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Fotografie

"Literacy as Freedom" - Eine Fotografieausstellung zum Thema Analphabetismus

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Donnerstag, den 13. August 2009 um 18:30 Uhr
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"Literacy as Freedom" - Eine Fotografieausstellung zum Thema Analphabetismus

„Litaracy as Freedom“ ist der Titel einer Ausstellung des in Berlin lebenden Fotografen Holger Jacobs.
Der Titel umschreibt nicht nur die Ausstellung in der Hamburger „aplanat Galerie für Fotografie“, sondern auch eine Kampagne der UNESCO, auf die sich der Fotograf bezieht. Außerdem ist dieser für ein „Kunst im öffentlichen Raum“-Projekt des Fotografen in Hamburg übernommen worden, in der HafenCity, präzise, im Überseequartier sollen die Kunstwerke zukünftig entlang des Arkadenwegs an der Osakaallee entstehen.

Bevor man sich den Werken zuwenden sollte, ist es allerdings notwendig Begriffsklärungen vorzunehmen.

Mit dem englischen Begriff "Literacy" (Literalität) der übrigens auch als Fachbegriff in der Pädagogik verwendet wird, werden zunächst die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens bezeichnet. Der Fachbegriff der Pädagogik ist von der OECD übernommen worden und umschreibt noch weiteres: Dieser definiert auch Text- und Sinnverständnis, Erfahrungen mit der Lese- und Erzählkultur der jeweiligen Gesellschaft, Vertrautheit mit Literatur und anderen schriftbezogenen Medien (inklusive dem Internet) sowie Kompetenzen im Umgang mit der Schriftsprache.

Bleibt man zunächst bei der einfachen Konnotation, der Fähigkeit Lesen und Schreiben zu können, dann ist im Titel „Literacy“ verknüpft mit dem Begriff „Freedom“, Freiheit. Die Fähigkeit Lesen und Schreiben zu können ist also eine Bedingung von Freiheit. Gemeint ist damit, dass der Mensch erst durch den Erwerb der Schreib- und Lesekompetenz individuelle Freiheit und Entwicklungsmöglichkeit erhält: Es geht um das Reduzieren des Analphabetismus’. Für uns hier auf der Nordhalbkugel der Erde ist dies fast schon eine Selbstverständlichkeit, wir lernen bereits im Kindesalter Lesen und Schreiben im Kindergarten, in der Vorschule und in der Grundschule. Ein albanisches Sprichwort besagt: „Wer lesen und schreiben kann hat vier Augen“. Mit anderen Worten erweitert sich der Horizont der Menschen schlagartig, sie verdoppeln ihren Erfahrungsschatz, entdecken neue Welten und erleben ungeahnte Möglichkeiten. Sie lernen Zeichen, Zahlen, Worte und Zusammenhänge. Wer lesen und schreiben kann sieht mit vier Augen: nicht nur seine Umwelt in einem neuen Licht, sondern auch die Bestimmung unseres Lebens, die wir nur dann erfahren, wenn wir mit einem zweiten Augenpaar hinter die Dinge zu schauen lernen.

800 Millionen Menschen auf dieser Erde sind laut Aussage der Vereinten Nationen (UNESCO) Analphabeten. Eine erschreckend hohe Zahl. Das sind zehnmal mehr Menschen, als in Deutschland leben! Schaut man sich die Weltkarte des Analphabetismus an, so sind insbesondere Länder in Afrika, Asien und Zentral- sowie in Südamerika betroffen. Aber auch bei uns in Europa leben viele Menschen ohne die Fähigkeit richtig Lesen und Schreiben zu können.

Selbst in Deutschland gibt es Analphabeten und Semi-Analphabeten – immerhin geschätzte 4 Millionen Menschen sind es in dieser Republik.

Holger Jacobs hat sich jedenfalls seit Jahren diesem Thema fotografisch angenommen. Er begleitet quasi die Dekaden-Kampagne der UNESCO, die 2003 startete und zunächst bis 2012 dafür sorgen soll, dass immer weniger Menschen auf die Grundfähigkeiten jedweder Bildung verzichten müssen.


 
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