Neue Kommentare

Kentin Abalo zu „Assassination Nation” – Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : WAS FÜR EIN FOTO!!!
Großartig. Hoffe der...

Sybille zu Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli: Danke für den Beitrag. Ich sehe gerade den Film ...
Nikias Geschke zu „The Guilty”. Der beklemmende Minimalismus des Gustav Möller: Das klingt superspannend. Danke für den Tipp. ...
Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

„Music Is A Great Investment“ - Tourneeabschluss in Hamburg

Drucken
(171 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 23. Juli 2012 um 09:40 Uhr
„Music Is A Great Investment“ - Tourneeabschluss in Hamburg 4.0 out of 5 based on 171 votes.
„Music Is A Great Investment“ - Tourneeabschluss in Hamburg MIAGI

Tanzen! Wer diese jungen Südafrikaner und ihre Musik hört, will nur noch tanzen.
Das tun die Konzertbesucher beim Tourneeauftakt von MIAGI in Ludwigsburg bei Stuttgart auch, zwischen den Stuhlreihen, im Foyer, und nach dem zweiten Konzert auch noch draußen bei der Zugabe im Freien vor dem Konzertsaal. Da spielen die jungen Musiker südafrikanische Rhythmen und Melodien, unwiderstehlich. So wie bei dieser spontanen Session, die völlig undenkbar wäre nach einem deutschen Klassik-Konzert. Südafrika klingt einfach immer ein bisschen anders. Musik, die – man muss nur in die Augen der Zuhörer schauen – glücklich macht.

Das ging schon am Vortag gleich bei den ersten Takten des großen Jazz-Abends los, an dem unter der Leitung des begnadeten Saxophonisten und Komponisten Tshepo Tsotetsi, gerade mal 22, Jazzwerke ausschließlich südafrikanischer Komponisten gespielt werden. Von der Bläserformation, am Klavier, mal mit, mal ohne Streicherverstärkung. Musik von internationalen Größen wie Abdullah Ibrahim, aber auch von drei Mitgliedern des Orchesters selbst – von der Flötistin Monique van Willingh, vom Trompeter Bhekinkosi Hlatshwayo, der dafür ans Klavier wechselt und ein hinreißendes Gesangstrio aus seinen Mitspielern rekrutiert. Wobei Tubaspielerin Zhile Ndika als exzellente Vokalistin begeistert gefeiert wird. Und der fantastische junge Jazz-Pianist Musa Mdluli sich virtuos in Klangwelten tummelt, die sonst einem Keith Jarrett vorbehalten sind.

Die MIAGI-Musiker lassen sich in keine Schubladen stecken. Das zeigt sich auch am ausverkauften zweiten Abend: Da sind die Jazzer ohne Probleme Teil des großen Sinfonieorchesters, das auf hohem Niveau musiziert. Die afrikanische Lebensfreude behauptet dabei ihr Recht gleich zum Auftakt, in „Out of South Africa“, einer Komposition des österreichischen Dirigenten Christian Muthspiel. Da wird zwischendrin improvisiert, Rufe hören sich an wie die Geräuschkulisse eines Marktplatzes, die Cellisten tanzen – Südafrika hat viele Facetten.

Leonard Bernsteins sinfonische Suite „On the Waterfront“ mit ihren großartigen expressiven Klangbildern schließt sich da ohne Bruch an. Nach der Pause bildet Debussys „L’après-midi d’un faune“ den meditativen Anlauf zu Gershwins „An American in Paris“. Die quirlige Tondichtung wird so knackig und schwungvoll gespielt, dass sie hier eigentlich „Ein Amerikaner in Johannesburg“ heißen müsste.

Gewaltiger Applaus für die jungen Musiker, die aus allen Ecken ihres Heimatlandes stammen. Manche kommen von angesehenen Musikschulen, andere stammen aus Township-Musikprojekten, die von MIAGI und seinen Gründern, dem südafrikanischen Tenor Robert Brooks und der finnischen Pianistin Ingrid Hedlund seit Jahren mit großem Einsatz unterstützt werden. Ausgewählt wurden die Orchestermitglieder nach einem Vorspiel, in zwei Studienblöcken haben sie dann die Programme für ihre Europa-Tournee eingeübt.
Wer die MIAGIs hört und sieht, bekommt man eine Ahnung davon, wie eine friedliche Zukunft in Südafrika gelingen könnte: durch die gemeinsame Arbeit an einer großartigen Sache, die auch noch Spaß macht. Im MIAGI-Orchester wird in vielen südafrikanischen Sprachen parliert, Englisch und Afrikaans sind die gemeinsamen Nenner. Und man versteht sofort, warum sie als Name „MIAGI“ gewählt haben. Die Abkürzung steht für den Satz „Music Is A Great Investment“, den der russische Geiger Maxim Vengerov bei seiner Arbeit mit dem Orchester geprägt hat.

In Berlin waren die MIAGI-Konzerte nach drei Tagen ausverkauft. 1.700 Zuhörer freuen sich jetzt auf die südafrikanische Eröffnung des „Young Euro Classics“ Festivals im Konzerthaus am Gendarmenmarkt am 27. Juli.

Nach Hamburg kommen die Musiker zum Tourneeschluss am 29. und 30. Juli – mit zwei Abenden, an denen ihre südafrikanische Lebensfreude und musikalische Perfektion die Zuhörer in der Fabrik glücklich machen soll. Mit ganz besonderen Impulsen, lebendig, kraftvoll, mitreißend. Musik für eine bessere Welt.


Jazz: New Skool Orchestra @ MIAGI. So, 29. Juli, 20:00, Fabrik, Barner Str. 36 in Hamburg-Ottensen
Klassik: MIAGI Youth Orchestra, Mo, 30. Juli, 20:00, Fabrik. Eintritt: jeweils 12.- Euro, Kombiticket für beide Konzerte 19.- Euro
Fotos: MIAGI

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Musik > „Music Is A Great Investment“ - Tourneeab...

Mehr auf KulturPort.De

Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin
 Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin



Das Verborgene Museum in Berlin-Charlottenburg präsentiert bis zum 10. März 2019 Fotoarbeiten und Dokumente der niederländischen Fotografin Maria Austria (191 [ ... ]



„Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand
 „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand



Paweł Pawlikowski hat das schwermütige, visuell atemberaubende Noir-Drama „Cold War” seinen Eltern gewidmet, deren stürmische On- und Off-Beziehung ihn zu [ ... ]



Madeleine Peyroux: Anthem
 Madeleine Peyroux: Anthem



Jazz oder nicht Jazz? – Was Madeleine Peyroux auf ihrem neuen Album präsentiert, ist relaxt und poetisch, warm und subtil, aber auch modern, überraschend luf [ ... ]



68. Pop und Protest
 68. Pop und Protest



APO, Mini, Flower-Power: Mit der glänzend inszenierten Ausstellung „68. Pop und Protest“ verabschiedet sich Sabine Schulze nach zehn Jahren als Direktorin d [ ... ]



Wolf Haas: Junger Mann
 Wolf Haas: Junger Mann



Launig ist die Anlage und könnte in eine interessante Geschichte führen: Ein introvertierter 13-jähriger bekämpft sein starkes Übergewicht mit Kalorienzähl [ ... ]



Jasmin Bayer: The Green Unicorn
 Jasmin Bayer: The Green Unicorn



Nun ist es da, das zweite Album von Jasmin Bayer, in Gestalt eines grünen Einhorns. So verspricht das Cover des Albums „The Green Unicorn“ ein mädchenhafte [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.