ironisch witzigen, aber auch nachdenklichen und teilweise berührenden Stückes dazu: dank der eigenhändigen Übersetzung der dramaturgischen Leiterin des Ohnsorg Studios, Cornelia Ehlers (Jahrgang 82), die nach eigener Aussage mit „Plattdeutsch als Muttersprache“ aufwuchs und die feinen Zwischentöne dieser Sprache von jeher schätzt und damit prädestiniert ist, das Stück in die ‚lingua franca’ der Hanse umzuschreiben.

Die Story ist schnell erzählt: Hauke Petersen (Oskar Ketelhut) hat sich von seinem Job als Türsteher im „Casablanca“ verabschiedet, nachdem ihm ein randalierender Gast um ein Haar mit einer dolchartigen rostigen Waffe „um die Ecke gebracht“ hätte. Hauke, selbst nicht unaggressiv und deshalb gern einmal ein wenig gröber in sich zuspitzenden Situationen, ist sich wohl seines Anteils am Malheur bewusst als auch der daraus resultierenden zunehmenden Gefahr. Da er weder seine Frau Lisa zur Witwe noch seine beiden kleinen Kinder, für die er tagsüber den liebevollen Vater gibt, zu Waisen machen möchte, muss ein neuer Job her. Sein Traumberuf, Golfprofi alla Tiger Woods zu werden, ist laut seiner Gattin in seinem Alter aber nicht mehr machbar und ein neuer Türsteherjob, von Lisa, ihres Zeichens Zahnarzthelferin, in der Öffentlichkeit auch „Arbeit im Sicherheitsmanagement“ genannt, kommt selbstverständlich auch nicht mehr in Frage. So ist Hauke gezwungen, den sich auf dem Arbeitsamt überraschend bietenden Job als „Wachdienst in der Kunstbranche“ anzunehmen. Und damit nimmt Haukes zunehmende Verwirrung über diese ihm bisher unbekannte Welt der modernen Kunst ihren Lauf. Es startet eine wahre Achterbahnfahrt von Wut, Zuneigung, Verantwortungsgefühl und einem tiefen natürlichen Verständnis dem Kunstwerk „Nipplejesus“, der Kunst an und für sich, als auch den Besuchern, den Kritikern des Kunstwerks und der Künstlerin selbst gegenüber.

Es macht Spaß dem, von Ketelhut hervorragend gespielten und in Szene gesetzten „schweren Jungen“ bei seiner Arbeit und der Entwicklung eines ganz eigenen Verständnisses für eben diese Arbeit zuzusehen bis hin zum sehr überraschenden Ende des Stückes, das gleichzeitig das Publikum vor Begeisterung mit den Füßen trampeln und in einen regen Austausch über all das geraten ließ, was Kunst, Toleranz, Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit wohl dürfen, bedeuten und bewirken. Es war ein vergnüglicher, kurzweiliger Abend über ein Sujet, dass man so zwar nicht im Ohnsorg vermutet, wohl aber und zurecht im nun immerhin schon viereinhalb Jahre existierenden und immer neu experimentierenden Ohnsorg Studio!

Nick Hornby: NippleJesus
Zu sehen bis 14. Mai 2017

Ohnsorg Studio

Komödie, Plattdeutsch von Cornelia Ehlers
Vorstellungsdauer: ca. 60 Minuten, ohne Pause
Inszenierung: Marc Becker
Bühnenbild & Kostüme: Marc Becker & Katrin Reimers
Besetzung: Oskar Ketelhut
Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header und Galerie: NippleJesus, Oskar Ketelhut im Ohnsorg Studio. Foto: Sinje Hasheider.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Nipplejesus von Nick Hornby im Ohnsorg – ...

Mehr auf KulturPort.De

„1917” – Sam Mendes zwischen Realitätsanspruch und Illusion
 „1917” – Sam Mendes zwischen Realitätsanspruch und Illusion



Mit zehn Nominierungen avanciert Sam Mendes’ Kriegsepos „1917” zum Favoriten der Oscar-Verleihung. Selten priesen die Feuilletonisten ein Werk so einhellig [ ... ]



Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart.
 Vittorio Hösle: Globale Fliehkräfte. Eine geschichtsphilosophische Kartierung der Gegenwart.



Ein Buch über die tiefe Spaltung der westlichen Gesellschaft und das mögliche Scheitern der liberalen Demokratie hat der in den USA lebende Philosoph Vittorio  [ ... ]



Vom Wasser und von der Sicht aufs Leben: Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“
 Vom Wasser und von der Sicht aufs Leben: Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“



Biochemiker Charles hat „zu sicher gelebt“. Das begreift er leider erst im Alter von zweiundsechzig Jahren, also kurz vor dem Ruhestand.
Als seine Frau ihm [ ... ]



„Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli“
 „Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli“



Überall – nur nicht im Gesicht. Für einen „anständigen Tätowierer“ ein ungeschriebenes Gesetz. Christian Warlich (1891-1964) war mehr als nur anständi [ ... ]



Welten: Akureyri
 Welten: Akureyri



Akureyri ist eine Stadt im äußersten Norden Islands. In dem idyllisch, an einem Fjord gelegenen Zwanzigtausend-Seelen-Ort sind mehrere Kulturzentren, dort lebe [ ... ]



Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin
 Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin



Die Gewinnerin des Debütpreises des Buddenbrookhauses und des Lions Clubs Lübeck-Hanse für 2019 steht fest: Dana von Suffrin erhielt den mit 2.000 Euro dotier [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.