Neue Kommentare

Harry zu „Otto. Die Ausstellung“: OTTO ist großartig. Ich wusste nicht, dass er ei...
Alex zu Film Festival Cologne - Von starken Spielfilmdebüts und schwächelnden Stars: Wer bist du? Halten Sie Ihre Meinung besser, wenn...
Emanuel Ackermann zu „Werk ohne Autor” – Oder die Alchemie der Kreativität : Bisher habe ich nur Schlimmes über den Film gele...
Richard Voigt zu Offener Brief führender Grafikdesigner*innen fordert die Stiftung Buchkunst heraus: Lehrauftrag verfehlt?
Die Professores such...

Herby Neubacher zu Es läuft und läuft und läuft: 15 Jahre „Heiße Ecke“ im Schmidt's Tivoli: Rund 42000 Kondome, 25 000 Würstchen, 16800 Wasc...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Festivals, Medien & TV

Sommerfestival Kampnagel: Streb Extreme Action – „Singular Extreme Actions“

Drucken
(66 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 17. August 2018 um 08:29 Uhr
Sommerfestival Kampnagel: Streb Extreme Action – „Singular Extreme Actions“ 3.2 out of 5 based on 66 votes.
Streb Extreme Action – „Singular Extreme Actions“

Sie fliegen, fallen und performen, dass es einem den Atem raubt. Im Programmheft firmiert SEA unter „Tanz“, doch mit Tanz hat Elizabeth Strebs „Singular Extreme Actions“ genau so viel oder so wenig zu tun wie mit Boxen oder Bodenturnen. Die acht fabelhaften Artist/Innen aus New York liefern vielmehr eine High-Energy-Akrobatik, wie man sie sonst nur in einem Weltklasse-Zirkus sieht.


„Hallo Hamburg, Get Loud“ steht auf einer schwarzen Tafel, während sich vier Frauen, vier Männer, alle in knallblauen Superman-Overalls, (nur das „S“ fehlt) schon mal auf offener Bühne warmmachen. Ein Klettergerüst, ein großes Trampolin, drum herum dicke Matten in rotblau, rechts am Rand ein halbes Rhönrad, im Hintergrund eine riesige Leinwand, die das Geschehen spiegelt.

Es herrscht Zirkusatmosphäre in der K6 – und genau wie im Zirkus wird dem Publikum erst einmal eingeheizt. Nur nicht vom Dummen August, sondern von einem charismatischen schwarzen DJ, der später live die elektronischen Hammerbeats zu den waghalsigen Trampolin-Sprüngen der Artisten raushaut. Beziehungsweise immer dann, wenn sie auf den Matten aufschlagen. Und das tun sie, in rasendem Tempo, wieder und wieder. Fallen um, wie geschlagene Bäume, kerzengrade, Kopf vorweg. WRUMS! Autsch, das tut schon beim Zuschauen weh! Noch mehr, da die Bauchklatscher akustisch so verstärkt werden, dass die Ohren dröhnen. Doch diese tolle Truppe scheint komplett schmerzbefreit. Loten mit jedem Sprung ihre physikalischen Grenzen aus und flirten zwischendurch auch noch mit dem Publikum. Wäre da nicht immer wieder ein Aufflackern von Komik, man könnte die von Kommandos begleiteten Sprünge, das permanente synchrone Hochschnellen und Hinknallen für eine Form militärischer Früherziehung halten. Mit schwindelerregenden Turnübungen und Balance-Acts unter einem sich drehenden Eisenträger und auf dem Rhönrad geht die Performance der „Extreme Action Heros“ dann weiter und gipfelt schließlich auf einer sich windmühlenartig drehenden Leiter, an der die Artisten durch die Luft wirbeln. Wie gut, dass man zwischendurch einmal Atem holen darf: In einem amüsanten „Aquarium-Intermezzo“ zwängen sich sieben der acht Akrobaten wie die Ölsardinen in einen Glaskasten und beweisen ihre Fähigkeiten als Schlangenmenschen.

Elizabeth Streb (68), Gründerin der Company und ehemalige Tänzerin im Umfeld der Tanzpionierin Trisha Brown, nennt das von ihr kreierte Bewegungsvokabular „Pop Action“ und schreibt dazu: „Lasst uns eine radikale Kunst der Kultur neu erfinden und eine Kunst vorstellen, die mit der Kultur der Straße und dem überraschenden alltäglichen Moment verbunden ist. Eine Kunst, die so zufällig im Leben der Leute auftaucht wie Parks, Bürgersteige oder Kioske an der Ecke...“
Nun ja - auf diese Art Action sollte man auf der Straße doch vielleicht lieber verzichten.

„Singular Extreme Actions“

Kampnagel K6, noch heute Fr. 17.8. und Sa, 18.8.2018
Karten ab 14 Euro.
Weitere Informationen und Tickets


Abbildungsnachweis: Alle Fotos Anja Beutler
Header und Galerie: Szenen aus SEA

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Festivals, Medien & TV > Sommerfestival Kampnagel: Streb Extreme Actio...

Mehr auf KulturPort.De

Baltijas Ozoli – Baltic Oaks – Baltische Eichen im Kunstmuseum Rigaer Börse
 Baltijas Ozoli – Baltic Oaks – Baltische Eichen im Kunstmuseum Rigaer Börse



Was hat Flämische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts aus den Niederlanden und Flandern mit den Baltikum zu tun? Auf den ersten Blick recht wenig, jedoch gab e [ ... ]



Hans-Jürgen Hennig: „Zwei gegen Ragnarøk" – Bekehrung mit dem Schwert
 Hans-Jürgen Hennig: „Zwei gegen Ragnarøk



Bei diesem Titel mag es neugierige und zugleich verwunderte Leser geben, die sich fragen, was soll die Christianisierung des Nordens mit der heutigen Zeit zu tu [ ... ]



„Otto. Die Ausstellung“
 „Otto. Die Ausstellung“



Otto hier, Otto da. „Otto, hier bitte auch noch mal“, riefen die drängelnden Fotografen und Herr Waalkes, lächelte, feixte und hoppelte, bis alle Aufnahmen [ ... ]



Max Slevogt – eine Retrospektive zum 150. Geburtstag
 Max Slevogt – eine Retrospektive zum 150. Geburtstag



Das Landesmuseum Hannover widmet dem Jubilar, der neben Max Liebermann und Lovis Corinth zum „Dreigestirn des deutschen Impressionismus“ gehört, eine großa [ ... ]



„Dogman” - Matteo Garrone und der gescheiterte Erlöser
 „Dogman” - Matteo Garrone und der gescheiterte Erlöser



Mit seinem hinreißenden Kleingangster-Epos „Dogman” kreiert Regisseur Matteo Garrone einen düster-poetischen Parallelkosmos und den vielleicht berührendst [ ... ]



Theater Festival Hamburg: „Vor Sonnenaufgang“ nach Gerhard Hauptmann
 Theater Festival Hamburg: „Vor Sonnenaufgang“ nach Gerhard Hauptmann



Was für ein Schauspielerfest! „Vor Sonnenaufgang“ nach Gerhard Hauptmann, das von Ewald Palmetshofer in die Gegenwart transportierte Sozialdrama, begeistert [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.