Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 788 Gäste online

Neue Kommentare

Wajda Art zu „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?: Wir suchen nach Enthusiasten der Kinematographie ...
Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...
Fabian Drux zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Danke für den Hinweis auf einen wunderschönen F...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Klezmer Tales - Yxalag: "Fargint Zikh"

Drucken
(226 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 27. Juni 2013 um 09:29 Uhr
Klezmer Tales - Yxalag: "Fargint Zikh" 4.7 out of 5 based on 226 votes.
Klezmer Talers - Fargint Zikh - Yxalag

Regeln sind da um gebrochen zu werden, nicht aus Prinzip, sondern weil es Horizonte erweitert.
Das gilt zwar nicht für Glaubensfragen und schon gar nicht für orthodox-jüdische, aber für musikalische allemal.
"A Yiddishe Mamme" hieß das Debütalbum einer Gruppe von sieben Lübecker Musikstudenten, die sich 2008 den merkwürdigen Auftrittsnamen "Yxalag" gegeben haben. Behutsam und ungestüm zugleich tauchten die drei Musikerinnen und vier Musiker in die Welt der Klezmorim - und brechen Regeln.

Schon seit vielen Jahren steht die klassische Klezmer-Musik auf den Konzertprogrammen so selbstverständlich wie einst. Im Osten Europas über Jahrhunderte entwickelt und in den USA überlebt, ist Klezmer mit den unterschiedlichsten musikalischen Strömungen zu dem geworden, was es heute ist: eine Weltmusik.
Diese erdumspannende Inspiration nahm nun Yxalag mit dem zweiten Album wörtlich. "Fargint Zikh", so der Titel, ist eine tanzende, unkonventionelle Tour durch die Welt der Musik. Klezmer auf Reisen und aufgestapelt zu einzelnen, miteinander verbundenen Schichten, quer durch Europa, mit Einflüssen aus Spanien, Polen, Rumänien, der Doina bis zum Schwarzen Meer, dann nach Nordamerika - Besuch in New York bei Naftule Brandwein (1889-1963) und weiter nach Südamerika - der Tango lässt grüßen - bietet das Album eine Verspieltheit, die selbst vor Filmmusik-Andeutungen wie 'Kill Bill' oder eines 'Western' nicht halt macht. Und mit dem Partysound einer Hammond-Orgel geht es zeitweilig sogar "back to the Seventies". Urwald, Savanne und Orient, alles hörbar - das Kaleidoskop dreht sich in kleinen aber heftigen Schritten an die unerwartetsten Orte des Globus' und zeichnet neue "klezmereske" Bilder.
Keine Angst vor Genregrenzen, lautet die Devise. An wenigen Stellen vielleicht ein bißchen zu viel des Guten, ein wenig zu verspielt, fast schon überdreht, fängt sich das Septett aber immer wieder im Netz des klagenden und schluchzenden Klezmers. Die Instrumente stimmen den Hörer sentimental und melancholisch, mit der gehörigen Portion an Weltschmerz, um im nächsten Moment so ausgelassen und leidenschaftlich zum Tanz aufzufordern, dass einem schwindelig werden kann.

Zum Abschluss des Albums noch einer der Klassiker, fast schon eine Hymne der 1930er-Jahre: "Bei mir bistu schejn" (בי מיר ביסטו שיין) - nein, nicht die Andrew Sisters-Version, sondern mit dem Originaltext von Jakob Jacobs (1890-1977) und der Melodie von Sholom Secunda (1884-1974). Yxalag holt also das Stück zurück vom Yinglish zum Jiddisch, zurück nach Europa mit Balkanklang, Geigen und Stimmen.

Die Stunde Hörzeit vergeht wie im Flug, unverwechselbar und grenzenlos: "Fargint Zikh!" - "Genieße die vergönnte Zeit!"
Agew, zu koifen bei "ejdl" (אגב - זו קויפן בי אידל)


Yxalag: "Fargint Zikh"
gpARTS (LC 23067)
Vertrieb: Edel (Kat.-Nr. 004)
VÖ: 28. Juni 2013
Weitere Informationen unter: www.yxalag.de
Besetzung:
Violine und Viola: Nele Schaumburg / Juliane Färber / Kayako Bruckmann
Klarinette: Jakob Lakner
Kontrabass: Ulrich Zeller
Gitarre: Nicolas Kücken
Akkordeon, Piano, Orgel: Wolfhard Lippke
Percussion: Yogi Jockusch (Gast)

Fotonachweis: Detail von CD Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Klezmer Tales - Yxalag: "Fargint Zikh&qu...

Mehr auf KulturPort.De

Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit
 Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit



Wie nähert man sich in einer Fotoausstellung einem Land, deren Menschen tagtäglich durch Gewalt sterben, auf der Flucht, im Exil, traumatisiert sind, deren mat [ ... ]



„A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?
 „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?



Lynne Ramsay inszeniert ihre virtuosen Thriller-Impressionen als Exkursion in die Abgründe der Seele.
Ein Auftragskiller ist Joe (Joaquin Phoenix) nicht, er t [ ... ]



Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers
 Aspekte Festival 2018: Der Kopf des Paul Orlac ist das Innenleben des Klaviers



Was für eine Horrorvorstellung: als Schauspieler die Stimme – als Fußballspieler die Füße – als Philosoph den Verstand – als Komponist das Gehör – u [ ... ]



Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“
 Poetische Erkundung der Welt: Nico Bleutge: „Nachts leuchten die Schiffe“



In seinem vierten Gedichtband „nachts leuchten die schiffe" beschäftigt sich Nico Bleutge mit unserer realen Welt in sieben Zyklen. Wie ein Jongleur wirft der [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.