Neue Kommentare

Maggie zu Walter-Kempowski-Literaturpreis 2019: Guten Abend,
Gibt es denn schon irgendeine...

Lothar Segeler zu Filmtonschaffende erstmals als Urheber*innen an Kinoerlösen beteiligt: Großartig - wie lange haben wir darauf gewartet!...
Alf Dobbertin zu Henri Bergson: Die beiden Quellen der Moral und der Religion: Ein großes Lob dem Rezensenten Stefan Diebitz, d...
Maximilian Buchmann zu „Apocalypse Now - Final Cut”. Der Höllentrip des Francis Ford Coppola: Uff! Nur heute im Kino? Hoffentlich bekomme ich n...
Klaus Schöll zu Am 12. Juli 2019 wird die James-Simon-Galerie eröffnet – in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Ich finde das die Treppe zur James-Simon-Galerie ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Theater - Tanz

Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung

Drucken
(64 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 11. Oktober 2016 um 11:34 Uhr
Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung 3.1 out of 5 based on 64 votes.
Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung

Eigentlich hab ich überhaupt keine Zeit, eine Rezension zu schreiben.
Hab mir das Stück kürzlich angeschaut, weil es mich interessierte und weil man ja gerade im größten Stress mal ein wenig Entspannung braucht.
Das war jedoch ein derart schöner Abend – ich kann nicht umhin, ein paar Worte dazu zu schreiben…


Es heißt ‚Glück – Le Bonheur‘, ist von Eric Assous und wird seit Mitte letzten Monats in der Komödie im Winterhuder Fährhaus gespielt. Ein 2-Personen-Stück, ein einfaches Stück. Kein Drama, kein wilder Ulk, stattdessen gescheites und höchst amüsantes Geplauder.

Louise, Autorin von Kinderbüchern und Alexandre, Restaurantbesitzer, (beide durchaus nicht mehr in ihrer Jugendblüte), haben sich eben kennengelernt und ziemlich spontan die Nacht miteinander verbracht.
Nun wollen sie vor dem Hintergrund des leicht zerwühlten Bettes frühstücken.
Das heißt, Louise will frühstücken und hat Toast gemacht. Alexandre möchte nur schnell einen Kaffee trinken und vor allem: weg!
Natürlich, er wird anrufen, vermutlich Mittwoch oder eher Donnerstag – nein, Freitag passt besser…
Dabei weiß er nicht einmal ihre Telefonnummer.
Alexandre will nichts vertiefen.
Aber dieses Verhalten kennt Louise aus anderen Erfahrungen und sie ist nicht bereit, so einen oberflächlichen Krempel weiter mitzumachen. Also schließt sie ihre Wohnungstür ab, als der Mann nicht hinschaut, und versteckt den Schlüssel.
So fängt es an, und es sieht so aus, als hätte sich Louises Trick gelohnt, denn es geht weiter.

Wir beobachten die beiden und die Entwicklung ihrer Beziehung durch die nächsten Monate.
Mit der Eleganz eines japanischen Tuschezeichners lässt Eric Assous uns, indem er reduziert andeutet, sehr viel über die Frau und den Mann erfahren.
Das liegt natürlich auch an der liebevollen Regie (Michael Wedekind) und vor allem an den hervorragenden Darstellern.
Barbara Wussow ist Louise, lockenköpfig, dickköpfig, zeitlos weiblich. Sie ist derart zum Verlieben, dass wir uns über Alexandres‘ Festhalten an ihr nicht weiter wundern. (Und sie wird, nebenbei, unterstützt durch ungewöhnlich reizende Kostüme und Hüte, für die Christl Stützinger und Ulrike Schuler verantwortlich sind.)

Peter Bongartz spielt den erfolgreichen Restaurantbesitzer, in jeder Lebenslage sein Handy am Ohr, um Bestellungen zu bestätigen mit dem dazugehörendem einladendem Lächeln in der Stimme.
Im Programmheft wird vermerkt, beide Protagonisten hätten ‚die Fünfzig bereits überschritten‘.
Das trifft auf Bongartz im höchsten Maße zu, er steckt bereits mitten in den Siebzigern. Doch das schadet gar nichts. Vermutlich würde sich manch Mittdreißiger über eine derart perfekte Figur freuen wie Bongartz sie besitzt.
Er tänzelt so geschmeidig und energiegeladen herum wie ein junger, wie ein altersloser Mann.
(Nach der Pause tanzt er tatsächlich ein wenig durch die Kulisse und bekommt, sehr zu Recht, Szenenapplaus.)

Man merkt den beiden Darstellern an, wieviel Spaß ihnen das leichte, niveauvolle Stück macht.

Wer irgend kann, sollte es unbedingt noch genießen: bis November 2016 steht es auf dem Spielplan.


Glück – Le Bonheur
von Eric Assous
Deutsch von Kim Langner
Regie: Michael Wedekind
mit Barbara Wussow und Peter Bongartz
1 Stunde und 45 Minuten (inkl. einer Pause)
Laufzeit: bis 06. November
YouTube-Video:
Trailer: Glück - Le Bonheur von Eric Assous


Abbildungsnachweis:
Header und Galerie:
Barbara Wussow und Peter Bongartz. Foto und Copyright: Loredana LaRocca

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückli...

Mehr auf KulturPort.De

Der öffentliche Raum und seine Nutzungen – Plätze in San Fernando del Valle de Catamarca, Argentinien
 Der öffentliche Raum und seine Nutzungen – Plätze in San Fernando del Valle de Catamarca, Argentinien



Wie sieht es in anderen Ländern mit dem öffentlichen Raum aus? Bei uns gibt es ihn kaum noch, denn jeder freie Quadratmeter wird dem Auto gewidmet. Können wir [ ... ]



Theater-Horror vom Feinsten – „Mummy Brown/Mumienbraun“ der norwegischen Gruppe Susie Wang schockte beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel
 Theater-Horror vom Feinsten – „Mummy Brown/Mumienbraun“ der norwegischen Gruppe Susie Wang schockte beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel



Das Programmheft hat nicht zu viel versprochen: Eine derart blutige, ins Groteske überzogene Horror Picture Show hat man in Hamburg noch nicht geboten bekommen. [ ... ]



Rainer Mausfeld: „Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“
 Rainer Mausfeld: „Angst und Macht. Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“



Die Zitterpartie der Macht
Welch ein Glück im Unglück. Wie üblich nach einem Zwischenfall auf Leben und Tod so auch diesmal, wie erwartet: Kaum war das Kind  [ ... ]



„I Am Mother” Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo
 „I Am Mother” Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo



Grant Sputores post-apokalyptischer Science-Fiction Thriller „I Am Mother” beginnt als intimes Kammerspiel in einem, hermetisch von der Welt abgeschlossenen  [ ... ]



Letizia Battaglia: Retrospektive in Venedig
 Letizia Battaglia: Retrospektive in Venedig



Sie gilt als bekannteste „Mafia-Fotografin“ und als „eine der wichtigsten Fotografinnen unserer Zeit“, aber auch als politisch, ökologisch, sozial und f [ ... ]



DDR-Schlager, Weltraum-Fuzzys und Russische Rapper
 DDR-Schlager, Weltraum-Fuzzys und Russische Rapper



Das erste Wochenende nach der Eröffnung des Sommerfestivals auf Kampnagel
„Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200...“ Manchen mögen  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.