Neue Kommentare

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019

Kunsthandwerk, Grafik & Design
Kultur: Der Ornitologe der Kunst: Johann Friedrich Naumann

Niemand hat unser Bild der Vögel so geprägt wie der Ornithologe Johann Friedrich Naumann (1780-1857), ein Landwirt, der sich der Vogelkunde verschrieb und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum wohl bedeutendsten Vogelmaler Europas avancierte.
Anders als sein amerikanischer Zeitgenosse John James Audubon (1785-1851), dessen Werke heute kaum noch bezahlbar sind, ist Naumann jedoch fast vollständig in Vergessenheit geraten.

Selbst in der „Birdwatcher-Gemeinde“ kennt kaum noch jemand seinen Namen, geschweige denn seine akribisch genauen handkolorierten Stiche, die man mit ein wenig Glück noch heute auf Flohmärkten für wenig Geld erstehen kann. Aber sicherlich nicht mehr lange. Vor einigen Jahren nämlich lernte der Verleger und Vogelliebhaber Arnulf Conradi das Werk des verkannten Genies im Köthener Schloss (Sachsen-Anhalt) kennen und machte es sich zur Aufgabe, die wissenschaftliche Leistungen, insbesondere die hervorragenden Zeichnungen zur zwölfbändigen „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands“, mit einem Bildband und einer Ausstellung wieder in das Gedächtnis der Öffentlichkeit zu rufen.
Im Hamburger Jenisch Haus sind derzeit erstmals „Die Vögel Mitteleuropas Aquarelle von Johann Friedrich Naumann“ zu sehen, eine beeindruckende Schau in zwei Etappen mit insgesamt 130 Leihgaben aus der Köthener Sammlung – darunter auch die großartige Bussard-Studie (Foto), in der Naumann den Vogel unerhört lebendig in der Bewegung eingefangen hat.

Aus konservatorischen Gründen und um den Besuchern eine möglichst breite Vielfalt der Naumann`schen Aquarelle zu zeigen, werden die bisher präsentierten Arbeiten gegen 80 weitere Werke ausgetauscht. Aus diesem Grund muss die Ausstellung „Die Vögel Mitteleuropas“ vom 16. August bis 20. August 2011 geschlossen bleiben.

Am 21. August findet anlässlich der Neueröffnung der Ausstellung ein Tag der offenen Tür im Jenisch Haus statt.
Bis zum 30.10.2011, zu sehen im Jenisch Haus, Baron-Voght-Straße 50, geöffnet: Di-So 11-18 Uhr,
Eintritt 5 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren frei.
Alle Infos und Vorträge zum Thema unter Jenisch Haus

Abbildungsnachweis:
Header: J.F. Naumann: v.l.n.r. Mittelsäger; Rauchfußkauz; Schwarzspecht © Foto: Tobias Buddensieg
Galerie: 
1. Kibitzregenpfeifer
2. Waldkautz
3. Mäusebussard
Alle Fotos © Isabelle Hofmann

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Mehr auf KulturPort.De

Das Leben eines der eigenwilligsten Maler des 20. Jahrhunderts schildert Eberhard Schmidt in einer guten Biographie. Franz Radziwill (1895-1983) war als junger...

„Für mich fühlt sich Home wie die Fortsetzung desselben Buchs an... Es war gewissermaßen der Anfang, das klangliche Vorwort für die eigentliche Geschichte. Und...

„Mi casa tu casa“ lautet der Titel vom soeben erschienenen Buch von Franz Maciejewski über das Leben, Wirken und die Liebe zur Kunst des Berliner Galeristen Folker...

Ein Musiker findet zu sich selbst. Auch so hätte eine mögliche poetische Überschrift zu diesem Artikel lauten können. Pascal Schumacher, luxemburgischer...

Nachdem aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie sämtlichen Kirchen geschlossen hatten, dürfen die Gotteshäuser nun wieder öffnen. Gläubige haben somit die...

Die Robbe & Berking Werft lädt zu einer ungewöhnlichen Ausstellung ein. Theater-Livestream, Konzert-Livestream, Poetry-Slam-Livestream. Oliver Berking,...


Home     Blog     Kolumne     Reisen     NewsPort     Live

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.