Neue Kommentare

Lydia zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Durch die persönliche Darstellung ist der Artike...
Hans Maschek zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Wunderbar atmosphärische Beschreibung. Ich habe ...
Matthijs van de Beek zu „Stan & Ollie”. Oder die schmerzliche Seite der Komik : Das klingt wunderbar und wird ganz sicher angesch...
Dr. Frank-Peter Hansen zu Die Wittgenstein-Dekomposition: Frank-Peter Hansens Antwort auf Martin A. Hainz...
NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Festivals, Medien & TV

24. Filmfest Emden-Norderney: Von wegen Strandkorb – Kinosessel!

Drucken
(230 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 07. Juni 2013 um 11:20 Uhr
24. Filmfest Emden-Norderney: Von wegen Strandkorb – Kinosessel! 4.6 out of 5 based on 230 votes.
24. Filmfest Emden-Norderney

Das 24. Filmfest Emden-Norderney begann in diesem Jahr quasi einen Tag früher als sonst.
Grund dafür war, dass der kleinere Partner aus Norderney seit 15 Jahren mit von der Partie ist. Filmschaffende, Cineasten, Gäste, Journalisten und Filmfest-Crew gratulierten den lokalen Machern Herbert Visser und Uwe Fokken zum Jubiläum.
Mit Eike Besudens Film „Verrückt nach Paris“ (2001), der vom Norderney-Publikum als beliebtester Film der vergangenen 14 Jahre gewählt wurde, startete das Festival dort im Kurtheater vorab.


Die eigentliche und offizielle Eröffnung des Filmfests dann einen Tag später im Neuen Theater in Emden. Vor vollbesetztem Haus eröffneten Festivalleiter Silke Santjer und Rolf Eckard zum 24. Mal das beliebte Publikumsfestival, das sich insbesondere Filmen aus Großbritannien und Irland, Deutschland sowie Norwegen widmet.
Der Eröffnungsfilm allerdings war eine niederländische Produktion: „The Domino Effect“ von Paula van der Oost. Sie zeigte bereits zum vierten Mal einen ihrer Filme in Emden.

Um es gleich vorweg zu sagen, “The Domino Effect“ ist kein typischer Eröffnungsfilm, der locker, leicht und gutgelaunt daher kommt und den Zuschauern einen vergnüglichen Abend bereitet, doch dann ebenso schnell in Vergessenheit gerät. „The Domino Effect“ ist ein Film, der das Publikum an Stellen packt, an denen es auch einmal schmerzen kann.
Dieser Mosaikfilm beschäftigt sich mit den globalen Auswirkungen von Banken- und Wirtschaftskrise, von den Abhängigkeiten, von den schmalen Graden auf denen sich die einzelnen Filmprotagonisten in China, Südafrika, England, den USA, Indien und den Niederlanden bewegen.

Gäste FF Emden-NorderneyJelka van Houten brachte es im anschließenden Filmgespräch auf den Punkt. Sie drehte ihren Part bereits 2009, die Fertigstellung des Films war 2012, die Dreharbeiten erstreckten sich also über Jahre. „Als ich meinen Teil drehte“, sagte die Niederländerin: „hatten wir alle gerade von der Krise gehört, spürbar war sie aber für uns damals noch nicht. Heute hat sie uns alle ergriffen“.


Dass „The Domino Effect“ als Eröffnungsfilm ausgewählt wurde, muss man den Festivalmachern hoch anrechnen, denn mit einem sozialkritischen Drama zu beginnen, das jeden von uns nicht unberührt lassen kann, ist sehr mutig. Chapeau!

