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Literatur

Das Weihnachtsverbrechen

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Freitag, den 11. Dezember 2009 um 10:26 Uhr
Das Weihnachtsverbrechen 4.5 out of 5 based on 86 votes.

Er sprang auf und streckte sich. „So, mein Freund – und jetzt bring ich dich nach Hause…“
Axel zog die Augenbrauen zusammen: „Nein! Ich hab dir doch gesagt, ich geh nicht mehr nach Hause! Und überhaupt… Ich dachte, wir gehen jetzt in deine Wohnung und essen Nudeln und Pizza? Oder wollen wir vielleicht in die Dungeons?“
Jan schüttelte den Kopf. „Guck mal, es wird schon dunkel. Deine Eltern machen sich bestimmt Sorgen um dich. Du musst nach Hause. Wenn ich dich mit zu mir nehmen würde, dann könnte man mich noch verhaften, weil man denkt, ich bin ein böser Mann, verstehst du?“
„Das würde nie jemand von dir denken!“, behauptete der Junge. „Du hast so liebe Augen.“
Jan lachte.
„Vielleicht machen wir ja irgendwann mal wieder was zusammen?“, fragte Axel hoffnungsvoll.
„Vielleicht.“ Jan klappte sein Portmonee auf und durchsuchte es. „Taxi können wir uns nicht mehr leisten. Ich hab nur noch Geld für die U-Bahn“, stellte er fest.
Also fuhren sie vom Rödingsmarkt zur Hoheluftbrücke. Inzwischen war es wirklich stockfinster geworden, aber in den Schaufenstern blinkte die Weihnachtsdekoration, die Straßenlaternen leuchteten und in fast allen Fenstern war Licht.
„Freust du dich auf Weihnachten?“, fragte Axel.
„Ich glaube schon. Doch, ja, ich freu mich. Ich hab einen Bruder, weißt du, der wohnt in Lüneburg mit seiner Familie. Eigentlich eine nette Familie. Einer der Jungen ist mein Patenkind. Ich werd da nachher mal anrufen. Vielleicht laden sie mich ein.“

„Hast du keine eigene Frau?“
Jan blieb stehen, weil sie jetzt am Haus der Borges angekommen waren. „Wie? Ach so… Ich hatte eine. Die ist weggefahren. Ich glaube, die war auch nicht gut für mich. Hat mich auf blöde Gedanken gebracht, weißt du. Ja, also – dann hab noch einen schönen Abend. War nett mit dir, Axel.“
„Mit dir auch“, sagte der Junge. „Tschüß, Yaya. Bis bald mal…“
Er öffnete die hohe Gartenpforte und hüpfte über den Gartenweg. Die große Kapuze schwebte wie ein Rucksack auf und ab.
Jan hatte jetzt nicht mal mehr Geld für die U-Bahn. Er brauchte wirklich dringend einen Job, nach diesem teuren Nachmittag. Während er sich auf den Weg zu seiner Wohnung machte lachte er ein bisschen vor sich hin und fing dann an, ein Weihnachtslied zu pfeifen.

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