Neue Kommentare

Ada Rompf zu „The Rider”. Die zärtlich-raue Poesie der Chloé Zhao : Besser kann man meinen Lieblingsfilm dieses Früh...
yolo 456 zu Die Juden vom Altrhein: man sollte einen artikel erst einmal lesen bevor ...
yolo123 zu Die Juden vom Altrhein: Das jüdische Leben in Deutschland ist vorbei und...
Achenar Myst zu Nils Landgren with Janis Siegel: some other time: Die CD ist ein absoluter Genuss, tolle Auswahl de...
Achim zu Golnar & Mahan – Derakht: Musik, die glücklich macht - Danke !!!...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2015


Bildende Kunst

„Venedig – Stadt der Künstler“

Drucken
(84 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 21. November 2016 um 10:50 Uhr
„Venedig – Stadt der Künstler“ 4.1 out of 5 based on 84 votes.
Venedig – Stadt der Künstler. Foto Ulrich Perrey

Es gibt wohl niemanden, der nicht von ihr schwärmt. Venedig, die Stadt der Dichter, die Stadt des Karnevals, die Stadt der Sehnsucht. Und – natürlich – die „Stadt der Künstler“.
Unter diesem Titel rückt das Bucerius Kunst Forum gegenwärtig zum ersten Mal Venedigs künstlerische Inspirationskraft in den Fokus. Zeigt auf, wie der Zauber der Lagunenstadt Maler, Zeichner und Fotografen seit der Renaissance in den Bann zog – von Vittore Carpaccio, Canaletto und Tiepolo, über William Turner, Claude Monet und Wassily Kandinsky, bis hin zu Gegenwartskünstlern, wie Gerhard Richter, Candida Höfer und Thomas Struth.

Einmal durch den Canal Grande gondeln, einmal auf dem Markus Platz Tauben füttern, einmal über die Rialtobrücke spazieren und den Campanile di San Marco besteigen. Venedig ist Pflichtprogramm für die Bildungsbürger dieser Welt. Der morbide Charme, die kulissenhafte Prachtarchitektur und die illustre, 1100 Jahre währende Geschichte als eigenständige Republik und europäische See- und Handelsgroßmacht – all das hat den Mythos der Museumsstadt in den vergangenen fünf Jahrhunderten beflügelt und gefestigt.

Wie gewohnt beginnt der Rundgang durch die Ausstellung im oberen Geschoss des Forums. „Dogen und Venezianer“, „Stadtbild und Fiktion“, „Inszenierung und Parodie“ lauten die ersten drei Kapitel, die aufzeigen, welch zentrale Rolle den Künstlern der Venezianischen Schule zukam, den Ruhm Venedigs zu festigen und in die Welt zu tragen. Vorbei an den von Vittore Carpaccio (um 1465-1525) und Jacopo Tintoretto (1518-1594) gemalten Portraits der Dogen, der gewählten Oberhäupter der „Serenissima Repubblica“ (der durchlauchtigsten Republik), führt der Weg zu den großartigen Veduten, die hier im Zentrum stehen. Während im 18. Jahrhundert die Wirtschaft Venedigs bergab ging, erlebten die Stadtansichten von Giovanni Antonio Canal, gen. Canaletto (1697-1768), Bernardo Bellotto, gen. Canaletto (1721-1780), Francesco Guardi (1712-1793) oder Michele Marieschi (1710-1744) ihre Blütezeit. Die detailverliebten Gemälde vom Markusplatz, dem Dogenpalast oder dem illustren Treiben auf dem Canal Grande machten Venedig in ganz Europa bekannt. Aber auch die Gemälde von Karneval und Maskenbällen, von Gauklern und Spielern trugen geschickt zur glanzvollen Selbstinszenierung Venedigs als einer Stadt der Verführung und des Vergnügens bei. Ganz so, wie es der deutsche Maler Johann Heinrich Tischbein (1722-1789) in seinen „Glücksspieler im Rialto“ auf die Leinwand gebannt hat.

Im frühen 19. und 20. Jahrhundert lösten dann William Turner (1775-1851) und Claude Monet (1840-1926) Venedig auf zu einem Rausch aus Licht und Farbe. Ob Turners „Sonnenuntergang über der Santa Maria della Salute“ (um 1840), Monets „San Giorgio Maggiore“ (1908), Kandinskys „Rialtobrücke“ (1904), John Ruskins morbide Daguerreotypien oder die glasklaren, leeren Prachträume von Candida Höfer – es sind wirklich alles Meisterwerke, die hier aus den großen Museen von Venedig, Paris, London, Amsterdam, Frankfurt oder München zusammengetragen wurden. Unglaublich schöne und intensive Bilder, die diese Ausstellung zu einem einzigen Fest des Sehens machen.

