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Kultur, Geschichte und Management

Affordable Art Fair Hamburg – art with limit

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Montag, den 10. November 2014 um 11:06 Uhr
Affordable Art Fair Hamburg – art with limit 4.4 out of 5 based on 145 votes.
Affordable Art Fair Hamburg

Aus der Idee, Kunst erschwinglich einkaufen zu können und der Keimzelle dessen, was „Will’s Art Warehouse“ in der englischen Hauptstadt initiierte, hat sich die Affordable Art Fair zu einem internationalen finanziellen Erfolgsmodell gemausert.
1996 startet Will Ramsay in seinem Warehouse, 1999 entsteht daraus die erste Affordable Art Fair im Battersea Park in London, 2012 hält die Messe dann auch Einzug in Hamburg.

Zum dritten Mal öffnet die Affordable Art Fair Hamburg ihre Türen; auf dem Messegelände in Hamburg, in diesem Jahr vom 13. bis 16. November. Mit 75 teilnehmenden Galerien ist Wachstum angesagt, bei der Preisbegrenzung nach oben, mit 7.500 Euro, ist das nicht der Fall.

Eine Kunstmesse hat es gewöhnlich in sich, denn es gibt immens viel zu sehen, man trifft auf viele Menschen, tauscht sich kurz aus und ist irgendwann von all dem gesättigt und erschöpft. Nicht umsonst also empfiehlt die Messeleitung sich schon im Vorhinein vorzubereiten, viel Zeit mitzubringen beim Rundgang, zwischendurch Pausen einzulegen und die Galeristen, und wenn vor Ort auch die Künstler, auszufragen. Die Intension ist es, Menschen, die sich bislang nicht oder wenig mit dem Kauf von Kunst beschäftigt haben, den Zugang zu vereinfachen. Doch eines ist Grundvoraussetzung: Wer lediglich mit Investment-Absichten durch den Kunst-Dschungel geht, hat viel verloren. Vielleicht ein gutes Geschäft gemacht, doch wer sich nicht in Kunstwerke verlieben kann, sich emotional angesprochen fühlt, der wird weder den Produzenten von Kunst noch den Werken in irgendeiner Weise gerecht. Dies wäre eher ein Armutszeugnis als ein Kaufgewinn.
Die berechtigte Kritik, Messen seien reine kommerzielle Veranstaltungen, Kunst sei nichts weiter als schnöde Ware, kann jeder einzelne Besucher konterkarieren.

Auf der Emerging Artist-Ausstellung innerhalb der Messe sind Werke dreier junger, noch wenig bekannter Künstler zu finden und sollen Lust auf Entdeckungen machen. Diese Schau wird kuratiert von der Kunsthistorikerin Judith Waldmann. Ihr liegt vor allem die lokale Szene am Herzen: „Die Förderung junger Künstler ist uns hinsichtlich der finanziellen Herausforderungen, denen Galeristen und Künstler gegenüberstehen, besonders wichtig. Hamburgs Kunstszene ist lebendig, ihr wollen wir eine Öffentlichkeit geben“. In diesem Sonderausstellungsteil steht zwischen Künstler und Käufer niemand, so gehen die Erlöse zu 100% an die Produzenten.

Nach eigenen Aussagen kommt die Affordable Art Fair ihrem Ziel, „Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen, mit einem bunten Rahmenprogramm entgegen, das neben dem Spaß an der Kunst auch Expertenwissen vermittelt. So finden in diesem Jahr zum ersten Mal Art Talks statt, in denen hochkarätige Speaker wie Dirk Boll vom Auktionshaus Christie’s kostenlos Einblicke in die Welt der zeitgenössischen Kunst geben. Doch auch die Besucher selbst können in Form von Siebdruckworkshops aktiv werden, die vom Hamburger Künstlerkollektiv „We are Visual“ angeboten werden. Nachtschwärmer wissen bereits, dass Kunst und Musik wunderbar harmonieren. Davon können sich alle Messebesucher am Donnerstagabend während der Late View bis 22 Uhr mit musikalischer Untermalung des DJ Kollektivs „Lovegang“ überzeugen“.

Das der Messe auch viel Kritik entgegenschwappt ist nicht unverständlich, weil es teilweise an Qualität zu Wünschen übrig lässt und zudem einem schnell die Übersicht abhanden kommt, aber es ist auch nicht tragisch. Sowohl die Kunst selbst als auch die Künstler halten das aus, denn alles geschieht hier auf freiwilliger Basis, niemand wird dazu gezwungen auszustellen, teilzunehmen oder den Parcours zu durchdringen. Und die Menschen teilen sich wie an anderen Orten auch in Liebhaber und Ablehner. Eines darf man sowieso auf Messen nicht erwarten: durchgehend hohe, stringente Qualität – es gibt bestimmt kein dauerhaftes Bleiberecht für Werke in der Kunstgeschichte, die sich auf der Basis eines kommerziellen Verkaufsereignisses generieren. Dennoch kann jeder auf der Affordable Art Fair einem Kunstwerk erliegen – es kaufen und es an einen schönen Platz zu Hause präsentieren!

Affordable Art Fair Hamburg
13. - 16. November 2014
Messe Hamburg
Eingang Halle A3
Tor A3. Der Eingang ist vor Ort mit pinken Fahnen gekennzeichnet.

Öffnungszeiten:
Donnerstag, 13. November 11-18h und Late View 18-22h, Freitag, 14. November 11-20h Samstag, 15. November 11-18h, Sonntag, 16. November 11-18h.
Einlass:
Vernissage: Nur mit Einladung
Donnerstag Late View: 20 € / ermäßigt 17 €
Erwachsener: 15 € / ermäßigt 12 €
Kinder unter 16 Freier Eintritt
Ermäßigte Tickets für Rentner, Studenten, Behinderte und Erwerbslose. Bitte weisen Sie sich am Eingang mit dem entsprechenden Dokument aus.
Weitere Informationen: www.affordableartfair.com


Abbildungsnachweis:Alle Affordable Art Fair Hamburg
Header: Impressionen Affordable Art Fair Hamburg 2013
Galerie:
01. Plakat der Affordable Art Fair Hamburg 2014
02. Blick in die Messehalle.
03. Kuratorin Judith Waldmann
04. Paul Kessling: FloraRock1, oil on board, 64x97cm. Courtesy: Cube Gallery London
05. Richard Heeps: Jersey Girls, 2013, Fotografie. Courtesy: Bleachbox
06. Monika Smyla: Herta Müller, 2012, oil on canvas, 30 x 20cm. Courtesy: Socato Art Gallery.

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