Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli: Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Wasc...
Patrick Dissinger zu „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls: Ein exzellenter, sehr kluger Film. Danke für den...
erlenmeier zu Historische Tankstellen – auf Spurensuche in Hamburg : Ich arbeite seit vielen Jahren beim Forum geschic...
Bartholomay zu Berliner Mauer 57. Jahrestag: Gedenkfeier ? Um von ihren Taten gegen die ehemal...
Herby Neubacher zu Eindringlicher Holocaust-Roman von Affinity Konar: „Mischling“ – keine leichte, aber lohnende Lektüre: Das hat uns jetzt eigentlich noch gefehlt - Erinn...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Film

Watch the Sound - Listen to the Movies

Drucken
(222 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 20:02 Uhr
Watch the Sound - Listen to the Movies 4.5 out of 5 based on 222 votes.
27. Mai 2009, Rothenbaumchaussee.

Ein Beitrag zum nicht ganz unkomplizierten Verhältnis von Film und Musik: Im großen Hörsaal des Völkerkundemuseums diskutierten zwei Komponisten, zwei Filmproduzenten (ein Männchen und ein Weibchen) sowie ein Alleskönner (im besten Sinne), nämlich Tom Tykwer, über ‚den Mehrwert von guter Filmmusik’.

 

Das Interesse an dieser Veranstaltung war so groß, dass die überraschten Veranstalter – die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der Composers Club e.V. – hastig noch einige Namensschildchen zum An-die-Brust-Heften herstellten, um sorglose Nichtangemeldete, die den Andrang zum Event unterschätzt hatten, ehrlich zu machen. Schließlich saßen etwa zweihundert Zuhörer erwartungsvoll in der Arena.
 

John Groves, Musikproduzent und Vorsitzender des Composers Clubs, umriss in seiner Einleitung das Dilemma, um das es geht. Es scheint fast die Regel zu sein, dass beim der Herstellung eines Films ziemlich zum Schluss plötzlich der Gedanke aufkommt: Oh, wir brauchen ja auch noch Musik - um dann für diesen Punkt das Budget zu kürzen. Komponisten seien zudem meist ruhige, bescheidene Wesen, die im stillen Kämmerlein arbeiteten. Groves hielt gerade für sie die Devise ‚Tu Gutes und rede drüber’ für bedeutend sinnvoller. Er seinerseits wünschte sich die Musik an erster Stelle – wenigstens für diesen Abend.
 

Nach ihm sprach Tom Tykwer sein kleines Vorwort. Der Mann ist von Geburtsrecht Regisseur, Leiter, Kapitän. Er muss eingreifen, wo etwas nicht stimmt – so springt er auf, um den umgekippten Kragen von John Groves mal eben zurechtzuklappen und biegt später flink Lars Büchels Mikrophon, das sich nicht in Mundhöhe befindet, mit einem langen Arm in die perfekte Position.
 

Tykwer redete präzise, amüsant und leider so schnell, dass man’s gern gestoppt und noch mal gespielt hätte. Er beklagte, dass die eine Filmmusik häufig das mehr oder weniger eindeutige Imitat einer anderen sei, einfach, weil die woanders bereits funktioniert hat. Verantwortlich dafür sei die Angst der Macher (Regie und Produktion) vor der Masse, eine panische Unsicherheit über die erfolgreiche Vermarktung - der Gral allen Filmkönnens.
 

Falls es eine Szene gäbe, von der niemand so recht weiß, wie sie im Kontext zusammenhängt oder in der das Schweigen überhand nimmt, käme gern der Tipp: „Ach, da legst du einfach Musik drüber!“ Das klingt, findet Tykwer, nicht nur pornografisch, das ist es auch: Wie vom Zuhälter gezwungen muss die Komposition sich auf jede beliebige Szene ‚legen’, sie bekommt ihre Chance, wenn im Bild gerade nichts los ist, sie stopft die Lücken, anstatt integraler Bestandteil zu sein.



 
Home > Blog > Film > Watch the Sound - Listen to the Movies

Mehr auf KulturPort.De

„Carte Blache“ in der Galerie Hengevoss-Dürkop
 „Carte Blache“ in der Galerie Hengevoss-Dürkop



Wann bekommt man schon mal eine Carte Blache – zumal von einer Galeristin? Doch Kerstin Hengevoss-Dürkop hatte volles Vertrauen zu dem belgischen Künstler Va [ ... ]



Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918
 Die Stunde der Matrosen – Kiel und die deutsche Revolution 1918



Zehn Tage dauerte der Aufstand. Gemeint ist der Matrosenaufstand in Kiel. Der Aufstand brach Ende Oktober 1918 auf den Schiffen der Hochseeflotte vor Wilhelmshav [ ... ]



Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli
 Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli



Von solchen Zahlen kann man nicht einmal träumen. Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Waschmaschinenladungen und 12600 Bierdosen wurden in sage und sch [ ... ]



Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads
 Ludwig und Benyamin Nuss: Songs & Ballads



Zwei Instrumente, zwei Musiker – Vater und Sohn – ein Duo-Debüt-Album mit Liedern und Balladen. Zwei die sich verstehen und sich offensichtlich mit musikali [ ... ]



„Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer
 „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm”. Dialektik für Genießer



In „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm” schildert Regisseur Joachim A. Lang die Querelen um jenes nie gedrehte Leinwand-Epos, während er es zugleich [ ... ]



Lana Cenčić: Sama
 Lana Cenčić: Sama



Ein Soloalbum, dass vom ersten Song an besticht. Die Kroatin Lana Cenčić, mit Wohnsitz in New York und beeindruckender Stimme nennt ihre neue Platte „Sama“ [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.