Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Musik

Gedanken an Roger Cicero

Drucken
(106 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 29. März 2016 um 16:11 Uhr
Gedanken an Roger Cicero 4.5 out of 5 based on 106 votes.
Roger Cicero

Das kann doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht möglich! Für alle, die Roger Cicero kannten und seine Musik liebten, ist sein plötzlicher Tod wie ein Schlag ins Gesicht. Unfassbar und hundsgemein.
Es hat mal wieder einen der Besten getroffen - einen der besten Jazz-Interpreten unserer Zeit. Sein Charme, sein Witz und seine Liebenswürdigkeit werden uns immer in Erinnerung bleiben. Und, natürlich, seine begnadete Musikalität: Er war es, der dem deutschen Swing neuen Auftrieb gab – mit humorvoll-banalen „Männersachen“, die vor allem Frauen begeisterte. Gründonnerstag starb der Wahl-Hamburger, dessen Markenzeichen Hut oder Schiebermütze waren, an einem Hirnschlag.
Roger Cicero wurde nur 45 Jahre alt.

Yoga. Aber nicht einfach so, soft und meditativ, sondern richtig: Power-Yoga, schweißtreibend, so richtig anstrengend. Damit halte er sich fit, erzählte Roger Cicero einmal. Das sei unschlagbar, um von dem ganzen Stress runterzukommen – und auch, um sich mental auf das nächste große Konzert vorzubereiten. Es hat ihm nicht geholfen. Die ständigen Auftritte, Proben und Termine waren zu viel, das war schon im vergangenen November klar. Auf einen verschleppten Virus, der sich auf den Herzmuskel gelegt hatte, folgte der Zusammenbruch, die Ärzte verordneten strickte Bettruhe, doch die Pause währte nicht lang. Anfang des Jahres stand er schon wieder auf der Bühne. Die neuen Alben, „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“ – beide übrigens erst kürzlich für einen Echo nominiert, in den Kategorien Jazz und Popp - sollten unter die Leute gebracht werden. Am 14. April war das nächste Konzert in der Münchner Philharmonie geplant, der Live-Auftritt in der Abendschau des Bayerischen Fernsehens am 18. März, sollte jedoch der letzte Gig gewesen sein.

Knapp 30 Jahre stand Roger Cicero auf der Bühne, meistens mit kleiner Quartettbesetzung, ein netter, liebenswürdiger Junge, der auch gern mal auf runden Geburtstagspartys gebucht würde. Der Durchbruch mit „Männersachen“ 2006 kam für ihn selbst überraschend. Cicero war schon 36 Jahre alt. Er hatte nicht mehr damit gerechnet, national und international berühmt zu werden, hatte er mal gesagt. Im Grunde hatte er sich schon darauf eingestellt, in kleinen Jazz-Clubs, vor ein paar Dutzend Zuschauern zu spielen. Sein Alter, seine Reife, vielleicht auch die Geburt seines Sohnes Louis 2012 sorgten dafür, dass Roger Cicero nie die Bodenhaftung verlor und sich in Jurys, wie zum Hamburger Jazzpreis, immer wieder dafür einsetzte, unbekannteren Jazz-Talenten eine Chance zu geben.

Auf seinem Album „Was immer auch kommt“ (2014) heißt es im Refrain: Wenn es Morgen schon zu Ende wär, ein Schritt zu viel im Stadtverkehr, dann leb‘ ich vielleicht heute nur ein kleines bisschen mehr“.
Er hat, hoffentlich, jeden Tag ein kleines bisschen mehr gelebt.


Lesen Sie den Beitrag von Isabelle Hofmann: Roger Cicero - Swing, Soul, Elbjazz


Abbildungsnachweis:
Headerfoto: Roger Cicero (PR)

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Musik > Gedanken an Roger Cicero

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.