Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 769 Gäste online

Neue Kommentare

Hans-Joachim Schneider zu Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg: Herrrlisch, würde der Rheinländer in mir sagen....
Wajda Art zu „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?: Wir suchen nach Enthusiasten der Kinematographie ...
Manfred Köck zu Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali: schade, dass sie nicht mit ihren stammmusikern un...
Helmuth Barth zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Vorausschicken möchte ich, dass ich neben Bilder...
Anna Grillet zu „Call Me by Your Name”. Die Sinnlichkeit des Luca Guadagnino: Leider nein, kann die bitterböse ästhetisch bri...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Film

Watch the Sound - Listen to the Movies

Drucken
(222 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 20:02 Uhr
Watch the Sound - Listen to the Movies 4.5 out of 5 based on 222 votes.
27. Mai 2009, Rothenbaumchaussee.

Ein Beitrag zum nicht ganz unkomplizierten Verhältnis von Film und Musik: Im großen Hörsaal des Völkerkundemuseums diskutierten zwei Komponisten, zwei Filmproduzenten (ein Männchen und ein Weibchen) sowie ein Alleskönner (im besten Sinne), nämlich Tom Tykwer, über ‚den Mehrwert von guter Filmmusik’.

 

Das Interesse an dieser Veranstaltung war so groß, dass die überraschten Veranstalter – die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der Composers Club e.V. – hastig noch einige Namensschildchen zum An-die-Brust-Heften herstellten, um sorglose Nichtangemeldete, die den Andrang zum Event unterschätzt hatten, ehrlich zu machen. Schließlich saßen etwa zweihundert Zuhörer erwartungsvoll in der Arena.
 

John Groves, Musikproduzent und Vorsitzender des Composers Clubs, umriss in seiner Einleitung das Dilemma, um das es geht. Es scheint fast die Regel zu sein, dass beim der Herstellung eines Films ziemlich zum Schluss plötzlich der Gedanke aufkommt: Oh, wir brauchen ja auch noch Musik - um dann für diesen Punkt das Budget zu kürzen. Komponisten seien zudem meist ruhige, bescheidene Wesen, die im stillen Kämmerlein arbeiteten. Groves hielt gerade für sie die Devise ‚Tu Gutes und rede drüber’ für bedeutend sinnvoller. Er seinerseits wünschte sich die Musik an erster Stelle – wenigstens für diesen Abend.
 

Nach ihm sprach Tom Tykwer sein kleines Vorwort. Der Mann ist von Geburtsrecht Regisseur, Leiter, Kapitän. Er muss eingreifen, wo etwas nicht stimmt – so springt er auf, um den umgekippten Kragen von John Groves mal eben zurechtzuklappen und biegt später flink Lars Büchels Mikrophon, das sich nicht in Mundhöhe befindet, mit einem langen Arm in die perfekte Position.
 

Tykwer redete präzise, amüsant und leider so schnell, dass man’s gern gestoppt und noch mal gespielt hätte. Er beklagte, dass die eine Filmmusik häufig das mehr oder weniger eindeutige Imitat einer anderen sei, einfach, weil die woanders bereits funktioniert hat. Verantwortlich dafür sei die Angst der Macher (Regie und Produktion) vor der Masse, eine panische Unsicherheit über die erfolgreiche Vermarktung - der Gral allen Filmkönnens.
 

Falls es eine Szene gäbe, von der niemand so recht weiß, wie sie im Kontext zusammenhängt oder in der das Schweigen überhand nimmt, käme gern der Tipp: „Ach, da legst du einfach Musik drüber!“ Das klingt, findet Tykwer, nicht nur pornografisch, das ist es auch: Wie vom Zuhälter gezwungen muss die Komposition sich auf jede beliebige Szene ‚legen’, sie bekommt ihre Chance, wenn im Bild gerade nichts los ist, sie stopft die Lücken, anstatt integraler Bestandteil zu sein.



 

Home > Blog > Film > Watch the Sound - Listen to the Movies

Mehr auf KulturPort.De

Aspekte Festival 2018 – frozen gesture
 Aspekte Festival 2018 – frozen gesture



Welche kulturellen Spartenschubladen haben wir im Kopf? Wo ist der urbane, kulturelle Humus zu finden? Wieviel Bereitschaft zeigt Publikum für Entwicklungsphase [ ... ]



Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Meine 18. Lange Nacht der Museen in Hamburg



...beginne ich, indem ich mit meinem Navi streite. Das tut so, als wüsste es nicht von der traurigen Tatsache, dass es in dieser Stadt mehr Baustellen als Kultu [ ... ]



Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit
 Yvonne von Schweinitz: Syrien – Fragmente einer Reise. Fragmente einer Zeit



Wie nähert man sich in einer Fotoausstellung einem Land, deren Menschen tagtäglich durch Gewalt sterben, auf der Flucht, im Exil, traumatisiert sind, deren mat [ ... ]



„A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?
 „A Beautiful Day”. Joaquin Phoenix- Racheengel oder Erlöser?



Lynne Ramsay inszeniert ihre virtuosen Thriller-Impressionen als Exkursion in die Abgründe der Seele.
Ein Auftragskiller ist Joe (Joaquin Phoenix) nicht, er t [ ... ]



Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie
 Günter Grass-Haus Lübeck: George Bernard Shaw und die Fotografie



George Bernard Shaw (1856-1950) ist vor allem bekannt für sein dramatisches Werk, das über 50 Theaterstücke umfasst. Doch der Künstler hat sich zeitlebens in [ ... ]



Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali
 Im Wunderland der Wünsche. Laila Biali



Wie konnte sich eine 16jährige Kanadierin, die Opernarien singt und klassische Pianistin werden will, zu einer über jeden „No street credibility“-Verdacht  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.