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Musik

Roger Hodgson’s Supertramp

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Freitag, den 19. Juli 2019 um 06:13 Uhr
Roger Hodgson’s Supertramp 4.1 out of 5 based on 70 votes.
Supertramp Foto Rob Shanahan

Vor zwei Jahren wurde er in Neumünster gefeiert, nun rockte Roger Hodgson die Kieler Sparkassen-Arena. Für die rund 5.000 Fans, die bereits bei den ersten Takten von „Take The Long Way Home“ mitklatschten, war das Supertramp-Revival zweifellos der Höhepunkt des diesjährigen Schleswig-Holstein-Musik-Festivals.


„Mit 19 Jahren habe ich den Song geschrieben. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, den wirst Du in hundert Jahren im weißen Anzug in Kiel spielen, hätte ich es nicht geglaubt“. Nun, 100 Jahre sind es nicht ganz. Es ist genau 40 Jahre her, dass Roger Hodgsons Hit „Breakfast in America“ auf gleichnamigem Album erschien, doch der einstige Mitbegründer und Frontmann der britischen Rockband weiß genau, wie er sein Publikum packt und zum Lachen bringt. Schließlich haben ja alle vor gefühlten 100 Jahren zu „Take a look at my girlfriend….“ in den Diskos (damals sagte man das noch) getanzt und können die Strophen noch mitsingen. Vier Jahre später, 1983, war schon Schluss mit Supertramp, jedenfalls für Roger Hodgson, der dann seine Solokarriere startete. Doch mit den vielen Songs, die er damals geschrieben hat und die zum Markenzeichen wurden, ist er immer noch Inbegriff der legendären Band.

Zum 40. Geburtstag des Erfolgsalbums ist nun also „Roger Hodgson’s Supertramp“ auf Welttournee und bringt seine ganze alten Hits: „School“, „The Logical Song“, „Dreamer“, „Child of Vision“, „Lord Is It Mine“, „Fool’s Overture“, dazwischen Songs aus seiner Solo-Karriere, „In Jeopardy“ und „Death And A Zoo“. Und die Zuhörer schmelzen dahin, denn es ist immer noch der identische Sound. Dieser bombastische Klangteppich, in den so viele Jazz-Elemente eingewebt sind, darüber Hodgsons Falsett, das auch im Alter erstaunlich mühelos klingt. Aber natürlich ist es nicht nur Hodgson allein, der hier wie ein Messias mit langem, grau-gewelltem Haar und im weißen Anzug auf der Bühne steht. Einer Bühne übrigens, die mit acht neongrünen Palmen und wechselndem Licht recht einfach gestaltet ist und sich ganz auf die souverän-lässige Ausstrahlung des humorvollen Briten verlässt. Die Band, mit der Roger Hodgson gerade tourt, ist hervorragend. Allen voran Michael Ghegan (Saxophon, Harmonika, Flöte, Keyboards, Gesang). Aber auch Ray Coburn (Keyboards, Gesang), David J. Carpenter (Bass, Gesang) und Bryan Head (Schlagzeug) sind super Musiker und können durchaus mit der Supertramp-Erstbesetzung mithalten.

Ja, das war wirklich ein Konzert zum Schwelgen, Mitsingen und Mitpfeifen. Letzteres (wie immer) bei der Ballade „Easy Does It“. „Not bad“ lobte der Sänger das Auditorium, um gleich nachzusetzen: „Es ist so gut, wieder in Deutschland zu sein. Wisst Ihr auch warum? Weil ich Euch Eure Begeisterung glaube“. Und die hatte an diesem Abend auch etwas Rührendes. Schließlich waren die Damen und Herren Fans alle deutlich „Best Ager“, saßen dementsprechend brav auf ihren Sitzen und erhoben sich erst, als Hodgson fragte: „Habt Ihr nicht mal Lust aufzustehen?“ Doch, doch, natürlich. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen. Denn es lässt sich ja so gut schunkeln zu „Give A Little Bit“ und „It‘s Raining Again“.

„Wir leben in so verrückten Zeiten, aber in den nächsten zwei Stunden könnt ihr sowieso nichts daran ändern. Also lasst das alles draußen. Musik kann eine wunderbare Medizin sein“, hatte Roger Hodgson anfangs erklärt. Ja, die Musik hat gutgetan, das war tatsächlich ein bisschen wie Medizin. Aber nach zwei Stunden war auch super pünktlich Schluss. Wie ihm Ohnsorg Theater. Das war bei Rockkonzerten früher nun wirklich anders.

Schleswig-Holstzein Musik Festival

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Rob Shanahan

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