Neue Kommentare

Matthijs van de Beek zu „Stan & Ollie”. Oder die schmerzliche Seite der Komik : Das klingt wunderbar und wird ganz sicher angesch...
Dr. Frank-Peter Hansen zu Die Wittgenstein-Dekomposition: Frank-Peter Hansens Antwort auf Martin A. Hainz...
NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Und noch einmal zur Goldenen Kamera
Im Fol...

Hans Joachim Schneider zu Tina – das Tina Turner Festival: Was soll aus einem Stück werden, wenn die Dame, ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Reisen

Denver Art Museum: Eine Schenkung der besonderen Art

Drucken
(244 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 07. März 2014 um 10:39 Uhr
Denver Art Museum: Eine Schenkung der besonderen Art 4.3 out of 5 based on 244 votes.
Denver Art Museum: Eine Schenkung der besonderen Art

Es ist die größte Schenkung in der Geschichte des Denver Art Museums (DAM).
Und für Direktor Christoph Heinrich ein Triumph: Öl- und Gast-Tycoon Frederic C. Hamilton (86) vermachte dem Denver Art Museum, das er seit Jahrzehnten fördert und dessen spektakulärer Neubau von Daniel Libeskind seinen Namen trägt, eine hochkarätige Sammlung von 22 impressionistischen Landschaften, darunter Werke von Cézanne, Monet, van Gogh, Pissarro, Renoir und Sisley.
Damit ist Denver in Punkto Impressionisten „on the map“, wie es so schön heißt, spielt zwar (noch) nicht in der Liga von Boston, Chicago und New York, darf aber durchaus behaupten, eine der bedeutendsten Impressionisten-Sammlungen der westlichen USA zu besitzen.

„Wie ein Hund auf der Jagd nach einem Hasen“ hätte ihm Christoph Heinrich, ehemals Leiter der Galerie der Gegenwart in Hamburg und seit 2007 in Denver, in den vergangenen zwei Jahren an den Fersen gehangen, sagte Hamilton, passionierter Jäger und 19 Jahre lang Vorsitzender des DAM-Stiftungskuratoriums, der Denver Post. Ein Satz voller Hochachtung. Wenn man weiß, dass der Großindustrielle die Werke zunächst seinen Kindern versprochen hatte, kann man sich vorstellen, wieviel Beharrlichkeit und Überredungskunst es Christoph Heinrich gekostet hat, die Weichen neu zu stellen. Diese Sammlung für das DAM zu gewinnen, „war sicher eine der wichtigsten Aufgaben für mich während der vergangenen zwei Jahre“, bestätigt der Direktor.

Das Denver Art Museum, mit rund 70.000 Objekten eines der großen enzyklopädischen Museen des Westens, hat seine Schwerpunkte im Bereich indianischer und präkolumbianischer Kunst. Auch „Spanish Colonial“ und „American Western Art“ sind stark vertreten. An europäischer Kunst des 19. Jahrhunderts gab es bislang lediglich „schöne Einzelwerke“. Umso mehr freut Heinrich der Neuzugang: „Die Gruppe impressionistischer Landschaften wird nun zum Kern unserer Sammlung des 19. Jahrhunderts“.

Über die Provenienzen sämtlicher Werke gäbe es keine Zweifel, da seien die Amerikaner ihren europäischen Kollegen weit voraus. Seit ihrer Entstehung seien die Gemälde der Hamilton-Kollektion in privater Hand gewesen, betont der DAM-Chef. Das sei der Grund, warum sie kaum bekannt und „nicht auf allen Kalenderblättern durchgenudelt sind“. Daraus zu schließen, dass sie weniger bedeutend seien, wäre jedoch falsch: „Die vier Monets zeigen dessen Weg vom Gegenstand in die Nähe der Abstraktion. Das Manet-Seebild von 1871 gehört zu den allerersten Bildern, die der Studiomaler und Stadtflaneur ‚en plein air’ am Strand malte“. Und van Goghs „Rand eines Weizenfelds mit Mohnblumen“ aus dem Jahr 1887 sei zwar klein, aber von großem Stellenwert: „Es ist das erste Feld, das nicht nur Bühne für die Bauern ist“.

