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Literatur

Bonaviris Bücher bleiben

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(258 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 23. März 2009 um 17:40 Uhr
Bonaviris Bücher bleiben 4.6 out of 5 based on 258 votes.

 

Dem einfallsreichen Romancier, der Geschichten aus der Perspektive von Kindern (Steine im Fluss, 1992), Pflanzen oder Tieren schrieb (La divina foresta), abenteuerliche Mondreisen (Il dormiveglia, 1988) ebenso fesselnd wie weit verästelte Familiensagen zu erzählen wusste (Der Schneider von Mineo u.a.), ist eine Stiftung mit angegliedertem Forschungszentrum in Mineo gewidmet. Seit 1983 hat Bonaviri auch ein sich inzwischen großeuropäisch ausgewachsenes Lyrikprojekt ins Leben gerufen, das unter dem Titel Il libro di pietra – Das Buch aus Stein – Gedichte samt italienischer Übersetzung auf Steintafeln in der Geburtstadt Ciceros, Arpino, nahe Frosinone gelegen, dauerausstellt. Für Deutschland kam 2004 der in Hamburg und München lebende Autor Matthias Politycki nach Arpino. Neben Polityckis in Stein gemeißelten poetischen Beitrag (Bar Fabbrizio, 2006) und Bonaviris eigenem Gründungsgedicht (Il bianchissimo vento, 1984) kann man hier, wenn man durch das 8.000-Seelen-Dorf wandelt, in Arpino an vielen Ecken anhalten oder sich in kleinen gepflegten Grünanlagen auf eine Parkbank setzen, die Landschaft genießen und auf den europäisch beflaggten Marmortafeln die Verse eines französischen, spanischen, englischen, russischen, tschechischen, schwedischen, arabischen, chinesischen, rumänischen oder ungarischen Dichter auf sich wirken lassen. Calvino hatte Recht: Bonaviris Bücher bleiben.

(Dagmar Reichardt ist Professorin für italienische und europäische Literaturwissenschaft an der Universität Groningen und hat u.a. mehrere Studien über Bonaviri und Sizilien publiziert.)

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