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60. Nordische Filmtage Lübeck: Viele Highlights im Jubiläumsprogramm

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Donnerstag, den 30. August 2018 um 07:41 Uhr
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60. Nordische Filmtage Lübeck

„Wir haben in diesem Jahr eine Jubiläumsausgabe“, freut sich Silke Lehmann, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Nordischen Filmtage Lübeck (NFL).
Lübeck ist 875 Jahre alt und die NFL werden 60. Grund genug für das Festival, sich und seinen Fans ein besonderes Geschenk zum Geburtstag zu machen: diesmal wird an sechs Tagen (statt wie gewohnt an fünf Tagen) großes Kino aus dem Norden in Lübeck gezeigt. Das Festival beginnt also bereits am Dienstag und endet wie gewohnt am Sonntag. An allen sechs Tagen flimmern hier Film-Highlights über die Leinwände, werden Klassiker und neue innovative Filme gezeigt. Sie alle kommen aus den nordischen und baltischen Ländern sowie aus Norddeutschland - speziell aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Gefeiert wird der Festivalgeburtstag vom 30. Oktober bis 4. November 2018. Geboten wird ein Feuerwerk an filmischen Highlights und Special Events. Natürlich ist auch Lübeck, dem großen Geburtstagskind, ein Special gewidmet.

Beim ersten Pressegespräch der diesjährigen NFL im Hotel Park Inn by Radisson Lübeck gaben die Festivalleiter, Linde Fröhlich (Artistic Director) und Florian Vollmers (Managing Director),gemeinsam mit Kathrin Weiher, Kultursenatorin der Hansestadt Lübeck, und den Kuratoren Jörg Schöning (Retrospektive) und Ralph Heinsohn (360° Filme/Immersive Medien) einen Einblick ins Jubiläumsprogramm und präsentierten zugleich Neuigkeiten. „Wir können unseren Gästen 45 Veranstaltungen mehr bieten als bisher“, freut sich Kathrin Weiher über den Zusatztag. Dieser solle vor allem dazu dienen, „beliebte Titel häufiger zu spielen“, so Florian Vollmers. Dem Publikum werden somit mehr Möglichkeiten geboten, innerhalb der NFL besonders beliebte Produktionen zu sehen.

Das 875-jährige Stadtjubiläum verbinden die NFL mit einer Reihe, die bereits seit Anfang des Jahres „Lübeck im Film“ präsentiert mit Klassikern, die hier gedreht wurden oder einen Bezug zur Stadt aufweisen. „Immer wieder griffen Filmemacher auf die berühmten Denkmäler und Kostbarkeiten der Lübecker Stadtarchitektur zurück, um Leinwand-Ikonen zum Leben zu erwecken“, erläuterte Linde Fröhlich. „Seit über 100 Jahren ist die Stadt Kulisse und Thema von Filmen.“ Im Vorfeld der NFL wird am 20. September, um 19 Uhr, im Schuppen 6 (An der Untertrave) Peter Schuberts Dokumentarfilm „Hafenarbeit im roll-on, roll-off Verkehr“ über die Arbeit im Lübecker Hafen zu sehen sein. Um 20.30 Uhr läuft dort gleich im Anschluss Thorsten Näters Film „Sturzflug“ (1989) über zwei Lübecker Hafenarbeiter, die von einem Urlaub in Thailand träumen.

Ebenfalls im Vorfeld rollt ein weiterer filmischer Highball an: Die erste „Film-Nacht-Andacht“ in der Lübecker St. Petri Kirche. Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg präsentiert den romantischen Mystery-Thriller „Thelma“ von Joachim Trier (NOR 2017). Der Film inklusive Horror-Elementen wird am Freitag, 21. September, um 21 Uhr zu sehen sein. Pastor Bernd Schwarze wird eine theologische Auslegung des Films geben. Studierende der Musikhochschule Lübeck begleiten den Film mit Live-Musik nach Motiven aus dem Soundtrack.

Zu den „Special Events“ des diesjährigen Lübecker Filmfestivals gehört eine kleine, feine Retrospektive zum 100. Geburtstag Ingvar Bergmanns. Die Hommage zeigt u.a. Bergmanns erste internationale Produktion „Beröringen/The Touch“ (USA/SWE 1971). Dieser Film mit Bibi Andersson und Max von Sydow wurde damals von der Kritik gemischt aufgenommen. Für Linde Fröhlich ist dieser Film ein Kleinod. „Ingvar Bergmann war nicht wahnsinnig stolz auf diesen Film und wollte nicht, dass er öffentlich gezeigt wird“, berichtete die langjährige Künstlerische Leiterin der NFL. In die Kinos gelangte der Film dennoch, 1973 auch in der DDR unter dem Titel „Berührung“. Eine kürzlich in England restaurierte Fassung wird bei den NFL 2018 neben weiteren, zum Teil auch weniger bekannten Arbeiten des großen Filmemachers zu sehen sein. Darunter „Hamnstad/Hafenstadt“ (SWE 1948) sowie die beiden deutsch-österreichischen TV-Produktionen „Aus dem Leben der Marionetten“ (1980) und „Aus dem Leben der Marionetten“ (1980). Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch Dokumentationen und Kurzfilme.

