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Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Bildende Kunst

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard

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Donnerstag, den 05. Dezember 2019 um 14:27 Uhr
Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard

Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun sind es Gemälde französischer Meister, deren Ausstellungs-Titel „Impressionismus“ zwar publikumswirksam sein mag, jedoch viel zu kurz greift.
Mit rund 60 Werken von 23 Künstler*innen wird hier ein ganzes Jahrhundert überblickt, vom Klassizismus bis zum Fauvismus und einem aufregend schönen Gauguin-Raum, dessen starkfarbigen, flächenhaften Bilder einen singulären Platz in der Kunstgeschichte beanspruchen.

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung OrdrupgaardWer voller Vorfreude auf getupfte Lichtimpressionen und beschwingt von Eric Saties „Gymnopédie No. 1“ im Aufzug die Ausstellung betritt, der schaut sich erst einmal verwundert um. Denn es dauert, bis man zu den Schlüsselfiguren jener so leichten, lichtdurchfluteten Farbpalette kommt, die international als „typisch französisch“ wahrgenommen wird. Das Ehepaar Wilhelm und Henny Hansen wollte mit ihrer Sammlung die revolutionäre künstlerische Entwicklung im Frankreich des 19. Jahrhunderts im Ganzen erfassen und so beginnt der Rundgang mit einem ausgesprochenen dunklen Raum und klassizistischen, bzw. romantischen Gemälden von Jean-Auguste Ingres , Eugène Delacroix (darunter eine faszinierende, wattig-wirkende Ölskizze von George Sand), Honoré Daumier (einem begnadeten Karikaturisten, aber mittelmäßigen Maler) und dem fast vergessenen Thomas Couture (u.a. Lehrer von Édouard Manet). Danach geht es weiter mit der Schule von Barbizon, den Landschaftsmalern um Camille Corot, Jules Dupré und Gustave Courbet, die sich bei Fontainebleau zur Pleinair-Malerei trafen. Diese Gruppe hatte nachhaltige Einfluss auf die Impressionisten, denn sie lehnten den Akademismus strikt ab und suchten den unmittelbaren Zugang zur Natur. Während Corot seine Landschaften unscharf, wie mit dem Weichzeichner verwischt anlegte („Landstraße in der Cote-d’Or, um 1840-60) und vielfach auch erfundene, bzw. literarische Themen („Hamlet und die Totengräber“, um 1870) behandelte, fallen im Courbet-Raum die naturgetreuen, symbolisch aufgeladenen Meeres-Landschaften von Jules Dupré ins Auge. Gustave Courbet, der leidenschaftliche Hobby-Jäger, ist (u.a.) mit einem großformatigen Gemälde vertreten, das zwei – anatomisch ausgesprochen realistisch eingefangene – flüchtende Rehe in einer Winterlandschaft zeigt.

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung OrdrupgaardNach dieser langen, durchaus interessanten Vorgeschichte, rücken endlich die Titelgeber in den Blick: Pissarro, Manet, Degas, Sisley, Monet und Renoir, dazu Cézanne, Redon, Matisse und Gauguin, deren Farb- und Formensprache allerdings weit über die Impressionisten hinausweisen. Hier kann man endlich schwelgen in Sonnenlicht und Sonntagsstimmung, wie sie Berthe Morisot in ihrem bezaubernden Plakatmotiv „Mädchen auf der Wiese“ und Eva Gonzales in ihrer ruhenden Schwester einfingen. Oder eintauchen in die Melancholie der Metropolen, die Pissarro und Monet mit ihren seriellen Bildern aus dem Fenster in Paris oder London in unglaublicher Stimmungsvielfalt auf die Leinwand bannten. Eine von Monets berühmten seriellen „Waterloo Bridges“ (insgesamt 42 Fassungen) ist übrigens auch dabei. Highlight unter vielen der spektakulären Hansen-Sammlung, die Dank der Renovierung des Museums Ordrupgaard nun in Hamburg zu sehen ist.

„Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard“

Zu sehen bis 1. März 2020, in der Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall
Geöffnet: Di-So 10-18 Uhr.
Ein Katalog ist erschienen.


Abbildungsnachweis:
Alle Fotos ©: Anders Sune Berg
Header: Berthe Morisot (1841–1895): Frau mit Fächer (Portrait der Madame Marie Hubbard), 1874, (Detail), Öl auf Leinwand, 50,5x81cm; Ordrupgaard, Kopenhagen.
Berthe Morisot (1841–1895): Mädchen auf der Wiese (Isabelle Lambert), 1885, Öl auf Leinwand, 74x60cm; Ordrupgaard, Kopenhagen.
Paul Gauguin (1848–1903): Portrait einer jungen Frau. Vaïte (Jeanne) Goupil, 1896, Öl auf Leinwand, 75x65cm ; Ordrupgaard, Kopenhagen

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avatar Rudi Arendt
+2
 
 
Reflexion der Landschaft - aktuelle impressionistische Malerei auf der RICKMER RICKMERS noch bis zum 12. Januar

"Noch nie waren gleichzeitig so viele Impressionisten in Hamburg zu sehen". Mit diesen Worten richtet sich der Blick auf die berühmten französischen Maler um Claude Monet, die derzeit mit der dänischen Sammlung Ordrupgaard in der Kunsthalle zu bewundern sind. Eine Sonderausstellung auf dem Museumsschiff RICKMER RICKMERS des Freilichtmalers Rudi Arendt zeigt: Die impressionistische Malweise hat nichts von seiner Aktualität verloren. Gerade in Zeiten des Klimawandels. Sie kann mehr als das Foto, nicht nur Momentaufnahme sein. Sondern einen Gesamteindruck der während der Arbeit im Freien wahrgenommenen sich ständig ändernden Hell-Dunkel Verhältnisse und Lichtreflexe vermitteln. Fast vierzig Aquarelle und großformatige Öl/Acrylarbeiten mit Motiven der Elbmarschen, Küsten und der Metropolregion Hamburg können noch bis zum 12. Januar in der Galerie "unter der Wasserlinie" auf Hamburgs schwimmendem Wahrzeichen an den Landungsbrücken in Augenschein genommen werden. Täglich 10.00 - bis 18.00 Uhr (geänderte Öffnungszeiten Weihnachten und Neujahr).

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avatar Geli
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Mal eine nette Eigenwerbung zur Abwechslung... gleichgesetzt mit den Impressionisten. Dazu gehört Mut
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