Neue Kommentare

Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...
Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Grafik & Design

Pure Gold – Upcycled! Upgraded!

Drucken
(86 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 03. November 2017 um 09:58 Uhr
Pure Gold – Upcycled! Upgraded! 3.6 out of 5 based on 86 votes.
Pure Gold – Upcycled! Upgraded!

Altkleider, Schrott, Plastikmüll – für viele Kreative wertvolle Rohstoffe, (fast) so kostbar wie Gold. „Pure Gold. Upcycled! Upgraded“ heißt deshalb auch die Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa), in der sich alles um die Wiederverwendung und Aufwertung von Abfall dreht. Die Design-Schau zum 100jährigen Bestehen des ifa feierte ihren Auftakt jetzt im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Ab Februar 2018 tourt sie dann für zehn Jahre um die Welt.
Die Zeiten sind vorbei, in denen wir gedankenlos produzieren können. Insbesondere im Bereich Design, der Branche mit „eingebautem Verfallsdatum“, wie Kurator Volker Albus erläuterte.

Wohl wahr! Gerade erst beendete die Arbeitsgemeinschaft der Kunsthandwerker (AfK) Hamburg im Reinbeker Schloss ihre Schau über Nachhaltigkeit und Upcycling mit einem Symposium.
Nun führt die von Elke aus dem Moore organisierte ifa-Ausstellung auf internationaler Ebene vor Augen, wie virulent das Thema ist. Die 53 jungen Kreativen aus aller Welt (kuratiert von sieben KuratorInnen aus vier Kontinenten) zeigen die ganze Brandbreite des Upcycling – von einfachen Stühlen aus Ölfässern (Hamed Quattara, Burkina Faso) bis zu artifiziellen Objekten, wie dem Hocker aus Ananaspapier von Suan Kongkhunthian (Thailand). Oder den verspielt-zierlichen und hochherrschaftlich anmutenden Sitzmöbeln ihrer Landsfrau Saran Yen Panya, die ordinäre weiße Plastikkisten mit gedrechselten Holzstuhlbeinen im viktorianischen Stil kombiniert. Auch Brunno Jaharas Objekte sind bestechend einfach und phantasievoll zusammengesetzt: Der Brasilianer baut aus Plastiktellern, -bechern und -schalen, wie sie normalerweise in Ein-Euro-Shops verkauft werden, poppig-bunte Etageren. Memphis lässt grüßen.

Zwei Beispiele von vielen, die nicht nur in ästhetischer, sondern auch in sozialer und finanzieller Hinsicht von der Aufwertung durch Kreativität zeugen. Plastik, das Billigmaterial und Massenprodukt, wird hier gleichsam salonfähig und zum kostspieligen Unikat. Das gilt auch für die extravagante, kugelförmige Lampe von Paul Cocksedge. Der Brite verformt unter Hitze die weißen Trinkbecher, die überall zu haben sind und nach einmaligem Gebrauch millionenfach im Müll landen. Dicht an dicht setzt er die amorphen Formen in Handarbeit zusammen – zu Einzelstücken im vierstelligen Bereich. Sehr viel preisgünstiger sind da die bezaubernd schönen „Paper Table“ einer kleinen Kooperative aus Vietnam, die das Karlsruher Designer-Duo Gompf + Kehrer fair vertreibt. Die kegelstumpfförmigen Sockel bestehen aus geschichtetem Altpapier, die Platte aus Glas. Ein Spitzenprodukt: Klasse Design, robust und ein Hingucker in jedem Raum.

