Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Film

Der Solist

Drucken
(257 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 30. September 2009 um 10:20 Uhr
Der Solist 4.6 out of 5 based on 257 votes.
Filmfest Hamburg: Der Solist mit Jamie Foxx, Robert Downey Jr.

"Der Solist" ist eine faszinierende Geschichte über die Begegnung zwischen dem Journalisten Steve Lopez und dem Musikgenie Nathaniel Anthony Ayers, gespielt von Hollywood-Schauspieler Robert Downey Jr. und Oscarpreisträger Jamie Foxx.

Es ist jener Stoff über menschliches Verhalten, der verleitet einen kitschigen, rührseligen und tränenreichen Film zu produzieren. Ein Journalist möchte einem Obdachlosen helfen, ihm aus seiner vermeintlichen Misere herausholen, die Welt besser machen als sie ist. Dass das Leben aber viel komplexer und auch komplizierter ist und sich die Frage stellt: "Wer hilft hier wem?" choreografiert sich meisterlich durch die knapp 2 Stunden auf der Leinwand. Joe Wright, der Regisseur, ist kein Solist, er hat ein ebenso meisterliches Team an seiner Seite und zwei Hauptdarsteller, die so brillant sind, das man ihnen alles abnimmt, was sie uns vorspielen: Steve Lopez (Robert Downey Jr.), Zeitungskolumnist der LA Times, trifft in den Straßen von Los Angeles durch einen Zufall das ehemalige Wunderkind der klassischen Musik Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx). Mit viel Verständnis, Geduld und durch die Kraft der Musik versucht Lopez, dem schizophrenen, obdachlosen Cellisten wieder eine Perspektive zu geben und ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen. Dabei entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft, die das Leben der beiden Männer vollkommen verändert.
Und auf Kitsch wird weitgehend verzichtet.

Ein schizophrener, obdachloser Musiker, der auf der Straße lebt, in Hauseingängen nächtigt und in einem Einkaufswagen seine Habe herumfährt, was hat der schon zu bieten? Viel! Wenn man denn es versteht, zu verstehen. Dass der nach Müll aussehende Inhalt des Einkaufswagen für den Obdachlosen wertvoll ist, weil die Utensilien das Überleben sichern. Wenn man versteht, dass es auch bei Obdachlosen den Begriff der Freiheit gibt und wenn man begreift wie behutsam eine Freundschaft und Vertrauen aufgebaut werden muss. Genau das ist das Menschliche an dem Film, der ohne erhobenen Zeigefinger für das Publikum auskommt. Den erhobenen Zeigefinger gibt es lediglich an zwei Stellen innerhalb der Filmgeschichte und sie sind so dezent, dass sie nicht unangenehm sind.

Die Dinge verkehren sich, denn Kolumnist Lopez ist in einer Sackgasse angekommen, beruflich wie privat. Der Journalismus und die Situation in seinem Zeitungsverlag ist für ihn unerträglich frustrierend, er erinnert sich nicht mehr daran, was er eigentlich einmal an seinem Beruf liebte.  Und seine Ehe ist aus dem gleichen Grund gescheitert. Er macht das, was viele in der Situation machen: Er geht spazieren, er denkt nach, ist aufmerksam auf der Suche nach einer neuen Story. Er ist wie der Träumer in Jean-Jaques Rousseaus "Phantasien eines einsamen Spaziergängers", bewegt sich langsam und bedächtig durch den Stadtraum, sitzt und beobachtet die anderen Geschwindigkeiten. Er ist auf sich selbst zurückgeworfen und muss mit sich selbst klar kommen. Außer einem Kaffeebecher in der Hand, nimmt er nur sich selbst mit.

Das Umherwandeln und die Einsamkeit in der großen Metropole Los Angeles brechen in dem Moment ab, als er allmählich eine Aufgabe in sich spürt. Die Aufgabe einem kranken und verstörten Mann zu helfen, der eine Violine mit nur zwei Saiten spielt. Das er selbst ein kranker und verstörter Mann ist, muss er erst langsam erkennen. So hilft die Begegnung mit dem umherziehenden obdachlosen Musiker ihm selbst mehr als das zu vermuten und erwarten gewesen wäre. Er, Lopez, erkennt was Freundschaft ist, wie behutsam man diese nicht nur aufbauen, sondern auch verständnisvoll pflegen muss. Er erkennt was Freiheit sein kann. Und auch für Ayers ist die freundschaftliche Verbundenheit ein Halt, denn sie bringt ihm die Musik zurück, das Spielen seines Instruments, des Cello. Und das tut er benadet, vor allen seinen Beethoven. Die Musik bringt die beiden Männer zueinander, die Musik verbindet sie und trägt uns durch den Film.



 
Home > Blog > Film > Der Solist

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.