Neue Kommentare

Stephan Thieken zu Symposium in Weimar: „Wie stabil ist unsere liberale Grundordnung? Internationale Perspektiven zur Zukunft demokratischer Verfassungen“: Dieses Symposium war das furchtbarste welches ic...
Hermann Funk zu Goethe-Institut begrüßt neues „Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache“: Mehr Geld und Infrastruktur für die digitale Lex...
dominique zu Ennio Morricone: Farewell-Tour 2019: hallo, frau reichhardt.
vielen herzlichen d...

Morten Hansen zu „The Favorite – Intrigen und Irrsinn”. Leinwandheldinnen in Zeiten von #MeToo : Zehn Oscar-Nominierungen? Da habt Ihr uns ja gena...
Peter Schmidt zu Hamburger Autorenvereinigung: Erinnern und Gedenken – zum 27. Januar 2014: Stadthaus- Gedenkstätte? Da fragt man sich heute...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

Adriane Steckhan: Urban Skins

Drucken
(173 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 03. Juli 2009 um 12:29 Uhr
Adriane Steckhan: Urban Skins 4.1 out of 5 based on 173 votes.
Die aus einzelnen rechteckigen Elementen zusammengesetzten Werke zeigen urbanes, beleuchtetes, nächtliches Leben und vermitteln in einigen der Arbeiten durch die verwackelten Lichterstreifen Geschwindigkeit, Rausch und Farbleuchtspuren im Raum. Verwischt, verschwommen, verloren und vorbeigefahren – es bleibt ein Gefühl von Geschwindigkeit und sehr kurzer Aufenthaltsdauer im ehemals fotografischen Motiv. Der große zeitintensive und prozessuale Aufwand, der Einsatz verschiedener Medien und Materialien sowie die Art und Weise der Hängung steht in einem Kontrapunkt zur Kürze der fotografischen Situation. Dieser kurze Moment des Drückens des Auslösers wirft konzentrische Kreise und entwickelt ein Geflecht an inhaltlichen Substrukturen und künstlerischen Tätigkeiten. Die künstlerischen Ergebnisse rechtfertigen allerdings dieses komplexe Vorgehen.
Die abgebildeten Räume und Orte sind zunächst weder motivisch noch über Indizien benennbar. Die nächtliche Stadt mit ihren diffusen Lichtern und Leuchtstreifen gibt auch in der Reihung keinerlei Anhaltspunkte, wo wir uns befinden könnten. Gäbe uns die Künstlerin nicht im Titel einen Städtenamen, so wären wir vollkommen orientierungslos. Die Stadt gleicht in den fotografierten Momenten der anderen. Durch dieses Vorgehen sorgt die Künstlerin dafür, dass die verschwommen, nächtlichen Szenen eine allgemeine und übertragbare Gültigkeit erhalten, denn wir Betrachter haben keinerlei Beweis dafür, ob es sich tatsächlich um Aufnahmen aus der jeweiligen betitelten Stadt handelt oder ob nicht assoziative Benennungen der Künstlerin uns auf eine Spur führen sollen, die es gar nicht gibt. Die Behauptung an sich impliziert im Grunde ihre eigene Stellvertreterschaft. Die Stadt birgt immer auch ihre eigene Doppelgängerin in sich. Das sorgt dafür, dass die diffusen städtischen Strukturen in den Werken als Matrizes gesehen werden können, die uns die Frage nach der eigenen Identität und Historie sowie nach urbanen Mentalitäten stellen.

 


Die Künstlerin präsentiert Ihre „Urban-Skin“-Reihungen wie Tätowierungen auf dieser hautähnlichen Oberfläche, scheinbar für ewig eingraviert, statisch und dennoch lasziv. Dieser Gegensatz, der statuarischen Mobilität, bleibt also als erinnerungswürdiges und allgemein gültiges Mal zurück.

Adriane Steckhan wurde 1971 geboren, studierte zwischen 1995 und 2002 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg und schloss als Diplom Designerin ab. Von 2002 bis 2003 folgte ein Malereistudium am Wimbledon College of Art in London bei Robert Mason.

Die Ausstellung "Urban Skins" läuft vom 8. Juli bis zum 2. August in der Fabrik der Künste, Kreuzbrook 12, 20537 Hamburg, anlässlich des Hamburger Architektur Sommers 2009. Mit freundlicher Unterstützung der Hamburgischen Kulturstiftung. alt

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

avatar David
+2
 
 
klingt nach einer spannenden ausstellung. warum aber an einem so abgelegenen ort?
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Meinen Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Carl
+1
 
 
Da hast Du recht - Werde aber auf jeden Fall zur Vernissage gehen...
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Meinen Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken


 
Home > Blog > Bildende Kunst > Adriane Steckhan: Urban Skins

Mehr auf KulturPort.De

Vladyslav Sendecki & Atom String Quartet: Le Jardin Oublié/My Polish Heart
 Vladyslav Sendecki & Atom String Quartet: Le Jardin Oublié/My Polish Heart



Das Jahr mit ein paar Tüpfelchen aus anderen Musikstilen zu bereichern, das passt gut in unsere Zeit. Vladyslav Sendecki, Pianist der NDR-BigBand, versucht, mit [ ... ]



Heimat, Gefangenschaft, Freiheit. Verdis Freiheitsoper Nabucco in der Neuinszenierung von Kirill Serebrennikov
 Heimat, Gefangenschaft, Freiheit. Verdis Freiheitsoper Nabucco in der Neuinszenierung von Kirill Serebrennikov



Am 22. August 2017 lässt das Ermittlungskomitee der Russischen Föderation den Theater-, Kino-, Opern- und Ballettregisseur Kirill Serebrennikov wegen des „Ve [ ... ]



15 kurze Fragen an Nesrine Belmokh
 15 kurze Fragen an Nesrine Belmokh



Jazz und Chanson, Soul und Pop, World und traditionelle arabische Musik: Die Klänge des Trios NES sind so vielfarbig, dass sich keine Schublade für eine Katego [ ... ]



„Frühes Versprechen”. Romain Gary und die monströse Liebe einer Mutter
 „Frühes Versprechen”. Romain Gary und die monströse Liebe einer Mutter



Er war Schriftsteller, Kampfflieger für die Luftwaffe der France libre, Generalkonsul in Los Angeles, Filmregisseur und Ehemann von Jean Seberg: Romain Gary (19 [ ... ]



Heinrich Reinhold – Der Landschaft auf der Spur
 Heinrich Reinhold – Der Landschaft auf der Spur



Es mag am Geist dieser Zeit liegen, dass wir uns wieder verstärkt dem Biedermeier zuwenden. Die Sehnsucht nach Frieden und Besinnlichkeit nimmt Allerortens zu,  [ ... ]



Cæcilie Norby: Sisters in Jazz
 Cæcilie Norby: Sisters in Jazz



Die US-amerikanische Schauspielerin Katherine Hepburn sagte den schönen Satz: „Frauen von heute warten nicht auf Wunder – sie inszenieren sie selbst!“ Das [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.