Neue Kommentare

Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...
yolo 456 zu Die Juden vom Altrhein: man sollte einen artikel erst einmal lesen bevor ...
yolo123 zu Die Juden vom Altrhein: Das jüdische Leben in Deutschland ist vorbei und...
Achenar Myst zu Nils Landgren with Janis Siegel: some other time: Die CD ist ein absoluter Genuss, tolle Auswahl de...
Achim zu Golnar & Mahan – Derakht: Musik, die glücklich macht - Danke !!!...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Grafik & Design

„Holz bewegt“

Drucken
(115 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 06. Mai 2015 um 09:54 Uhr
„Holz bewegt“ 4.4 out of 5 based on 115 votes.
Holz bewegt

Holz lebt, Holz schafft Atmosphäre, Holz hält gesund.
Oder, wie der Norddeutschen Nachwuchswettbewerb „Raum – Möbel – Interieur“ im Museum der Arbeit heißt: „Holz bewegt“. Unter diesem Motto stellen Fachschüler, angehende Tischler und Designer aus Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nun schon zum vierten Mal im Haus am Wiesendamm ihre innovativen Entwürfe vor.

Da ist zum Beispiel der „Stammtisch“ zweier Schüler der Berufsfachschule Holztechnik in Niebüll. Die beiden Talente haben den Begriff wörtlich genommen und eine drehbare Tischplatte auf einen Stamm gesetzt. Eine Seite ist als Stau- und Ablagefläche ausgehöhlt und setzt mit einem Innenleben aus Glas und Stahl einen reizvollen Kontrast zu dem roh belassenen Baumstumpf.

Originalität, hervorragende Verarbeitung und oftmals auch eine gehörige Portion Humor zeichnen alle hier gezeigten Gebrauchsgegenstände aus - doch keiner ist so verblüffend simpel wie die Garderobe „Zeit“: Der Oldenburger Jasper Kreft hat ein rohes Eichenbrett (50 cm breit, 256 cm hoch, 10 cm tief) genommen, drei handgeschmiedete Stahlnägel eingeschlagen und das Ganze der freien Witterung ausgesetzt. Die Nägel rosteten und farbliche Veränderungen im Holz hinterließen Spuren, die das Thema Vergänglichkeit sichtbar machen. Das Objekt erhielt übrigens den Umweltpreis für minimalen Energieverbrauch.

Als kompletten Gegenpol dazu könnte man den phantastischen „Zauberwürfel“ des jungen Tischlermeisters Philip van Tienhofen aus Hamburg bezeichnen. Sein an den „Rubik’s Cube“ angelehntes Möbel ist an technischer Raffinesse und hervorragender Oberflächenbearbeitung nicht mehr zu toppen: Durch Drehen und Drücken bestimmter Felder öffnen sich geheime Fächer und Schubladen, So ein Stück würde jeden Einbrecher zur Verzweiflung bringen (wenn er denn überhaupt auf die Idee käme, dass dieses Kunstobjekt noch ein Innenleben enthält).
Solche Dinge haben natürlich ihren Preis, doch die Nachfrage nach maßgefertigter, individueller Inneneinrichtung nimmt zu, sagt Wettbewerbsgründer und Ausstellungskurator Johannes Jürgensen. Zwischen Kunsthandwerk, Design und Handwerk mag der engagierte Tischlermeister an der Gsechs, der Beruflichen Schule Holz, Farbe, Textil in Hamburg nicht unterscheiden. Die Leistungsschau des Tischlernachwuchses solle vielmehr neue Impulse geben und das breite Spektrum des holzverarbeitenden Gewerbes repräsentieren.

Dementsprechend facettenreich ist die Palette der rund 50 Museumsstücke: Von Lampen, Tischen, Stühlen, Regalen und Liegen bis zu Holzschindeln für den Außenbereich ist alles dabei. Und die Schindeln ersetzten sogar noch das Xylophon.
Wer schöne Dinge liebt, wird in dieser Ausstellung garantiert fündig.

„Holz bewegt“ ist noch bis zum 7. Juni 2015, im Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, in 22305 Hamburg zu sehen.
Am 8. und 9. Mai finden auf dem Museumshof die „Tage des Holzes“ statt. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: Montag 13-21 Uhr, Dienstag bis Samstag 10-17 Uhr, Sonntag und Feiertags 10-18 Uhr.
Weitere Informationen
Homepage "Holz bewegt"


Abbildungsnachweis:
Header: Spielzeug: Nuno der Einsiedlerkrebs. Foto: Marc Zimmerhackl
Galerie:
01. Plakatentwurf für Wettbewerb "Holz bewegt"
02. Ruhemöbel Spånde. Anne Caspelherr u.a. Flensburg. Foto: Lena Jürgensen
03. Ausstellungskurator Johannes Jürgensen von Klangschindelwand. Foto: Isabelle Hofmann
04. Gartenbank von Erhardt Ratman Jordan, Hamburg. Foto: Lena Jürgensen
05. Johannes Jürgensen mit "Zauberwürfel" von Philip van Tienhofen, Hamburg. Foto: Isabelle Hofmann.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Grafik & Design > „Holz bewegt“

Mehr auf KulturPort.De

Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte
 Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte



Auch heute noch geschehen beglückende Wunder: Mit 80 Jahren veröffentlichte die 1923 in Wien geborene Ilse Helbich ihren ersten Roman unter dem Titel „Schwal [ ... ]



Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National
 Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National



Thierry! – allein sein Vorname löst in Luxemburg schon entzücken aus und wird mit der Addition von „National“ zum Kult. In Deutschland und Österreich fr [ ... ]



„Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls
 „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls



Samuel Moaz kreiert mit dem Antikriegsdrama „Foxtrot” einen atemberaubenden ästhetischen Kosmos: zornig, visuell kühn, emotional hochexplosiv, oft grausam, [ ... ]



Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“
 Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte: „Der Vorname“



Das Stück brillant, die Schauspieler große Klasse, die Inszenierung rundum gelungen und der kleine Saal der Komödie Winterhuder Fährhaus restlos ausverkauft. [ ... ]



Vergessen und wiederentdeckt: „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“
 Vergessen und wiederentdeckt: „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“



Der Titel der Ausstellung „Im Nacken das Sternemeer“ verweist auf das Buch mit Texten von Ludwig Meidner, das 1918 in Leipzig erschien. Meidner (1884-1966),  [ ... ]



Trio Elf & Marco Lobo – und die „Música Popular Brasileira“
 Trio Elf & Marco Lobo – und die „Música Popular Brasileira“



Die brasilianische Liedkunst – die dort den Status von Popmusik hat – nennt sich pragmatisch „Música Popular Brasileira“. Den Musikern des Trio Elf, Wal [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.