Nachdem das Festival im vergangenen Jahr „100 Jahre Finnland“ thematisiert hat, werden nun das 100-jährige Jubiläum der Baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie die Unabhängigkeit Islands gewürdigt. Filme aus diesen Ländern werden in allen Sektionen des Festivals präsentiert. So wird beispielsweise die diesjährige Retrospektive mit Ingmar Bergmans Milieustudie „Hafenstadt“ eröffnet. Erzählt wird in diesem Film von sozialen Außenseitern während der Nachkriegszeit in Göteborg. Die gesamte Retrospektive widmet sich mit dem Thema „Baltic Transfer“ den „überseeischen Beziehungen“, so deren langjähriger Kurator Jörg Schöning. Von romantisch bis realistisch reicht hier das Spektrum. Thematisiert werden die Fährverbindungen, der Handel im Wandel der Zeit, die Arbeit im Hafen und auf den Schiffen, die Seetouristik, aber auch die Fluchtbewegungen im 20. Jahrhundert.

Dabei ist Lübeck Ausgangspunkt der Retrospektive, die den Ostsee-Raum und dessen Häfen filmisch bespielt. Im Zentrum dieser Sektion steht das „Hafenkino“: an vier Abenden sind an den Kaianlagen der Lübecker Untertrave im „Schuppen 6“ Stummfilme (vorwiegend) mit Live-Musik zu erleben. Sie erzählen von den alten „Heuerbüros“ in Lübeck (Baldevins Hochzeit, NOR 1926), vom Kampf gegen eine Schmugglerbande in Gdingen (Ruf des Meeres, POL 1927), von dunklen Machenschaften im Hafenviertel Oslos (Café X, NOR 1928) und von illegalem Schnapshandel in den Kaschemmen von Tallinn (Wellen der Leidenschaft, EST 1930).

Im Bereich 360° Filme präsentierte Kurator Ralph Heinsohn 360° Film-Highlights, die inmitten der Stadt, im Fulldome-Kino am Klingenberg, gezeigt werden. Geradezu begeistert ist Heinsohn vom „Astro-Special“. Dabei handelt es sich um einen Lübecker Sternenprojektor, der 1937 als Auftragsarbeit für ein Kopenhagener Planetarium hergestellt wurde. Er galt lange als verschollen, wurde in Kopenhagen wiederentdeckt und kehrt nun für sechs Tage an seinen Ursprungsort zurück. Mit dem Original-Sternenprojektor aus dem Jahr 1937 werden im NFL-Fulldome-Kino täglich zwei Live-Formate vorgeführt: Ein Kinderformat (ab 6 J.) sowie ein Abendprogramm für Erwachsene. Mit dem Fulldome-Film „The Baltic Sea“ von Hannes Vartiainen und Pekka Veikkolainen aus Finnland ist sogar eine Weltpremiere im Programm. Dabei handelt es sich um einen poetischen Film über die Ostsee als Lebensraum, der Probleme wie Plastikmüll im Meer nicht außer Acht lässt.

Neben den bekannten Vorführungsorten wie Cine Star mit Filmhaus und Kommunalem Kino, Kolosseum und Fulldome Kino am Klingenberg gibt es mit dem Hafenkino im Hafenschuppen 6 eine neue, weitere Spielstätte. Das Festival-Budget ist dank zahlreicher, überwiegend langjähriger Sponsoren nicht nur gesichert, es konnte für 2018 sogar von bisher 760.000 Euro auf nunmehr 800.000 Euro erhöht werden. Ein Viertel der Kosten übernimmt die Hansestadt Lübeck, die Possehl Stiftung steuert 125.000 Euro bei. Florian Vollmers dankte allen Sponsoren und den Medien-Partnern NDR und Lübecker Nachrichten im Namen der NFL. Die Finanzierung der diesjährigen Jubiläumsausgabe sei durch die Hauptsponsoren und Partner sowie mit Geldern des Creative Europe MEDIA-Programms der EU gesichert.

Zu den Hauptsponsoren des Festivals zählen: CineStar-Gruppe, Radisson Blu Senator Hotel Lübeck, Lübecker Possehl-Stiftung, Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Bildung des Landes Schleswig-Holstein. Auch die STAWAG (Partner der Stadtwerke Lübeck) die Gemeinnützige Sparkassen-Stiftung, LYNET Kommunikation AG, Tallink Silja, AVIS Autovermietung Lübeck, CITTI Handelsgesellschaft, der Freundeskreis der Nordischen Filmtage Lübeck und die Wessel Stiftungen treten als Förderer und Sponsoren der 60. Nordischen Filmtage Lübeck auf. Weitere Preisstifter sind die Lübecker Gewerkschaften, der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg sowie Baltic Films. Und dank der Firma Niederegger dürfen sich die Filmtage-Gäste auf einen speziellen Marzipantaler als Jubiläumsgeschenk zu den 60. Nordischen Filmtagen Lübeck freuen.

Zum Jubiläum setzen die Nordischen Filmtage Lübeck auch auf den Nachwuchs. Erstmalig wird daher der „Preis für das Beste Spielfilmdebüt“ vergeben. Die Auszeichnung ist mit 7.500 Euro ausgestattet und wird vom Freundeskreis der Nordischen Filmtage Lübeck gestiftet. Die CineStar Gruppe erhöht zudem das Preisgeld des von ihr gestifteten CineStar-Preises für den besten in Norddeutschland hergestellten Kurzfilm, der seit 2013 in der Sektion Filmforum vergeben wird, von bisher 3.000 Euro auf nunmehr 5.000 Euro. Insgesamt werden 2018 neun Preise im Gesamtwert von 50.000 Euro in Lübeck vergeben.

60. Nordische Filmtage Lübeck

Aktuelles und News zu den Filmtagen gibt es jederzeit unter www.nordische-filmtage.de, ebenso auf Facebook und Twitter.


Abbildungsnachweis:
Header: Ralph Heinsohn, Florian Vollmers, Kathrin Weiher, Linde Fröhlich und Jörg Schöning präsentierten Höhepunkte und Neuigkeiten der Nordischen Filmtage Lübeck 2018. Foto: Marion Hinz

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