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Literatur

Leipziger Buchmesse 2015

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Freitag, den 13. März 2015 um 16:25 Uhr
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Leipziger Buchmesse 2015


Die Leipziger Buchmesse mit dem Lesefest „Leipzig liest“ ist die perfekte Bühne für alle Facetten der Literatur.

Neue Impulse für den Buchmarkt, die in Leipzig gesetzt werden, sind so vielfältig wie das Lesen selbst: Nicht zuletzt weil die Leipziger Buchmesse gleichermaßen für Leser und Autoren, für professionelle Buchvermarkter und Leseförderer aber auch für Literatur- und Bildungsvermittler ein enormer Anziehungspunkt ist.

Fee Isabelle Lingnau (Text) und Ruslan Hrushchak (Fotos) waren für KulturPort.De auf der Buchmesse unterwegs, trafen zwar Autoren, Verleger, aber vor allem das Lesepublikum und haben ein Fotoessay zusammengestellt.


Leipziger Buchmesse Weiwei Li

„Was konkretes habe ich nicht gefunden!" Weiwei Li (38) hat sich gerade das Programm in der Glashalle der Leipziger Buchmesse durchgelesen. Also macht sie sich nun auf den Weg, durch die fünf Hallen zu stöbern. Sie ist beruflich auf der Messe. Sie möchte sehen, was es Neues auf dem Markt gibt. Dabei interessiert sie vor allem, ob es interessantes für China gäbe. Denn sie verhandelt für Deyu über Buchlizenzen. Außerdem ist sie Grafikdesignerin, Illustratorin und Übersetzerin.
Weiwei Li kommt aus China. Nach Deutschland ist sie eigentlich nur gekommen, um zu studieren. Inzwischen lebt sie seit 15 Jahren in Hamburg. Sie ist geblieben, weil sie die fremde Kultur und die Freiheit fasziniert haben. „China ist eine kollektive Kultur, Deutschland ganz individuell."
Privat liest sie zur Zeit vor allem Kinderbücher wie ‚Benjamin Blümchen’, 'Die drei Fragezeichen' oder 'Bibi & Tina’. „Meine sechsjährige Tochter mag die sehr! Also lese ich die ständig vor." Für sich selbst liest sie am liebsten Reiseberichte und Bücher über die Seele.
Doch nicht nur Bücher und das Lesen liebt Weiwei Li, sondern sie segelt auch leidenschaftlich gern auf den Hamburger Flüssen. „Am liebsten mit Freunden!"


Leipziger Buchmesse Jessica und Andrea

„Jessica hat mich gerade auf das Buch hingewiesen – und ich finde es klingt echt spannend!" Andrea Hehn (26, mit rotem Tuch) und Jessica Costa Salgado (24, mit blauem Tuch) lesen in 'Die Deutschlehrerin' von Judith W. Taschler. „Der Titel hat mich irgendwie an ein ganz anderes Buch erinnert, darum habe ich danach gegriffen", sagt Jessica Salgado. Sie sind soeben auf der Messe angekommen, angereist aus Stuttgart, wo sie seit vier Semestern 'Media Publishing' studieren.
Zum Studium sind beide umgezogen: Hehn kommt aus der Pfalz und Salgado aus Offenbach. „Nun lebe ich seit anderthalb Jahren in Stuttgart und habe immer noch keinen neuen Chor gefunden", sagt Andrea Hehn. Das Singen in der Gruppe vermisst sie, doch lenken viele andere Interessen sie von der nicht ganz leichten Suche ab. Jessica Salgado hat ihr Hobby leichter mitgenommen, sie malt Menschen und Landschaften "vor allem in Öl, aber auch in Acryl".
Jedes Jahr kommen sie zur Leipziger Buchmesse, um neue Bücher zu entdecken. „Eines meiner Lieblingsbücher habe ich hier entdeckt", erzählt Andrea Hehn. 2010 las Selim Özdogan während der Langen Leipziger Lesenacht in der ‚Moritzbastei’ aus seinem Roman ‚Die Tochter des Schmieds’. „Das hat mich so beeindruckt, dass ich mir zuhause das Buch gleich gekauft habe." Daran fasziniert sie bis heute die märchenhafte Sprache.
Jessica Salgado hat nur Lieblingsbücher. „Ich lese nur Bücher, die ich auch großartig finde." Wie sie das schafft. „Ich lese immer zuerst in die Bücher hinein. Wenn sie mich fesseln, lese ich sie ganz."


Leipziger Buchmesse Peter Dangschat

„Eigentlich begleite ich nur meine Frau. Die ist Autorin." Peter Dangschat (78) sitzt neben dem Gespräch seiner Frau, besieht sich die Bücherwand, greift zu. „Es ist ein Buch über ‚Unter den Linden’. Ich habe ein Leporello davon und wollte sehen, ob es das gleiche ist." Geschichte ist seine große Leidenschaft, vor allem die Zeit vom alten Fritz und Napoleon. Als er noch gut sehen konnte hat er Zinnfiguren entworfen und sie dann gravieren lassen. „So zwei- bis dreitausend Stück sind da schon entstanden." Insgesamt hat er etwa 70.000 Zinnfiguren. Die stehen in seinem Keller in Wolfenbüttel.
„Doch jetzt kann ich ja nicht mehr gut sehen. Darum mache ich jetzt größere Sachen." Jetzt illustriert er die Bücher seiner Frau, die unter ihrem Mädchennamen Renate von Rosenberg schreibt. Seit 52 Jahren sind der HNO-Arzt und die Journalistin verheiratet. Sie haben drei Kinder und sechs Enkelkinder. Einer ihrer Söhne lebt in ihrer Nähe in Braunschweig, die anderen beiden Kinder leben in Berlin.
„Ursprünglich habe ich meiner Frau immer nur die Bücher rausgesucht." Dangschats haben eine sehr umfangreiche Bibliothek. Irgendwann hat er begonnen, zu den Themen seiner Frau zu zeichnen. Und die gerät sofort ins Schwärmen, wenn sie von seinen Illustrationen spricht. „Er ist ein begnadeter Zeichner!"


Leipziger Buchmesse Leon Schütz

Es ist 12 Uhr, Leon Schütz (16) ist auf dem Weg von der Leipziger Buchmesse. Mit seinem Englischkurs hat er die Buchmesse besucht, die Schüler mussten einige Aufgaben lösen. Gefallen hat ihm die Messe sehr gut. „Aber jetzt habe ich schon alles gesehen, was mich interessiert hat." Er besucht die 9. Klasse einer Leipziger Hauptschule. Zurzeit verrichtet er ein Praktikum in einer Verlagsbuchhandlung.
„Von denen habe ich auch das Buch bekommen", Leon Schütz liest ganz vertieft in „1813 Kriegsfeuer" von Sabine Ebert, einem Roman über die Völkerschlacht zu Leipzig. „Eigentlich lese ich jeden Tag." Doch die Schule, sein Mischlingshund, Handball und Freunde brauchen auch ihre Zeit.
Später möchte er sehr gern in einer Buchhandlung oder in einem Verlag arbeiten. „Oder ich werde Altenpfleger! Das gefällt mir auch sehr gut." Beim ‚Boys-Day’ hat er schon mal in einem Altenheim mit angepackt. „Ich bin gern mit Alten zusammen und ich finde auch, dass man sich um sie kümmern sollte. Viele in meiner Klasse sehen das auch so."


Leipziger Buchmesse 12. bis 15. März 2015
Die nächsten Messetermine sind:
17. bis 20. März 2016
23. bis 26. März 2017
Weitere Informationen


Abbildungsnachweis: Alle Fotos Ruslan Hrushchak

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