The Domino Effect„The Domino Effect“ schildert bedeutsame Lebensausschnitte unterschiedlicher Menschen und Familien von unterschiedlicher sozialer Herkunft in unterschiedlichen Ländern. Was früher mit „ach, das betrifft mich nicht, was in Asien vorgeht“ abgetan werden konnte, ist heute mit unserer Zukunft in Europa ebenso verknüpft, wie die Abhängigkeiten vom Anglo-Amerikanischen Finanzmarkt. Menschen machen überall auf der Welt Fehler, doch die Auswirkungen heute sind andere als früher – sie haben globale Auswirkungen. Zeigt der Film zunächst, dass alles verkauf- und finanzierbar ist, Produkte, Waren aller Art, der eigene Körper, das Geld anderer, selbst die eigene sprichwörtliche Großmutter, so taumeln selbst die größten „Habgiere“ irgendwann am Abgrund. Paula van Oost zeigt das Verpuffen von Träumen, Verluste und deren Ängste, sie zeigt aber kein Mitleid, vielmehr Mitgefühl mit allen Beteiligten. Der Film weckt nicht nur bei einigen der Protagonisten im Film eine menschliche Seite, sondern springt auch auf das Publikum über. Denkt und fühlt mit – will uns der Film auf eine unaufdringliche Weise sagen. Auch darin liegt ein Teil der Qualität.

Dieser Film ist für den Bernhard-Wicki-Preis nominiert und hätte das Zeug diesen zu gewinnen – am Sonntagabend wissen wir mehr! Jetzt aber wieder schnell zurück ins Kino...

 

Internationales Filmfest Emden-Norderney 2013
5. bis 12. Juni 2013. Gezeigt werden 88 Filme aus 21 Ländern.
Informationen und Programm unter: www.filmfest-emden.de

Fotonachweis: (c) Filmfest Emden-Norderney
Header: Detail aus Plakat
Text:
01. v.l.n.r.: Hilke Theessen mit Jela van Houten und Bracha van Doesburgh.
02. Still "The Domino Effect", 2012, NL/UK, 96 min.

 

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Festivals, Medien & TV > 24. Filmfest Emden-Norderney: Von wegen Stran...

Mehr auf KulturPort.De

„Augmented- und Digital Realities“ – wie Städte und Institutionen mit „erweiterten Realitäten“ Touristen, Besucher und Cyber-Fans motivieren, ihre Orte zu besuchen.
 „Augmented- und Digital Realities“ – wie Städte und Institutionen mit „erweiterten Realitäten“ Touristen, Besucher und Cyber-Fans motivieren, ihre Orte zu besuchen.



Stadtmarketing darf die Augen nicht davor verschließen, dass digitale zeitgemäße Medien, erweiterte und virtuelle Realitäten, Echtzeit Kommunikation und schn [ ... ]



Melchior Palágyi: Der Gegensatz von Geist und Leben
 Melchior Palágyi: Der Gegensatz von Geist und Leben



Nicht viele Philosophen sind so gründlich vergessen wie der Ungar Melchior Palágyi (1859-1924). Wirklich berühmt war er nie, aber doch geschätzt von so hochk [ ... ]



Philipp Maintz: Thérèse
 Philipp Maintz: Thérèse



Was, wenn „Liebe“ nur ein freundliches Wort wäre für ihre eigene Unmöglichkeit? Nur ein Sammelbegriff für Sehnsüchte, die unerreichbar sind in einer Ge [ ... ]



19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht
 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht



28.000 Besucher amüsierten sich in der Museumsnacht der Hansestadt, trotz Eurovisions-Contest. Überall in der City tobte das Leben. Ich war natürlich auch wie [ ... ]



Meine 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Meine 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg



Die Terminänderung, die Lange Nacht der Museen in Hamburg in den Mai, anstatt in den April zu legen war eine gute Idee. Denn der Tag war schön, nicht kalt! – [ ... ]



Hamburger Theater Festival: „Heilig Abend“ – ein als Krimi getarntes philosophisches Werk
 Hamburger Theater Festival: „Heilig Abend“ – ein als Krimi getarntes philosophisches Werk



Packendes Kammerspiel mit zwei exzellenten Schauspielern, die nach dem Schlussapplaus strahlten wie nach einem gelungenen Coup: Sophie von Kessel und Michele Cuc [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.