Neue Kommentare

Klaus Schenkelberg zu Nachruf auf Kammersänger Theo Adam: Ich bin der uneheliche Sohn von Theo Adam, geb. 1...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Und heute trifft mich die Nachricht vom Tod diese...
Stephan Thieken zu Symposium in Weimar: „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“: Dieses Symposium war das furchtbarste welches ic...
Hermann Funk zu Goethe-Institut begrüßt neues „Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache“: Mehr Geld und Infrastruktur für die digitale Lex...
dominique zu Ennio Morricone: Farewell-Tour 2019: hallo, frau reichhardt.
vielen herzlichen d...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Festivals, Medien & TV

Um alles in der Welt – Lessingtage 2016

Drucken
(65 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Samstag, den 23. Januar 2016 um 10:47 Uhr
Um alles in der Welt – Lessingtage 2016 4.1 out of 5 based on 65 votes.
Um alles in der Welt – Lessingtage 2016

„Um alles in der Welt“ ging es schon immer bei den Lessingtagen im Hamburger Thalia Theater. Seit Intendant Joachim Lux das Festival 2010 aus der Taufe hob, werden hier Fragen zur kulturellen Identität verhandelt, zu Weltreligionen und Weltbürgertum – Fragestellungen, die schon Gotthold Ephraim Lessing in seinem 1779 veröffentlichten Ideendrama „Nathan der Weise“ umtrieb. Die berühmte Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung.

Nun, 237 Jahre später ist der Kerngedanke der Ringparabel, Humanismus und Toleranz, mehr denn je gefordert und mehr denn je strapaziert. Nicht irgendwo in der Dritten Welt, sondern bei uns zu Haus. Die Flüchtlingsströme nach Europa beherrschen die Medien wie kein anderes Thema. Bereits heute hat sich unsere Gesellschaft verändert und was uns an Veränderungen bevorsteht, können wir nur erahnen. Doch die riesigen Migrationswellen bergen auch Chancen. Wer denkt heute noch an die große Hungersnot in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts, der eine Million Menschen zum Opfer fielen und die zwei Millionen Menschen zur Auswanderung in die USA, nach Kanada und Australien zwangen? Keine Frage: So unerträglich und schrecklich Krieg und Katastrophen auch sind – sie befördern weitgreifende Veränderung und die Möglichkeiten eines „Neuen Wir“, wie es sich die Lessingtage 2016 auf die Fahnen geschrieben haben.
Dieses „Neue Wir“ – sprich: die gemeinsame Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben – hat sich in den vergangenen Jahren schon überall in Deutschland und Europa gezeigt. Ein zartes Pflänzchen, das wachsen soll und wachsen muss – und mit dem Festival im Thalia Theater ein ideales „Gewächshaus“ gefunden hat.

Statt prominenter Persönlichkeiten wie Auma Obama oder Navid Kermani eröffnet in diesem Jahr ein „Bürgergipfel“ von und für (Neu-)Hamburger das Festival am Sonntag, den 24.1. um 11 Uhr. Exakt 501 Asylsuchende, 499 Hamburger und 100 Experten werden auf diesem Gipfel über gesellschaftlichen Wandel und Zukunftsvisionen der Stadtgesellschaft diskutieren. Am Abend zuvor (23.1. um 19:30 Uhr, Thalia Theater) haben bereits „Früchte des Zorns" von John Steinbeck in der Regie von Luk Perceval Premiere. In seinem Jahrhundertroman von 1939 erzählt Steinbeck das Schicksal der Großfamilie Joad, die, wie viele tausende Andere, die Pachtzinsen im Mittleren Westen nicht mehr bezahlen können und dem Ruf „Go West!“ folgen, in der Hoffnung, auf den kalifornischen Obstplantagen eine neue Existenzgrundlage zu finden. Luk Perceval erzählt mit diesem Stück eine Urgeschichte der Migration, der langen, beschwerlichen Reise in eine vermeintlich bessere Zukunft.

