Werbung

Neue Kommentare

Martin Zopick zu „Nocturnal Animals” – Rachethriller als bittere Selbsterkenntnis : Der zweite Film von Tom Ford und der ist gar nich...
Michaela zu „Midsommar”. Die sonnendurchfluteten Abgründe des Ari Aster: Einer der magnetisierendsten Filme, die ich seit ...
Hampus Jeppsson zu „Der Distelfink“. Kühle Eleganz als Metapher für Schmerz: Interessant. Ein sehr guter Roman, dessen Verfilm...
Elvana Indergand zu Snøhetta: Architektur – Landschaft – Interieur: Ich bin begeistert von der Biblioteca Alexandrina...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Kultur, Geschichte und Management

Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum

Drucken
(101 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 18. Oktober 2017 um 08:42 Uhr
Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum 4.2 out of 5 based on 101 votes.
Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum - Adjaye Associates (UK) und AB3D (LV)

2021 wird in Riga das erste Museum für Gegenwartskunst in Lettland und somit ein neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im Baltikum eröffnet. Als ehemalige Kulturhauptstadt (2014) hat Riga zahlreiche Museen zu bieten: Mit knapp 50 Museumsstätten deckt die Stadt eine große Bandbreite von Kunst, Kultur, Geschichte und Wissenschaft ab.

Seeking possibilities for successful dialogue with the audiences influenced by the contexts of globalism, theoreticians are discussing ‘a new genre museum’” (Zitat aus dem Museumskonzept des Latvian Museum of Contemporary Art)

Bereits Mitte 2018 soll das Gebäude des „Latvian Museum of Contemporary Art” (LMoCA) – erst 2016 waren die Gewinner des Architekturwettbewerbs verkündet worden: Adjaye Associates aus England und AB3D aus Lettland – bereits als fertiger Baukörper stehen. Als Standort wurde das aufstrebende Viertel Skanste, konkreter das „Neue Hansa Quartier“ ausgewählt, in dem sich schon seit 2009 eine andere Institution aktueller Kunst, das „kim? - contemporary art center” (Sporta iela 2, Vidzemes priekšpilsēta) befindet. Hier stellten bisher über 150 lokale und internationale Künstler ihre Werke aus. Darüber hinaus dient das „kim?” als Plattform für Lesungen, Seminare, Workshops und Performances, die sich mit zeitgenössischer Kunst, Theorie und sozialen Fragen beschäftigen.

Abseits von Skanste, arbeitet auch schon das Lettische Nationalmuseum an dem Ziel, Gegenwartskunst nach Lettland zu bringen. Seit der Neueröffnung im Mai 2016 legten die Kuratoren den Fokus in den Wechselausstellungen besonders auf Kunstwerke mit gegenwärtigem Bezug. So auch mit der kommenden Ausstellung „NNN”, lettisch „Nosaukumam nav nozīmes”, zu deutsch „Der Name ist bedeutungslos“. In dieser Ausstellung werden seit dem 7. Oktober 2017 Werke von Künstlern unterschiedlicher Generationen zu sehen sein, darunter: Maija Kurševa, Biennale-Künstler Krišs Salmanis (Venedig, 2013), Anta Pence und die 1989 gegründete lettische Künstlergruppe „F5". In einer privaten Institution südlich der Altstadt Rigas ist noch bis zum 5. Novermber eine Ausstellung mit junger israelischer Kunst zu sehen: „Dreams and Dramas“ (lettisch: Sapņi un Drāmas) im Zuzeum Art Center (101 Lāčplēša iela, u.a.O.)

Zusätzlich zu institutionalisierten Einrichtungen findet in Riga seit 2009 das im Baltikum größte Kunstfestival “Survival Kit” statt, das jährlich über 10.000 Besucher anlockt. Das Festival entstand als Reaktion auf die ökonomische Krise 2007 und beschäftigt sich mit Veränderungen in der modernen Welt und sozial relevanten Themen. In wechselnden leerstehenden Gebäuden stellen Künstler ihr eigenes Survival Kit vor. Mit ihren Arbeiten versuchten sie in diesem Jahr, durch Empathie für die Natur ein holistisches Weltverständnis zu entwickeln. Ein vergleichbares Festivalkonzept findet sich auch in Deutschland. Die “ZukunftsVisionen” in Görlitz bespielen seit 2007 Leerstand mit zeitgenössischer Kunst.

