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Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

„Tiere. Respekt – Harmonie – Unterwerfung“

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Dienstag, den 09. Januar 2018 um 10:00 Uhr
„Tiere. Respekt – Harmonie – Unterwerfung“ 3.3 out of 5 based on 87 votes.
Tiere. Respekt – Harmonie – Unterwerfung - Franz Marc

Jeden Tag gehen Schreckensnachrichten über gequälte Kreaturen um die Welt: Menschen reißen Gänsen die Daunen bei lebendigem Leibe aus, spritzen Affen in Laboren krank und werfen täglich tausende männliche Küken lebend in den Schredder.
Mit der Ausstellung „Tiere. Respekt, Harmonie, Unterwerfung“ will das Museum für Kunst und Gewerbe seinen Beitrag zur Debatte um Tierrechte leisten und für eine sensible Koexistenz werben.

Man ist noch nicht im Ausstellungsraum, da hört man bereits Schreie. Nicht von Tieren, sondern von einer Frau. Es sind die spitzen Schreie von Fay Wray, der „Scream-Queen“ von Hollywood, wie sie nach dem Filmklassiker „King Kong und die weiße Frau“ von 1933 genannt wurde. Abgesehen von der für damalige Zeiten sensationellen Tricktechnik ist in diesem Film zum ersten Mal ein Tier mit Gefühlen dargestellt. Die wahren Ungeheuer sind zum Schluss die Menschen in ihren Militärmaschinen, die das verliebte Monster vom Empire State Building schießen.
MKG-Direktorin Sabine Schulze hat diese Ausstellung selbst kuratiert. Ein Vermächtnis quasi, denn kommendes Jahr verlässt sie Hamburg. Immer wieder hat sie in ihrer Amtszeit gesellschaftspolitische Themen aufgegriffen, die Ausstellungen über Plastikmüll und Fast Fashion sind noch gut in Erinnerung. In der Moden-Schau gab es schockierende Videos von gequälten Schafen und Kaninchen. In der aktuellen Ausstellung werden (bis auf Kong) keine Bilder von leidenden Wesen gezeigt, hier steht das Tier vielmehr als künstlerische Inspirationsquelle im Mittelpunkt.

Rund 200 Tierdarstellungen aus mehr als 10.000 Jahren hat Schulze für diese ungewöhnliche Ausstellung zusammengetragen. Kurioses und Komisches, Kitsch und große Kunst. Nicht chronologisch geordnet, sondern einfallsreich und konfrontativ. Angefangen bei dem prähistorischen „Bernsteinelch von Weitsche“, einer vor über 14.000 Jahren entstandenen Tierfigur aus dem Wendland und der originalgroßen Kopie eines imposanten Höhlengemäldes aus Simbabwe, über Fabelwesen aus der römischen und griechischen Antike, bis zu Joseph Beuys Kojoten-Aktion „I like America and America likes me“ (Video 1974) und Ai Weiweis imposantem Tierkreis der 12 chinesischen Sternzeichen von 2011. Der chinesische Künstler hat die vergoldeten Tierköpfe, die einst im Kaiserpalast auf Menschenkörpern standen und um 1860 während des Zweiten Opiumkrieges geraubt wurden, nachgebildet und als auratisches Mahnmal im Halbkreis aufgestellt. Eine beeindruckende, wunderschöne Arbeit, die allein schon den Besuch lohnt.

„Tiere. Respekt – Harmonie – Unterwerfung“
Noch zu sehen bis 4. März 2018 im Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz, in 20000 Hamburg.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10-18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr.
Eintritt: 12 Euro, erm. 8 Euro, bis 17 Jahre frei.
Alle Infos auf: www.mkg-hamburg.de

Begleitprogramm:
ICH WERD' ZUM TIER! MASKENBASTELN FÜR KARNEVAL
So, 4. Februar 2018, 15 Uhr
Lasst euch von hüpfenden, kriechenden und fliegenden Wesen in der Ausstellung inspirieren und werdet dann selbst zum Tier! Ob als bunter Vogel oder Frosch mit Locken - Mit euren eigenen Tier-Masken zeigt ihr allen wie der Hase läuft. Da lachen ja die Hühner!

Öffentliche Führungen
So, 12. November 2017, 12 Uhr | Do, 16. November 2017, 19 Uhr | Sa, 9. Dezember 2017, 15 Uhr | So, 10. Dezember 2017, 13 Uhr (für Schwerhörige) | Do, 28. Dezember 2017, 19 Uhr | Sa, 30. Dezember 2017, 15 Uhr | Do, 11. Januar 2018, 19 Uhr | Do, 8. Februar 2018, 19 Uhr | So, 18. Februar 2018 | einstündig | im Museumseintritt inbegriffen
...in deutscher Gebärdensprache:
Donnerstag, 25. Januar 2018, 18:30 Uhr | Dienstag, 6. Feburar 2018, 11:00 Uhr | im Museumseintritt inbegriffen

Abbildungsnachweis:
Header: Franz Marc (1880-1916), Liegender Hund im Schnee, 1910/1911, Öl auf Leinwand, 62,5x105cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Verein e.V., Foto: © Städel Museum – ARTOTHEK
Galerie:
01. Ausstellungsansicht. Foto: MKG
02. Raumtext 1 „Ursprung und Inspiration“
03. Tethart Philipp Christian Haag, Orang Utan, Erdbeeren fressend, 1776, Öl auf Leinwand, 109x89cm, Braunschweig, Herzog Anton Ullrich-Museum, Kunstmuseum des Landes Niedersachsen
04. Raumtext 2 „Abgrenzung und Nähe“
05. Paul Klee (1879-1940), Der Goldfisch, 1925, Öl und Aquarell auf Papier, 49,6x69,2cm, Hamburger Kunsthalle, Hamburg, © Hamburger Kunsthalle/Elke Walford
06. Raumtext 3 „Animalität und Begehren“
07. Ausstellungsansicht. Foto: MKG
08. Max Beckmann (1884-1950), Vampir, 1947/48, Öl auf Leinwand, 53,2 x 82,6 cm, Dauerleihgabe an das Museum Folkwang, Essen, aus Privatbesitz seit 2017, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Museum Folkwang Essen - ARTOTHEK
09. Raumtext 4 „Animated Animals“
10. Merian C. Cooper & Ernest B. Schoedsack, King Kong und die weisse Frau, 1933, Filmstill, © Foto: Beta Film / Deutsches Filminstitut, Frankfurt-KINEOS Sammlung
11. Alireza Ramezani, Soon-Jo Chung, Seth Hutchinson, Bat Bot (B2), 2017, California Institute of Technology, Pasadena,© California Institute of Technology, Pasadena & University of Illinois, Urbana-Champaign / Alireza Ramezani, Soon-Jo Chung, Seth Hutchinson
12. Ausstellungsansicht. Foto: MKG
13. Raumtext 5 „Durchdringung und Aneignung”.

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