Neue Kommentare

Kentin Abalo zu „Assassination Nation” – Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : WAS FÜR EIN FOTO!!!
Großartig. Hoffe der...

Sybille zu Das Chinesenviertel auf Hamburg St. Pauli: Danke für den Beitrag. Ich sehe gerade den Film ...
Nikias Geschke zu „The Guilty”. Der beklemmende Minimalismus des Gustav Möller: Das klingt superspannend. Danke für den Tipp. ...
Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Im Gespräch: Claus Friede mit dem Komponisten und Pianisten Gerhard Folkerts

Drucken
(128 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 16:39 Uhr
Im Gespräch: Claus Friede mit dem Komponisten und Pianisten Gerhard Folkerts 4.6 out of 5 based on 128 votes.
Im Gespräch: Claus Friede mit dem Komponisten und Pianisten Gerhard Folkerts

Mikis Theodorakis ist eine der großen Symbolfiguren für Menschlichkeit in unserer Zeit. Sein Leben ist das eines tatkräftig und unbeugsam handelnden Komponisten, Literaten und Politikers – es ist ein Leben für die Freiheit.

Das machen seine Lieder und Texte hörbar. Gerhard Folkerts hat sie für eine Hommage zusammengestellt und arrangiert und begleitet die Mezzosopranistin Julia Schilinski am Klavier. Rolf Becker rezitiert Gedichte und Stationen aus Mikis Theodorakis’ Autobiografie.


Claus Friede traf Gerhard Folkerts im Hotel Grand Elysée Hamburg und sprach mit ihm über Theodorakis' Werk und die Hommage zu dessen 85. Geburtstag im Deutschen Schauspielhaus Hamburg.


Claus Friede (CF): Wie kamen Sie mit Mikis Theaodorakis' Werk und ihm persönlich in Kontakt?

Gerhard Folkerts (GF): Ich bin als Tourist in einer Musikalienhandlung in Athen auf Kammermusik von Theodorakis gestossen und hatte gar nicht gewusst, dass er im Bereich der E-Musik komponiert hat. Darauf hin habe ich mir dort alles gekauft, was ich von ihm finden konnte. Erst zwei Jahre später bin ich dazu gekommen, mir alle gekauften CDs anzuhören und war so begeistert, dass ich selbst eine CD aufgenommen habe, die ich dann Theodorakis geschickt habe. Er hat mir sehr, sehr freundlich geantwortet und ich begann in meine Klavierkonzertabende seine Werke einzubeziehen. Zu seinem 80. Geburtstag, im Jahr 2005 gestaltete ich einen Konzertabend ausschließlich mit Theodorakis' Kompositionen, unter anderem auch in Athen. Das Konzert besuchte er mit seiner Frau Myrto. Ein Jahr später besuchte er erneut einen meiner Klavierabende, den ich diesmal zur Hälfte mit Theodorakis' Werken und zur anderen Hälfte mit Folkerts' Werken gestaltete. Daraus entstand dann ein regelmäßiger Kontakt und Austausch. Mittlerweile kann Mikis Theodorakis nicht mehr reisen und kaum noch laufen und so sehen wir uns nicht mehr so häufig, vielleicht vier Mal im Jahr. Aber dann sind es immer sehr intensive Gespräche in seinem Haus in Griechenland.

CF: Komponiert Mikis Theodorakis denn noch?

GF: Vor etwa sechs bis sieben Jahren hat er sich dazu entschlossen, nicht mehr zu komponieren, er instrumentiert aber noch und er hat die „Metronomisierung“ seiner Werke noch einmal neu durchgesehen und die Tempi verlangsamt.
Vor drei Jahren bekam er von einem ihm unbekannten jungen griechischen Schriftsteller, der in Athen lebt, dreißig Gedichte zugesandt, woraus er einen zwölfteiligen Liederzyklus schuf. Bei unserem letzten Treffen, erzählte er mir, dass er sich in den letzten Jahren sehr intensiv mit den Werken, vor allen den Symphonien Gustav Mahlers beschäftig habe und ihn für einen der bedeutendsten Komponisten hält. Schließlich, zum Abschluss des Gesprächs sagte er, dass er wohl noch ein großes symphonisches Werk schreiben würde.

CF: Was verbindet uns ins Deutschland mit der Musik von Theodorakis oder anders gefragt, wie wird die Musik Theodorakis’ in Deutschland wahrgenommen?

GF: Es gibt zwei bis drei Aspekte: Er wurde politisch und musikalisch bei uns wahrgenommen in der Zeit der Militärdiktatur in Griechenland, zwischen 1967 und 1974. 1970 ging er dann ins französische Exil und begann, sein großes Oratorium „Canto General“ (1971-1982) zu komponieren. Er wurde eine Symbolfigur der französischen und deutschen Studentenbewegung, für seinen Widerstand gegen Diktatur, sein Eintreten für demokratische Rechte und für die Freiheit. Diese Haltung vertrat er sein Leben lang. Zuletzt brachte er sich in das Bewusstsein vieler junger Griechen ein als er sich zum Jugoslawienkrieg zu Wort meldete und auf öffentlichen Plätzen vor vielen tausend Menschen sprach. Hier in Deutschland können mittlerweile wenig junge Leute etwas mit dem Namen anfangen. Ein weiterer Aspekt ist in der Musik zu finden, denn es gibt mehrere Kompositionsmethoden in seinem Schaffen. Er ist nicht nur ein Komponist der künstlerischen Volksmusik, sondern er ist eben auch ein ernstzunehmender Komponist von Symphonien, Kammermusik sowie von fünf Opern. Seine Werke aus der letzten großen Schaffensperiode in den 1990er Jahren sind leider in Deutschland so gut wie unbekannt. Soweit ich weiß, hat es lediglich eine Erstaufführung der Oper „Medea“ am Theater Meinigen gegeben.


 
Home > Blog > Musik > Im Gespräch: Claus Friede mit dem Komponiste...

Mehr auf KulturPort.De

100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch
 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch



Eine Handschuh-Aktion passt wie die Faust aufs Auge, wenn die lettische Hauptstadt Riga, der baltische Staat Lettland und der Rest der Welt heute, am 18. Novembe [ ... ]



Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher
 Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher



Wie muss man sich eine Person vorstellen, die Freunde und Kollegen als „Naturereignis“ bezeichnen?
In jedem Fall als einen charismatischen Menschen mit üb [ ... ]



Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin
 Maria Austria. Eine jüdische Fotografin aus Amsterdam in Berlin



Das Verborgene Museum in Berlin-Charlottenburg präsentiert bis zum 10. März 2019 Fotoarbeiten und Dokumente der niederländischen Fotografin Maria Austria (191 [ ... ]



„Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand
 „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand



Paweł Pawlikowski hat das schwermütige, visuell atemberaubende Noir-Drama „Cold War” seinen Eltern gewidmet, deren stürmische On- und Off-Beziehung ihn zu [ ... ]



Madeleine Peyroux: Anthem
 Madeleine Peyroux: Anthem



Jazz oder nicht Jazz? – Was Madeleine Peyroux auf ihrem neuen Album präsentiert, ist relaxt und poetisch, warm und subtil, aber auch modern, überraschend luf [ ... ]



68. Pop und Protest
 68. Pop und Protest



APO, Mini, Flower-Power: Mit der glänzend inszenierten Ausstellung „68. Pop und Protest“ verabschiedet sich Sabine Schulze nach zehn Jahren als Direktorin d [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.