Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Kultur, Geschichte und Management

Lauenburger Stipendiaten 2012: Carolin Schreier

Drucken
(94 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 22. Mai 2012 um 09:37 Uhr
Lauenburger Stipendiaten 2012: Carolin Schreier 4.2 out of 5 based on 94 votes.
Lauenburger Stipendiaten 2012: Carolin Schreier

Carolin Schreier studierte zunächst Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und an der Universität Leipzig mit dem Abschluss eines M.A.
Danach begann sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ein Studium für Malerei und Graphik bei Prof. Annette Schröter, das sie 2010 mit dem Diplom abschloss. Seit 2011 studiert sie an der Kunstakademie Düsseldorf in der Fachklasse von Prof. Tal R. In ihren Arbeiten setzt sich Carolin Schreier ironisch zugespitzt mit gesellschaftlichen Strukturen und den Grenzen menschlichen Handelns auseinander. Unter Verwendung von Symbolen verweist sie auf Strukturen jenseits des Sichtbaren.

Für die Eröffnungsausstellung der Stipendiaten-Saison in Lauenburg hat sie 17 mit roter Farbe gedruckte Monotypien im Format A1 zu einer Komposition ohne Titel, vereinigt. Ich habe sie für mich die „Menschverwurstungsmaschine“ genannt. Schreier zeigt einen mäandernden Irrgarten moderner Arbeits- und Lebensräume gezeichnet in dem Menschen auf Knopfdruck reagieren, Schlange stehen, plattgemacht werden, sich kannibalisieren, Bäumen als Nahrung dienen, von fabelköpfigen Lemuren geleitet werden. Darüber wölben sich Horizont-Sphären, die aber den (Aus?)weg nach Oben versperren, eher beschränken als öffnen. Das weckt in mir Assoziationen zum einen an Charly Chaplins „Moderne Zeiten“ vor allem aber an Hironymus Bοschs „Garten der Lüste“ und „Weltgericht“, Nur dass hier das Fegefeuer bereits im Hier und Jetzt, im ausweglosen Alltag stattfindet.

Mario Scheuermann (MS): Woran arbeiten Sie gerade?

Carolin Schreier (CS): Momentan beschäftige ich mich intensiv mit einem eigentlich sehr klassischen Thema, dem Portrait. Schon während des Studiums habe ich mich mit diesem Thema länger auseinander gesetzt. Die damals entstandenen Arbeiten habe ich jedoch nie öffentlich ausgestellt, weil sie in meinen Augen noch unfertig bzw. nicht ausstellungsreif waren. Jetzt bin ich dabei, die Portraits in einer ganz anderen Richtung weiterzuentwickeln und selbst gespannt, was dabei entsteht. Ich experimentiere….Parallel dazu bin ich gerade auf der Suche nach einer Wand, die ich bedrucken/bezeichnen kann, um an meinen Monotypien weiter zu arbeiten.

MS: Wie sind Sie auf das Künstlerhaus Lauenburg aufmerksam geworden?

CS: Eine Ausschreibung im Internet hat mich direkt angesprochen und veranlasst, mich für das Stipendium zu bewerben. Wesentlich für mich war dabei unter anderem der Aspekt, im Künstlerhaus druckgrafisch arbeiten zu können, denn eine Druckpresse steht den Stipendiaten zur Verfügung.

MS: Was erwarten Sie von Lauenburg? Haben Sie eine Vorstellung von der Stadt?

CS: Alle Stipendiaten haben bei einer Vorbesprechung vor Ort die Stadt kennen gelernt. Das Künstlerhaus liegt inmitten der denkmalgeschützten Altstadt, die sehr pittoresk anmutet. Von meinem Aufenthalt in Lauenburg erwarte ich mir vor allem Ruhe und Konzentration zum Arbeiten. Ich denke, dass in Großstädten die Reizüberflutung einerseits und der Lärm andererseits an Kraft und Energie zehren, ohne dass dies immer direkt registrierbar ist. Auch der Austausch mit den anderen Stipendiaten ist mir wichtig.

MS: Werden Sie die ganze Zeit hier leben und arbeiten oder pendeln?

CS: Ja, ich gehe davon aus, dass ich in Lauenburg leben und arbeiten werde. Meine Freunde möchte ich dabei aber nicht vernachlässigen. Mit einigen Düsseldorfer Kunststudenten ist außerdem eine Ausstellung geplant, die ich dann vor Ort mit organisiere.

MS: Gibt es vielleicht schon ein konkretes Projekt, eine Idee?

CS: Ich habe eigentlich immer Ideen, oft sind es zu viele Projekte und Vorhaben, die mich beschäftigen, mehr als ich umsetzen kann. Ich muss mich dann entscheiden, womit ich beginne, was mir nicht immer leicht fällt. Das heißt, ein Konzept habe ich in etwa im Kopf, was dann letztendlich beim Arbeiten entsteht, ist ungewiss.


Der Beitrag wurde veröffentlicht bei: weinreporter.posterous.com
Kultur-Port bedankt sich beim Verlags- und Redaktionsbüro Mario Scheuermann, Lauenburg/Elbe.
Lesen Sie auch die Interviews mit den weiteren Stipendiaten: Katrin Pieczonka

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Kultur & Management > Lauenburger Stipendiaten 2012: Carolin Schrei...

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.