Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Nein, nur eine kurze Pause......
Kalle mit der Kelle zu „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns: Seit November nichts Neues. Ist der Film-Blog ges...
Geli zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gl...
Rudi Arendt zu Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard: Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionist...
Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Musik

Im Gespräch: Stéfan P. Dressel mit der Cellistin Sol Gabetta

Drucken
(174 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 04. August 2009 um 16:37 Uhr
Im Gespräch: Stéfan P. Dressel mit der Cellistin Sol Gabetta 4.4 out of 5 based on 174 votes.
Sol Gabetta

Viele verblüfft die argentinische Cellistin bis heute durch ihr musikalisches Talent. Und ebenso viele meinen zunächst, der Name der 28-Jährigen sei ein Künstlername.
Spricht man Sol Gabetta darauf an, muss sie unweigerlich lachen: „Als ich meinen Freund kennen gelernt habe, hat er mich gefragt, was eigentlich mein richtiger Name sei. Der hielt Sol auch für ein Pseudonym.“ Überhaupt strahlt die Musikerin Lebenslust und Daseinsfreude aus. Kein Zweifel: die Argentinierin hat Sonne im Herzen.

Stéfan P. Dressel (SD): Sie sind in Argentinien geboren, hatten ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland und Spanien und leben heute in der Schweiz. Ist es für einen Musiker hilfreich, überall zu Hause sein zu müssen?

Sol Gabetta (SG): Ich denke, dass mir das Reisen bestimmt viele Türen geöffnet hat. Aber ich habe das nicht bewusst so gemacht, es hat sich einfach so ergeben, dass ich von Land zu Land gezogen bin. Von Argentinien aus bin ich zuerst zum Studium nach Madrid gegangen. Europa ist für die Klassik eben ein sehr wichtiger Ort. Und ich finde, wenn man sich professionell mit klassischer Musik beschäftigt, dann ist es unverzichtbar, überhaupt mal in Europa gewesen zu sein.

SD: Über südamerikanische Interpreten wird hierzulande oft geschrieben, sie hätten viel Temperament, seien rassig und leidenschaftlich. Verstehen Sie das?

SG: Aber ja! Natürlich ist man gewohnt, dass die Menschen aus Südamerika ein bisschen lockerer und offener sind. Vielleicht liegt das auch daran, dass das Wetter dort anders ist, es ist viel wärmer und der Tag viel länger hell. Das macht viel aus. Trotzdem kann man auch im kalten Norden Menschen treffen, die unglaublich nett und offen sind. Man sollte das vielleicht nicht zu sehr pauschalisieren. Und trotzdem muss ich sagen, dass es stimmt, denn auch ich habe Temperament und Leidenschaft (lacht).

SD: Warum ist es für das Musizieren wichtig, verschiedene Länder und Kulturen kennen zu lernen?

SG: Weil die Musik selbst eine internationale Sprache ist. Und wenn man zum Beispiel mit einem Orchester zusammen spielt, oder bei einem Festival mit anderen Musikern zusammenkommt – die kommen alle aus verschiedenen Ländern. Als Musiker ist man ständig damit konfrontiert, mit unterschiedlichen Nationalitäten und deren Kulturen zu tun zu haben. Da bringt es natürlich viel, wenn man selbst schon in verschiedenen Ländern gewesen ist. Sicherlich beeinflusst das auch mein Musizieren. Ich glaube sowieso, dass alles, was man erlebt und sieht, sehr viel Einfluss auf die Persönlichkeit eines Musikers und auf sein Musizieren hat.

SD: Was bedeutet Heimat für Sie?

SG: Meine Heimat ist Argentinien, ganz klar. Da lebt auch ein Großteil meiner Familie, da bin ich aufgewachsen. Ich habe fünf Jahre in Deutschland, in Berlin studiert. Es war wunderschön, und es hat geschmerzt, von dort weg zu gehen. Aber mein zu Hause ist die Schweiz. Hier habe ich ein Haus gekauft, mein eigenes Kammermusikfestival gegründet, und ich unterrichte hier.

SD: Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen Argentinien und Ihrer jetzigen Heimat in Europa?

SG: Ein Unterschied ist auf jeden Fall, dass in Europa die Mischung der Kulturen viel ausgeprägter ist. Zum Beispiel dort, wo ich wohne, in der Schweiz, bin ich fünf Kilometer von der deutschen und fünf Kilometer von der französischen Grenze entfernt. In Argentinien dagegen kann man tausende Kilometer weit fahren – und die Leute sprechen immer noch Spanisch. Der Kulturwechsel ist dort einfach nicht so groß. Außerdem hat man in Europa überall in den großen Städten ein musikalisches Zentrum – sei es in Wien, Berlin oder München. In Argentinien passiert aber fast alles in Buenos Aires. Entweder man ist in Buenos Aires – oder in der Provinz.

SD: Wie war Ihre Kindheit?

SG: Absolut gut! Es war eine sehr spannende Zeit. Klar, es war nicht leicht, mit zwölf Jahren ganz weit weg nach Europa zu ziehen. Ich musste mich von meinen Freunden in der Schule in Argentinien verabschieden. Aber Gott sei Dank bin ich sehr offen und kommunikativ. Das hilft, und man bekommt sehr schnell neue Freunde.


 
Home > Blog > Musik > Im Gespräch: Stéfan P. Dressel mit der Cell...

Mehr auf KulturPort.De

Welten: Akureyri
 Welten: Akureyri



Akureyri ist eine Stadt im äußersten Norden Islands. In dem idyllisch, an einem Fjord gelegenen Zwanzigtausend-Seelen-Ort sind mehrere Kulturzentren, dort lebe [ ... ]



Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin
 Buddenbrook-Debütpreis 2019: „Otto“, ein tragisch-komischer Roman von Dana von Suffrin



Die Gewinnerin des Debütpreises des Buddenbrookhauses und des Lions Clubs Lübeck-Hanse für 2019 steht fest: Dana von Suffrin erhielt den mit 2.000 Euro dotier [ ... ]



Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik
 Aspekte Festival 2020 – Die Programmatik



Woraus besteht die Musik unserer Zeit, was macht sie aus? Und überhaupt: Ist es die, die wir hören, ist es die, die komponiert wird oder die, die zeitgenössis [ ... ]



Über die Mathematik des Wassers
 Über die Mathematik des Wassers



Pascal Dusapin, 1955 in Nancy geboren, ist einer der wichtigsten Impulsgeber der Gegenwartsmusik.
Im Gespräch zum 5. Philharmonischen Konzert des Philharmonis [ ... ]



Paolo Pellegrin. Un’Antologia
 Paolo Pellegrin. Un’Antologia



„Fotografie ist wie schreiben für mich“, sagt Paolo Pellegrin. „Es ist eine Stimme.“
Diese „Stimme“ ist extrem berührend, mitunter fast unerträg [ ... ]



Silvan Joray Trio: cluster
 Silvan Joray Trio: cluster



Als Student der Gitarristen Wolfgang Muthspiel und Lionel Loueke hat sich Silvan Joray zwei Schwergewichte als Musiker und Lehrer ausgesucht. Seinen Bachelor hat [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.