So eine Sammlung sei nicht nur ein großes Geschenk, sondern auch eine große Verantwortung. „Wir hoffen, die Sammlung noch erweitern zu können, etwa aus der Schule von Barbizon, durch einen neo-impressionistischen Pissarro oder einen frühen Monet – die Liste ist lang, aber ich möchte den Fokus auf der Landschaft lassen, da sie hier im Westen eine so große Bedeutung hat“.

Zunächst einmal plant der engagierte Museumsmann eine eigene Galerie des 19. Jahrhunderts, „in der wir die Geschichte der impressionistischen Landschaft erzählen – von den Vorläufern Courbet, Corot und den Malern von Barbizon, bis zu Monets reifen Bildern“.
Und wo? Was für eine Frage - natürlich im Frederic C. Hamilton Building.


Abbildungsnachweis:
Header: Frederic C. Hamilton Building at the Denver Art Museum. Foto: Jeff Wells. Courtesy of the Denver Art Museum.
Galerie:
01. The four-story El Pomar Grand Atrium in the Denver Art Museum’s Frederic C. Hamilton Building. © by Jeff Goldberg/Esto. Courtesy of the Denver Art Museum.
02. Daniel Libeskind, architect of the Denver Art Museum's Hamilton Building. Courtesy of the Denver Art Museum.
03. Claude Monet, Path in the Wheat Fields at Pourville, 1882. Bequest of Frederic C. Hamilton.
04. Claude Monet, The Seine Near Giverny, 1885. Oil on canvas. Bequest of Frederic C. Hamilton.
05. Pierre Auguste Renoir, Young Woman in a Garden or Woman and Rip on the Grass, about 1916. Bequest of Frederic C. Hamilton
06. Paul Cézanne, A Painter at Work, about 1874-75. Oil paint on panel. Bequest of Frederic C. Hamilton.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Kultur & Management > Denver Art Museum: Eine Schenkung der besonde...

Mehr auf KulturPort.De

Meine 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Meine 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg



Die Terminänderung, die Lange Nacht der Museen in Hamburg in den Mai, anstatt in den April zu legen war eine gute Idee. Denn der Tag war schön, nicht kalt! – [ ... ]



Hamburger Theater Festival: „Heilig Abend“ – ein als Krimi getarntes philosophisches Werk
 Hamburger Theater Festival: „Heilig Abend“ – ein als Krimi getarntes philosophisches Werk



Packendes Kammerspiel mit zwei exzellenten Schauspielern, die nach dem Schlussapplaus strahlten wie nach einem gelungenen Coup: Sophie von Kessel und Michele Cuc [ ... ]



Daniel Garcia Trio: Travesuras
 Daniel Garcia Trio: Travesuras



Ob tosende Akkord-Sturzbäche, Staccato-Piano oder ausufernde Tastenläufe: Zurückhaltung gehört nicht unbedingt zu den musikalischen Qualitäten des spanische [ ... ]



KP Brehmer – „Korrektur der Nationalfarben“
 KP Brehmer – „Korrektur der Nationalfarben“



So berühmt wie seine Kollegen Sigmar Polke und Gerhard Richter ist er nie geworden. Vielleicht war er nicht ehrgeizig genug, vielleicht war er zu…. – ach, m [ ... ]



„All My Loving”. Edward Berger auf den Spuren der „comédie humaine”
 „All My Loving”. Edward Berger auf den Spuren der „comédie humaine”



Mit einem untrügerischen Gespür für die menschlichen Untiefen erzählt Regisseur Edward Berger in „All My Loving” von den Verirrungen und Verletzungen, di [ ... ]



Versuch über den Schwindel
 Versuch über den Schwindel



Schwindel ein Thema der Philosophie? Und dann auch noch im ausgehenden 18. Jahrhundert? Marcus Herz, ein heute nur noch Spezialisten bekannter Autor der Goetheze [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.