Pure Gold – Upcycled! Upgraded!
Noch zu sehen bis 21. Januar 2018 im Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz 1, 20095 Hamburg

Digitale Plattform zum Projekt: puregold.ifa.de

Beteiligte Designerinnen, Designer und Designbüros:
56thStudio / Saran Yen Panya, Massimiliano Adami, Volker Albus, David Amar, Yuttana Anothaisintawee, Association for the Protection of the Environment (A.P.E.), Jean-Marc Attia, Marjan van Aubel & James Michael Shaw, Bär + Knell, Roswitha Berger-Gentsch, Sandra Böhm, breadedEscalope, Fernando Brízio, Luján Cambariere/Colectivo Ático de Diseño, Cheng Biliang, Paul Cocksedge, Matali Crasset, Laetitia de Allegri & Matteo Fogale, Piet Hein Eek, El Ultimo Grito, Juli Foos, Gompf + Kehrer, Breg Hanssen, Brunno Jahara, Laura Jungmann & Cornelius Réer, Junk Munkez, Tobias Juretzek, Dhara Kabaria/ studio Alternatives, Khmissa, Saruta Kiatparkpoom, Silvia Knüppel, Suwan Kongkhunthian, Dirk Vander Kooij, Jakob Landes, Ramón Llonch/Artlantique, Mieke Meijer, Waltraud Münzhuber, Hamed Ouattara, Micaella Pedros, Piratas do Pau/Nelsa Guambe, Sahil & Sarthak, ML. Pawinee Santisiri, Peter Schäfer, Diederik Schneemann, Alafuro Sikoki-Coleman, Avni Sejpal / Studio Avni, Janina Stübler, Domingos Tótora, Up-fuse, Wang Shumao, Wei Minghui, Eggarat Wongcharit und Zhang Han & Sui Hao & Li Hua

Katalog zur Ausstellung, deutsch/englisch, 385 Seiten, 30 Euro

Vimeo-Video:
Pure Gold - Trailer


Abbildungsnachweis:
Header: Khmissa, Rubber Stool R1, 2005, Gummi aus recycelten Reifen, Holzkorpus, Schaumstoffschicht auf Oberseite, Farben: Kupfer, Silber, Schwarz, Gold, H 40 cm, Ø 40 cm, © Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa), Foto: Frank Kleinbach
Galerie:
01. Blick in die Ausstellung. Foto: Anja Beutler
02. Junk Munkez, Knit-Knacks, Waschmaschinentrommel-Hocker, 2012, © Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa), Foto: Frank Kleinbach
03. David Amar, Raymond table, Tisch, (2010) Neuauflage 2015, Beine aus Aluminiumguss, Eschenholz, 42x125x100cm, © David Amar Studio
04. Blick in die Ausstellung. Foto: Anja Beutler
05. Diederik Schneemann, Flip Flop, Tischaufsteller, 2011, Recycelte Flip-Flops, 25x30x30cm, © Diederik Schneemann, Foto: Martin Minkenberg
06. Breg Hanssen, Breg Hanssen, Framed cabinet, 2011, Paneele aus NewspaperWood; Stahlrahmen, pulverbeschichtet in RAL 5012, 104x84x46cm, © Vij5
07. Blick in die Ausstellung. Foto: Anja Beutler
08. links: Massimiliano Adami, Fossili Moderni, Raumteiler, 2006, Holzrahmen, Polyurethanschaum, Kunststoffobjekte, 191x110x48cm, © Massimiliano Adami; rechts: Piratas do Pau, Mulher-Woman, Regal, 2016, Recycelter Warmwasserbereiter, 150x34cm, Serie: Senkrechte Weinregale, © Nelsa Guambe
09. Blick in die Ausstellung. Foto: Anja Beutler.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Grafik & Design > Pure Gold – Upcycled! Upgraded!

Mehr auf KulturPort.De

Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918
 Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918



Zehn Tage dauerte der Aufstand. Gemeint ist der Matrosenaufstand in Kiel. Der Aufstand brach Ende Oktober 1918 auf den Schiffen der Hochseeflotte vor Wilhelmshav [ ... ]



Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli
 Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Lana Cenčić: Sama
 Lana Cenčić: Sama



Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ [ ... ]



Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater
 Die Liebe stirbt zuletzt. „Orpheus – eine musische Bastardtragödie“ begeistert im Hamburger Thalia Theater



Mit einem berauschend sinnlichen, wunderbar poetischen und philosophischen, dabei total abgedrehten Pop-Techno-Bühnenmärchen begeistert Theatermagier Antú Rom [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.