Das nächste Highlight folgt im kommenden Jahr, wenn erstmals die “Riga International Biennial Of Contemporary Art” (RIBOCA) stattfinden wird. Sie bietet baltischen und internationalen Künstlern eine Chance, in Dialog mit kulturellen, historischen und sozio-politischen Kontexten der Stadt und dem geographischen Umfeld zu treten. Diverse Orte in der Stadt werden hierfür als Ausstellungsfläche genutzt. Die Gründerin Agniya Mirgorodskaya will mit der RIBOCA nach ihrem Studium in London und St. Petersburg ihrer alten Heimat, dem Baltikum, zu neuer Aufmerksamkeit verhelfen und die Region auch künstlerisch mit dem Rest der Welt stärker vernetzen.

Die bereits bestehenden Veranstaltungen in Riga fördern den kulturellen Austausch, der die Vorfreude auf das Latvian Museum of Contemporary Art steigert. Dort wird die Gegenwartskunst eine neue Plattform erhalten. Mit seinen Ausstellungsräumen erweitert das LMOCA die Reichweite für zeitgenössische Kunst und bietet eine größere Fläche als die bisherigen Galerien in Riga. In Kooperation mit dem lettischen Kulturministerium, der “The Boris and Ināra Teterev Foundation” und der “The ABLV Charitable Foundation” wird mit dem Museum eine Balance zwischen Wechsel- sowie Dauerausstellung geboten. So kann sich die Gegenwartskunst in Lettland entfalten und sich in ihrem neuen Zuhause stetig entwickeln.

Foundation Latvian Museum of Contemporary Art (LMoCA)
Weitere Informationen (in engl.)

Weitere Links zu erwähnten Ausstellungen und Institutionen:
- kim? – contemporary art center
- Ausstellung „NNN” – “Nosaukumam nav nozīmes” (engl.)
- Ausstellung „Dreams and Dramas“ (engl.)
- Riga International Biennial Of Contemporary Art
- Survival Kit (engl.)
- ZukunftsVisionen Görlitz


Die Autoren dieses Beitrags: Marie-Theres Krack, Georg Lehmann, Mariella Röhrl, Verena Stemme, Frauke Ziegler sind Medien- und Kulturmanagement-Studenten der Lettische Kulturakademie in Riga.



Abbildungsnachweis: Alle Architekturaufnahmen: © Adjaye Associates (UK) und AB3D (LV).

Header: Modell des LMoCA
Galerie:
01. Umgebundmodell Skanske
02. Museumsmodell (Abendansicht)
03. Virtualities and Realities, Viktor Timofeev. © RIXC Center for New Media Culture und kim?
04. „NNN“
05. „Dreams and Dramas“

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Kultur & Management > Neues Zentrum für zeitgenössische Kunst im ...

Mehr auf KulturPort.De

Still in the Woods: Flying Waves
 Still in the Woods: Flying Waves



Schon in einer vorangegangenen KulturPort.De-Besprechung zum ersten Album (Rootless Tree) von „Still in the Woods“ kam das bemerkenswerte Potential der Band  [ ... ]



„Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona
 „Halloween“-Opern-Slam im Opernloft Altona



Ein ungewöhnlich schönes Ambiente, ganz erstaunliche Stimmen und ein Spaßfaktor, wie er in der klassischen Musik wohl einmalig ist: Der „Halloween“-Sänge [ ... ]



Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel
 Gottes Wort oder Menschenwerk? Zwei Bücher über die Geschichte der Bibel



Die Bibel, sagt Arno Schmidt irgendwo, sei „ein unordentliches Buch mit 50.000 Textvarianten“. Auch wenn diese Zahl groß klingt – damit hat er gewiss noch [ ... ]



Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer
 Die jungen Jahre der Alten Meister – Baselitz, Richter, Polke, Kiefer



Es war die Zeit, in der die Malerei totgesagt war. Jeder, der sich zur Avantgarde zählte, suchte den Ausstieg aus dem Bild. Jeder? Nein. Vier junge Maler dachte [ ... ]



Christian Frentzen: First Encounter
 Christian Frentzen: First Encounter



Hat Modern Jazz noch eine Zukunft? Oder ist seine Wiederbelebung ein Griff in die Mottenkiste? Nein: Der Kölner Pianist Christian Frentzen zeigt auf seinem Deb [ ... ]



„Alles fließt“ – Oliver Mark, Sibylle Springer und Sonja Ofen in der Gallery Lazarus Hamburg
 „Alles fließt“ – Oliver Mark, Sibylle Springer und Sonja Ofen in der Gallery Lazarus Hamburg



Mia Farrow, Ben Kingsley, Anthony Hopkins – Oliver Mark hat sie alle vor der Kamera gehabt. Jetzt stellt der international renommierte Fotograf mit Sibylle Spr [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.