Neue Kommentare

Lydia zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Durch die persönliche Darstellung ist der Artike...
Hans Maschek zu 19. Lange Nacht der Museen in Hamburg. Meine Reise durch die Nacht: Wunderbar atmosphärische Beschreibung. Ich habe ...
Matthijs van de Beek zu „Stan & Ollie”. Oder die schmerzliche Seite der Komik : Das klingt wunderbar und wird ganz sicher angesch...
Dr. Frank-Peter Hansen zu Die Wittgenstein-Dekomposition: Frank-Peter Hansens Antwort auf Martin A. Hainz...
NN zu Das Chimei – ein Museum für eine einmalige Privatsammlung in Taiwan: Lasst Euch nicht blenden! Es gibt nichts Gutes, a...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Festivals, Medien & TV

Sommerfestival Kampnagel: Streb Extreme Action – „Singular Extreme Actions“

Drucken
(74 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 17. August 2018 um 08:29 Uhr
Sommerfestival Kampnagel: Streb Extreme Action – „Singular Extreme Actions“ 3.1 out of 5 based on 74 votes.
Streb Extreme Action – „Singular Extreme Actions“

Sie fliegen, fallen und performen, dass es einem den Atem raubt. Im Programmheft firmiert SEA unter „Tanz“, doch mit Tanz hat Elizabeth Strebs „Singular Extreme Actions“ genau so viel oder so wenig zu tun wie mit Boxen oder Bodenturnen. Die acht fabelhaften Artist/Innen aus New York liefern vielmehr eine High-Energy-Akrobatik, wie man sie sonst nur in einem Weltklasse-Zirkus sieht.


„Hallo Hamburg, Get Loud“ steht auf einer schwarzen Tafel, während sich vier Frauen, vier Männer, alle in knallblauen Superman-Overalls, (nur das „S“ fehlt) schon mal auf offener Bühne warmmachen. Ein Klettergerüst, ein großes Trampolin, drum herum dicke Matten in rotblau, rechts am Rand ein halbes Rhönrad, im Hintergrund eine riesige Leinwand, die das Geschehen spiegelt.

Es herrscht Zirkusatmosphäre in der K6 – und genau wie im Zirkus wird dem Publikum erst einmal eingeheizt. Nur nicht vom Dummen August, sondern von einem charismatischen schwarzen DJ, der später live die elektronischen Hammerbeats zu den waghalsigen Trampolin-Sprüngen der Artisten raushaut. Beziehungsweise immer dann, wenn sie auf den Matten aufschlagen. Und das tun sie, in rasendem Tempo, wieder und wieder. Fallen um, wie geschlagene Bäume, kerzengrade, Kopf vorweg. WRUMS! Autsch, das tut schon beim Zuschauen weh! Noch mehr, da die Bauchklatscher akustisch so verstärkt werden, dass die Ohren dröhnen. Doch diese tolle Truppe scheint komplett schmerzbefreit. Loten mit jedem Sprung ihre physikalischen Grenzen aus und flirten zwischendurch auch noch mit dem Publikum. Wäre da nicht immer wieder ein Aufflackern von Komik, man könnte die von Kommandos begleiteten Sprünge, das permanente synchrone Hochschnellen und Hinknallen für eine Form militärischer Früherziehung halten. Mit schwindelerregenden Turnübungen und Balance-Acts unter einem sich drehenden Eisenträger und auf dem Rhönrad geht die Performance der „Extreme Action Heros“ dann weiter und gipfelt schließlich auf einer sich windmühlenartig drehenden Leiter, an der die Artisten durch die Luft wirbeln. Wie gut, dass man zwischendurch einmal Atem holen darf: In einem amüsanten „Aquarium-Intermezzo“ zwängen sich sieben der acht Akrobaten wie die Ölsardinen in einen Glaskasten und beweisen ihre Fähigkeiten als Schlangenmenschen.

Elizabeth Streb (68), Gründerin der Company und ehemalige Tänzerin im Umfeld der Tanzpionierin Trisha Brown, nennt das von ihr kreierte Bewegungsvokabular „Pop Action“ und schreibt dazu: „Lasst uns eine radikale Kunst der Kultur neu erfinden und eine Kunst vorstellen, die mit der Kultur der Straße und dem überraschenden alltäglichen Moment verbunden ist. Eine Kunst, die so zufällig im Leben der Leute auftaucht wie Parks, Bürgersteige oder Kioske an der Ecke...“
Nun ja - auf diese Art Action sollte man auf der Straße doch vielleicht lieber verzichten.

„Singular Extreme Actions“

Kampnagel K6, noch heute Fr. 17.8. und Sa, 18.8.2018
Karten ab 14 Euro.
Weitere Informationen und Tickets


Abbildungsnachweis: Alle Fotos Anja Beutler
Header und Galerie: Szenen aus SEA

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Festivals, Medien & TV > Sommerfestival Kampnagel: Streb Extreme Actio...

Mehr auf KulturPort.De

„Tolkien”. Schlachtfelder zwischen Realität und Phantasie
 „Tolkien”. Schlachtfelder zwischen Realität und Phantasie



Frankreich, Juli 1916. Durch Nebelschwaden von Giftgas taumelt ein junger englischer Offizier auf der verzweifelten Suche nach seinem vermissten Freund. Im Fiebe [ ... ]



Inge Brandenburg: I love Jazz
 Inge Brandenburg: I love Jazz



Der deutsche Jazzpapst Joachim-Ernst Berendt schrieb über Inge Brandenburg: „Endlich hat der deutsche Jazz seine Stimme!“. „Time Magazin“ verglich sie m [ ... ]



Privattheatertage: Kleiner Mann, was nun – Figurentheater mit Live-Musik
 Privattheatertage: Kleiner Mann, was nun – Figurentheater mit Live-Musik



Ach, wie schön ist es doch, Weltliteratur einmal auf diese poetische Art und Weise erzählt zu bekommen! Begeisterter Beifall für das hinreißende Gastspiel de [ ... ]



Frau Architekt
 Frau Architekt



Architektur ist immer noch eine Männerdomäne, selbst heute, im 21. Jahrhundert.
Wie sich Frauen diesen Beruf erkämpft haben, was sie an hervorragenden Bauwe [ ... ]



Daniel Fuhrhop: Verbietet das Bauen! Eine Streitschrift.
 Daniel Fuhrhop: Verbietet das Bauen! Eine Streitschrift.



In diesen Tagen ist die Wohnungsnot eines der wichtigsten Themen der Politik. Sonst kann man sich ja auf überhaupt nichts einigen, aber hier kennt man über all [ ... ]



Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg
 Giving Art a Face von Michael Knepper in der Galerie Kunstraum Hamburg



Wie schreibt man eine Kunstkritik, wenn man mit dem Künstler seit Kindertagen befreundet ist? Vielleicht lieber gar nicht!? Gerade auch, weil sich die Kunst ein [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.