Neue Kommentare

Peter Schmidt zu Hamburger Autorenvereinigung: Erinnern und Gedenken – zum 27. Januar 2014: Stadthaus- Gedenkstätte? Da fragt man sich heute...
Lothar Hamann zu „Cold War – Der Breitengrad der Liebe” - Oder die Magie einer schwarzen Leinwand: GEWINNER DES EUROPÄISCHEN FILMPREISES 2018!...
Rafael Gunnarsson zu „Climax”. Die unwiderstehlichen Abgründe des Gaspar Noé: Zeit, Bild und KulturPort sind sich alle einig? D...
Cornelie Müller-Gödecke zu 100 Jahre Lettland: Handschuh-Daumen hoch: Danke für diesen Artikel!
Und Danke für...

Herby Neubacher zu Peter de Vries – Hut- und Urnenhüllen-Macher: Mal auf die Website des Hutmachers geguckt? 500 E...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Grafik & Design

Die Kunst Schmuckstücke zu fertigen – Babette von Dohnanyi

Drucken
(88 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 27. April 2018 um 07:12 Uhr
Die Kunst Schmuckstücke zu fertigen – Babette von Dohnanyi 3.8 out of 5 based on 88 votes.
Die Kunst Schmuckstücke zu fertigen – Babette von Dohnanyi

Der Vater ein bekannter Politiker, der Onkel ein international renommierter Dirigent. Man sollte meinen, auf Babette von Dohnanyi (52) würde ein enormer Erfolgsdruck lasten. Was für ein Irrtum.
„Die Familie hat mich nie so sehr beeinflusst“, sagt die sympathische Schmuckkünstlerin trocken. Sie ist stolz darauf, ihren eigenen Weg gegangen zu sein. Ohne „Vitamin B“. Dafür mit unerhörter Hartnäckigkeit.

Seit 2016 ist Babette von Dohnanyi Mitglied der AdK Hamburg (Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks). Doch in der Hansestadt trifft man die Künstlerin leider nur recht selten an. Die meiste Zeit lebt die gebürtige Münchnerin, die ihre Kindheit und Jugend in Köln verbrachte, in Florenz. Seit Babette von Dohnanyi 1990 ihr Diplom als Goldschmiedin bei dem bekannten Florentiner Goldschmidt und Bildhauer Bino Bini ablegte, ist sie in diese Stadt verliebt. Nach ihrem Gesellenbrief als Silberschmiedin in Neugablonz ging sie 1994 nach Italien zurück und baute dort eine eigene Werkstatt auf. Vier Jahre später, auf einem Seminar bei Giampaolo Babetto in Salzburg, entwickelte sie dann die kristallinen Strukturen und die charakteristische Form des Pentagons, das seitdem ihr Markenzeichen geworden ist.

Der puristische Schmuck von Babette von Dohnanyi ist kein „Schmuck“ im üblichen Sinne! Er ist nicht gefällig. Er ist nicht lieblich und auch nicht das, was man hinlänglich unter „schön“ versteht.
Er wirkt mitunter vielmehr so sperrig, wuchtig und kantig wie ein aus dem Steinbruch gehauener Brocken. Dabei erschließt sich nicht unmittelbar, aus was für einem Stoff diese monochromen, zumeist fünfeckigen kristallinen Körper überhaupt sind. Ist es ein Mineralgemenge aus Erz, ist es bemaltes Holz oder beschichtetes Silber? Oder sind es synthetische Mineralien?
Alles ist richtig. Babette von Dohnanyi arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien, auch mit Jet, diesem fossilen schwarzen Schmuckstein, der im 19. Jahrhundert als Trauerschmuck so populär war.

Die ungewöhnlich große Bandbreite an Materialien, mit denen die Bildhauerin unter den deutschen Schmuckkünstlern experimentiert, ist zweifellos kennzeichnend für ihren Schmuck. Aber sie ist nicht das wichtigste Charakteristikum.
Das, was diese facettenreichen „Skulpturen en miniature“ so faszinierend macht, ist vielmehr ihre ganz besondere Aura – und die ist von fast magischer Kraft.
Vielleicht liegt der Grund darin, dass diese kleinen Kunstwerke gleichermaßen dem Makro- wie dem Mikrokosmos verbunden sind. Dass die überwiegend fünfeckige Struktur gleichermaßen an Moleküle, an die Grundbausteine des Lebens, erinnert, wie an Vorlagen für kolossale Bauten. Modelle für architektonische Formen, wie sie ähnlich visionär beispielsweise der geniale Dänische Architekt Bjarke Ingels entwirft.
Keine Frage - die kompakten Broschen Babette von Dohnanyis haben eine bestechende bildhauerische Qualität. Und einige erscheinen unerhört geheimnisvoll – wie Stücke von einem Meteoriten, die von fernen Planeten und Galaxien künden.

Babette von Dohnanyi

Weitere Informationen zu Babette von Dohnanyi

Abbildungsnachweis:
Header: collana blu sky, silver (ag 925), thermal-glas
Galerie:
Ringe, Broschen, Armreifen, Ketten aus den Jahren 2009 bis 2017. Alle Fotos © Babette von Dohnanyi
Portrait Babette von Dohnanyi. Foto: Isabelle Hofmann

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Grafik & Design > Die Kunst Schmuckstücke zu fertigen – Babe...

Mehr auf KulturPort.De

Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam
 Eva Besnyö – Photographin. Budapest, Berlin, Amsterdam



„Als vielleicht geschichtlich bedeutendste, sicher professionellste ungarische Fotografin, die in der Weimarer Republik sowohl durch Moholys „Neues Sehen“  [ ... ]



Bernd Meiners – Fotografie und Film
 Bernd Meiners – Fotografie und Film



Wenn man sich die biographischen Daten des Kameramanns und Fotografen Bernd Meiners anschaut, so erhält man schnell ein recht klares und präzises Bild der Pers [ ... ]



Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben
 Saskia Henning von Lange: „Hier beginnt der Wald“ – ein Roman so mehrdeutig wie das Leben



„Hier sitzt er und würde doch lieber woanders sitzen“, so beginnt das dritte Buch der 42jährigen Autorin Saskia Henning von Lange. Der Mann befindet sich h [ ... ]



„Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit
 „Capernaum – Stadt der Hoffnung”. Nadine Labaki und die Wiederentdeckung der Kompromisslosigkeit



Beirut. Das Alter von Zain (Zain al Rafeea) wird auf zwölf Jahre geschätzt, genau weiß es keiner. Der schmächtige magere Junge sieht viel jünger aus, aber d [ ... ]



„Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“
 „Margiana – Ein Königreich der Bronzezeit in Turkmenistan“



„Margiana“ – hört sich an wie der Titel eines neuen Fantasyfilms. Dabei ist es eine so gut wie unbekannte Zivilisation in Zentralasien 2300-1700 v. Chr.,  [ ... ]



Michael Wolf: Life in Cities
 Michael Wolf: Life in Cities



Kunst oder Dokumentation? Diese Frage erübrigt sich angesichts der fantastischen Fotografien und Installationen von Michael Wolf. Erstmals in Deutschland zeigen [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.