Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli: Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Wasc...
Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung

Drucken
(58 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 11. Oktober 2016 um 11:34 Uhr
Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung 3.3 out of 5 based on 58 votes.
Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung

Eigentlich hab ich überhaupt keine Zeit, eine Rezension zu schreiben.
Hab mir das Stück kürzlich angeschaut, weil es mich interessierte und weil man ja gerade im größten Stress mal ein wenig Entspannung braucht.
Das war jedoch ein derart schöner Abend – ich kann nicht umhin, ein paar Worte dazu zu schreiben…


Es heißt ‚Glück – Le Bonheur‘, ist von Eric Assous und wird seit Mitte letzten Monats in der Komödie im Winterhuder Fährhaus gespielt. Ein 2-Personen-Stück, ein einfaches Stück. Kein Drama, kein wilder Ulk, stattdessen gescheites und höchst amüsantes Geplauder.

Louise, Autorin von Kinderbüchern und Alexandre, Restaurantbesitzer, (beide durchaus nicht mehr in ihrer Jugendblüte), haben sich eben kennengelernt und ziemlich spontan die Nacht miteinander verbracht.
Nun wollen sie vor dem Hintergrund des leicht zerwühlten Bettes frühstücken.
Das heißt, Louise will frühstücken und hat Toast gemacht. Alexandre möchte nur schnell einen Kaffee trinken und vor allem: weg!
Natürlich, er wird anrufen, vermutlich Mittwoch oder eher Donnerstag – nein, Freitag passt besser…
Dabei weiß er nicht einmal ihre Telefonnummer.
Alexandre will nichts vertiefen.
Aber dieses Verhalten kennt Louise aus anderen Erfahrungen und sie ist nicht bereit, so einen oberflächlichen Krempel weiter mitzumachen. Also schließt sie ihre Wohnungstür ab, als der Mann nicht hinschaut, und versteckt den Schlüssel.
So fängt es an, und es sieht so aus, als hätte sich Louises Trick gelohnt, denn es geht weiter.

Wir beobachten die beiden und die Entwicklung ihrer Beziehung durch die nächsten Monate.
Mit der Eleganz eines japanischen Tuschezeichners lässt Eric Assous uns, indem er reduziert andeutet, sehr viel über die Frau und den Mann erfahren.
Das liegt natürlich auch an der liebevollen Regie (Michael Wedekind) und vor allem an den hervorragenden Darstellern.
Barbara Wussow ist Louise, lockenköpfig, dickköpfig, zeitlos weiblich. Sie ist derart zum Verlieben, dass wir uns über Alexandres‘ Festhalten an ihr nicht weiter wundern. (Und sie wird, nebenbei, unterstützt durch ungewöhnlich reizende Kostüme und Hüte, für die Christl Stützinger und Ulrike Schuler verantwortlich sind.)

Peter Bongartz spielt den erfolgreichen Restaurantbesitzer, in jeder Lebenslage sein Handy am Ohr, um Bestellungen zu bestätigen mit dem dazugehörendem einladendem Lächeln in der Stimme.
Im Programmheft wird vermerkt, beide Protagonisten hätten ‚die Fünfzig bereits überschritten‘.
Das trifft auf Bongartz im höchsten Maße zu, er steckt bereits mitten in den Siebzigern. Doch das schadet gar nichts. Vermutlich würde sich manch Mittdreißiger über eine derart perfekte Figur freuen wie Bongartz sie besitzt.
Er tänzelt so geschmeidig und energiegeladen herum wie ein junger, wie ein altersloser Mann.
(Nach der Pause tanzt er tatsächlich ein wenig durch die Kulisse und bekommt, sehr zu Recht, Szenenapplaus.)

Man merkt den beiden Darstellern an, wieviel Spaß ihnen das leichte, niveauvolle Stück macht.

Wer irgend kann, sollte es unbedingt noch genießen: bis November 2016 steht es auf dem Spielplan.


Glück – Le Bonheur
von Eric Assous
Deutsch von Kim Langner
Regie: Michael Wedekind
mit Barbara Wussow und Peter Bongartz
1 Stunde und 45 Minuten (inkl. einer Pause)
Laufzeit: bis 06. November
YouTube-Video:
Trailer: Glück - Le Bonheur von Eric Assous


Abbildungsnachweis:
Header und Galerie:
Barbara Wussow und Peter Bongartz. Foto und Copyright: Loredana LaRocca

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Theater & Tanz > Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückli...

Mehr auf KulturPort.De

„Doing the Document“: Die Welt durch die Kameralinse
 „Doing the Document“: Die Welt durch die Kameralinse



Von Diane Arbus über Walker Evans und August Sander bis zu Piet Zwart: Über 200 Werke der bekanntesten Fotograf*innen des 20. Jahrhunderts sind dank einer Sche [ ... ]



„Carte Blache“ in der Galerie Hengevoss-Dürkop
 „Carte Blache“ in der Galerie Hengevoss-Dürkop



Wann bekommt man schon mal eine Carte Blache – zumal von einer Galeristin? Doch Kerstin Hengevoss-Dürkop hatte volles Vertrauen zu dem belgischen Künstler Va [ ... ]



Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918
 Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918



Zehn Tage dauerte der Aufstand. Gemeint ist der Matrosenaufstand in Kiel. Der Aufstand brach Ende Oktober 1918 auf den Schiffen der Hochseeflotte vor Wilhelmshav [ ... ]



Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli
 Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.