Das andere Venedig, die traurige Wahrheit hinter der Traumkulisse – das zeigt ein sehr gut gemachter kleiner Film im Medienraum im ersten Stock. Wer die Ausstellung besucht, sollte diese fünfzehnminütige Dokumentation nicht versäumen.

„Venedig – Stadt der Künstler“
Zu sehen bis 15.1. 2017 im Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg.
www.buceriuskunstforum.de

YouTube-Videos:
Venedig. Stadt der Künstler (Bucerius Kunst Forum)
Venedig. Stadt der Künstler | Gespräch mit Kathrin Baumstark - Bucerius Kunst Forum (museumsfernsehen)


Abbildungsnachweis:
Header: Blick in die Ausstellung Venedig. Stadt der Künstler im Bucerius Kunst Forum, 2016. Foto: Ulrich Perrey
Galerie:
01. Vittore Carpaccio: Der Doge Leonardo Loredan, um 1501-1505
02. Canaletto: Ansicht des Markusbeckens in Venedig, 1735
03. Canaletto: Markusplatz mit Dogenpalast, 1740-1750
04. Pietro Longhi: Unterhaltung zwischen Maskierten, 1750-1760
05. Blick in die Ausstellung Venedig. Stadt der Künstler im Bucerius Kunst Forum, 2016. Foto: Ulrich Perrey
06. William Turner: Venedig, die Seufzerbrücke, 1840
07. Friedrich Nerly: Ansicht von Venedig mit einer Gondel im Vordergrund, um 1860
08. Claude Monet: San Giorgio Maggiore, 1908
09. Blick in die Ausstellung Venedig. Stadt der Künstler im Bucerius Kunst Forum, 2016. Foto: Ulrich Perrey
10. John Ruskin: Venedig, San Marco, Südfassade: Detail und Tetrarchen, um 1850-1852
11. Wassily Kandinsky: Erinnerung an Venedig 4 (Rialtobrücke), 1904
12. Candida Höfer: Teatro La Fenice di Venezia II 2011, 2011

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Bildende Kunst > „Venedig – Stadt der Künstler“

Mehr auf KulturPort.De

Inge Dick: „licht weiss“ – Konzeptfotografie
 Inge Dick: „licht weiss“ – Konzeptfotografie



Jahrzehntelang hat sich die aus Wien stammende Fotokünstlerin Inge Dick (*1941) mit den Themen Licht, Zeit, Raum und deren permanente Veränderung auseinanderge [ ... ]



„Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“ – Eine Zeitreise in das Mittelalter
 „Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte“ – Eine Zeitreise in das Mittelalter



Einer der berühmtesten Chronisten des Mittelalters war Thietmar von Merseburg (975-1018). Unter den römisch-deutschen Kaisern Otto III. bis zu Heinrich II. war [ ... ]



Elisabeth Weinek: „Was Sie sah“ – Andalusien, Marokko, Iran
 Elisabeth Weinek: „Was Sie sah“ – Andalusien, Marokko, Iran



Passend zur Festspielzeit werden in der Margarethenkapelle von St. Peter, eine der ältesten Kirchen Salzburgs, Fotografien gezeigt, die sich als „interkulture [ ... ]



Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte
 Ilse Helbich: Kluge Chronistin des Alters – „Im Gehen“ gefundene Gedichte



Auch heute noch geschehen beglückende Wunder: Mit 80 Jahren veröffentlichte die 1923 in Wien geborene Ilse Helbich ihren ersten Roman unter dem Titel „Schwal [ ... ]



Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National
 Thierry van Werveke: Schauspieler, Rockstar, Troublemaker, Thierry National



Thierry! – allein sein Vorname löst in Luxemburg schon entzücken aus und wird mit der Addition von „National“ zum Kult. In Deutschland und Österreich fr [ ... ]



„Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls
 „Foxtrot”. Samuel Moaz und das Konzept des Zufalls



Samuel Moaz kreiert mit dem Antikriegsdrama „Foxtrot” einen atemberaubenden ästhetischen Kosmos: zornig, visuell kühn, emotional hochexplosiv, oft grausam, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.