Bis zum 7. Februar stehen dann internationale Gastspiele im Thalia Theater, im Thalia Gaußstraße und im Pink Palace auf der Reeperbahn auf dem Programm. Und alle Stücke hören sich so spannend an, dass es schwerfällt, nur einige herauszugreifen. Als Highlight angekündigt ist beispielsweise das Gastspiel „300el x 50el x 30el“ aus Antwerpen (30.1. um 20 Uhr, 31.1. um 17 Uhr, Thalia Theater). Hinter dem kryptischen Titel verbirgt sich ein Gesamtkunstwerk aus Theater, Performance, Film und Tanz. Das Stück erzählt von den skurrilen Begebenheiten in einer abgeschotteten Landkommune. Das sechsköpfige Kollektiv erzählt vergleichsweise klassisch von Alltagsritualen. Das Innere der sechs Dorfhütten wird mit Kameras auf die Bühne projiziert.

Neugierig macht ebenfalls das Gastspiel aus Beirut: In der „Antigone of Shatila“ geht es um 17 syrische Frauen, die im Libanon Schutz suchten. (1. und 2.2, jeweils um 20 Uhr, Thalia Gaußstraße).

Die in Berlin lebende argentinische Choreografin Constanza Macras kommt mit der Tanzperformance „ON FIRE" am 26.1. um 20 Uhr, Thalia Theater. Gemeinsam mit Performern, Tänzern und Musikern aus Johannesburg und Berlin stellt sie die Frage, inwiefern man neue Traditionen erfinden kann und müsste, um auf fortdauernde Machtkämpfe, geprägt von Postkolonialismus und Post-Apartheid, zu reagieren.
Nicolas Stemann präsentiert am 3. und 4.2, jeweils um 19.30 Uhr, Thalia Theater seine an den Münchner Kammerspielen entstandene Adaption von Shakespeares „Kaufmann von Venedig". Man darf gespannt sein auf eine außergewöhnliche Live-Performance.

„Um alles in der Welt – Lessingtage 2016"
23.1. bis 7.2., Thalia Theater, Alstertor und andere Orte,
Karten zu 10,- bis 52,- Euro unter T. (040) 3281 4444.
Alle Infos und das Programm zum Download unter www.thalia-theater.de


Abbildungsnachweis:
Header: 300el × 50el × 30el, von & mit FC Bergman; Gastspiel Toneelhuis, Antwerpen. © Sofie Silbermann

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Abisko Lights: Point of View
 Abisko Lights: Point of View



Hört man dieses neue Album des Quintetts Abisko Lights" namens „Point of View" einmal ganz durch, so glaubt man, es mit Filmmusik zu tun zu haben, denn es  [ ... ]



Das Rainer Trio
 Das Rainer Trio



Es geht also auch in einer kleinen Besetzung: Nach dem beachtlichen Erfolg des Quintett-Albums „Gravitational Waves" (Absilone/Socadisc, 2018), hat der franzö [ ... ]



„Der Goldene Handschuh”. Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo
 „Der Goldene Handschuh”. Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo



„Der Goldene Handschuh”, jenes Hybrid aus Charakterstudie und Horrorfilm, polarisiert Kritiker wie Zuschauer: Regisseur Fatih Akin inszeniert wagemutig Heinz [ ... ]



Vladyslav Sendecki & Atom String Quartet: Le Jardin Oublié/My Polish Heart
 Vladyslav Sendecki & Atom String Quartet: Le Jardin Oublié/My Polish Heart



Das Jahr mit ein paar Tüpfelchen aus anderen Musikstilen zu bereichern, das passt gut in unsere Zeit. Vladyslav Sendecki, Pianist der NDR-BigBand, versucht, mit [ ... ]



Heimat, Gefangenschaft, Freiheit. Verdis Freiheitsoper Nabucco in der Neuinszenierung von Kirill Serebrennikov
 Heimat, Gefangenschaft, Freiheit. Verdis Freiheitsoper Nabucco in der Neuinszenierung von Kirill Serebrennikov



Am 22. August 2017 lässt das Ermittlungskomitee der Russischen Föderation den Theater-, Kino-, Opern- und Ballettregisseur Kirill Serebrennikov wegen des „Ve [ ... ]



15 kurze Fragen an Nesrine Belmokh
 15 kurze Fragen an Nesrine Belmokh



Jazz und Chanson, Soul und Pop, World und traditionelle arabische Musik: Die Klänge des Trios NES sind so vielfarbig, dass sich keine Schublade für eine Katego [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.