Werbung

Neue Kommentare

Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...
Martin Zopick zu „Nocturnal Animals” – Rachethriller als bittere Selbsterkenntnis : Der zweite Film von Tom Ford und der ist gar nich...
Michaela zu „Midsommar”. Die sonnendurchfluteten Abgründe des Ari Aster: Einer der magnetisierendsten Filme, die ich seit ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Musik

Pär Lammers Trio – Hinten rechts, der Regen

Drucken
(105 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 07. April 2009 um 20:02 Uhr
Pär Lammers Trio – Hinten rechts, der Regen 4.3 out of 5 based on 105 votes.
Pär Lammers Trio – Hinten rechts, der Regen

Die Überzeugungskraft des Jazz ist immer dann am größten, wenn er zwar das ganze Spektrum seiner Stilmittel ausnutzt, am Ende aber nicht auf Anhieb wie Jazz klingt.

Pär Lammers, Jahrgang 1982, ist Vollblut-Jazzer. Sein Klaviertrio mit Bassist Marcel Krömker und Drummer Benni Wellenbeck hat alles, was eine Jazzband braucht.

 

Kultur-Port.De bietet Ihnen hier eine Kostprobe

JavaScript ist deaktiviert!
Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen Sie einen JavaScript-fähigen Browser.

 

Und doch hebt es sich wohltuend vom Einerlei der immer inflationärer aus dem Boden schießenden Pianotrios ab. Lammers erzählt uns nämlich nichts von einer hundertjährigen Geschichte, die erstmal halbwegs verdaut sein will, um an seiner Musik Lust und Neugier zu entfachen. Seine Musik mutet so frisch und unverbraucht an wie die ersten Krokusse, die im Frühjahr die Schneedecke durchstoßen, seine Finger tupfen mit der Leichtigkeit von Schmetterlingsflügeln über die Tasten. Und doch haben seine Klänge Tiefe und Kontur.
 

Mit dem Album „All die bunten Schafe“ hat das Pär Lammers Trio 2007 mehr als nur eine Duftmarke gesetzt. Die verspielte Nonchalance des Trios im Umgang mit dem Sujet Jazz war geradezu einmalig. Obgleich das Album rein instrumental war, funktionierten Lammers‘ Kompositionen doch wie unbeschwerte Lieder, die man – einmal gehört – nicht mehr so schnell los wurde. So hemmungslos positiv und lebensbejahend war Jazz zuvor selten.
 

Der Pianist empfahl sich als ebenso stiller wie vergnügter Beobachter, der seine Alltagsimpressionen in funkelnde Geschichten übersetzte. Mit seinem neuen Album „Hinten Rechts, Der Regen“ schließt er nun genau an diese eigene Tradition, seine Geschichten dem selbst erlebten Alltag abzulauschen, an.
 

Wie schon beim letzten Album beschreibt auch der Titel der neuen CD ein Bild. Doch nach den bunten Schafen kommt jetzt nicht das Regenwetter. Vielleicht ist die CD hier und da ein wenig nachdenklicher als ihr Vorgänger, doch genau genommen vertieft das Trio, was es einmal begonnen hat. Lammers, Krömker und Wellenbeck sind noch viel enger zusammengewachsen. Sie müssen überhaupt nichts mehr beweisen und können im gemeinsamen Dialog die Grenzen zwischen Jazz, Pop und Klassik mit jedem Song völlig neu abstecken. Der Überraschungsfaktor macht Souveränität Platz, mit der das Mischungsverhältnis zwischen den musikalischen TRAUMTON Records in Berlin.
 

Grundlagen des Trios sich in jedem Stück zu neuen, verblüffenden Konstellationen verschiebt. „Um Genres oder Stilistiken mache ich mir überhaupt keine Gedanken“, gesteht der junge Pianist freimütig. „Mir kommt es auf den Song und die Geschichte an, die ich zu erzählen habe. Das heißt nicht, dass ich überhaupt nicht mit Genres arbeiten würde. Aber es gibt im Voraus keinerlei Absprachen darüber, sondern die Genrebezüge ergeben sich aus dem jeweiligen Song heraus“.

Die Basis, auf der Lammers das neue Stockwerk seines Triogebäudes errichtet, ist Vertrauen. Sein Vokabular, in dem Erinnerung und Alltag zu einem brisanten Idiom verschmelzen, ist zu einer unverwechselbaren Konstante in der europäischen Jazzlandschaft geworden. Es fällt Lammers leicht, sich in die Rhythmusgruppe hineinzudenken, spielte er doch selbst einst Bass und Schlagzeug. „Wir haben gelernt, viel freier miteinander umzugehen“, resümiert er. „Ich schreibe zwar die Stücke, aber die Arrangements sind viel demokratischer geworden. Es ist kein Piano mit Begleitung, sondern wir haben einen Gesamtsound gefunden, der uns als Band ausmacht. In stundenlangen Improvisationen ist eine gemeinsame Sprache entstanden, die uns von Stilen unabhängig macht.“



 
Home > Blog > Musik > Pär Lammers Trio – Hinten rechts, der Rege...

Mehr auf KulturPort.De

Katrin Bethge: Lichtdurchflutet
 Katrin Bethge: Lichtdurchflutet



Seit Ende der 1990er Jahre inszeniert die in Hamburg lebende Künstlerin Katrin Bethge mit Licht – Innen- und Außenräume.
Seit dem Wochenende und noch bis z [ ... ]



„The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms
 „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms



Vorbei der fiebrige Glamour und die trügerische Romantisierung von „Goodfellas”, Verbrechen ist in „The Irishman” ein eher eintönig sorgenvolles Metier [ ... ]



Still in the Woods: Flying Waves
 Still in the Woods: Flying Waves



Schon in einer vorangegangenen KulturPort.De-Besprechung zum ersten Album (Rootless Tree) von „Still in the Woods“ kam das bemerkenswerte Potential der Band  [ ... ]



„Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona
 „Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona



Ein ungewöhnlich schönes Ambiente, ganz erstaunliche Stimmen und ein Spaßfaktor, wie er in der klassischen Musik wohl einmalig ist: Der „Halloween“-Sänge [ ... ]



Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel
 Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel



Die Bibel, sagt Arno Schmidt, sei „ein unordentliches Buch mit 50.000 Textvarianten“. Auch wenn diese Zahl groß klingt – damit hat er gewiss noch heftig u [ ... ]



Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer
 Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer



Es war die Zeit, in der die Malerei totgesagt war. Jeder, der sich zur Avantgarde zählte, suchte den Ausstieg aus dem Bild. Jeder? Nein. Vier junge Maler dachte [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.