Werbung

Neue Kommentare

Ulrike Tempel zu Adventsmessen und Handwerkermärkte in Hamburg – Alle Jahre wieder...: Leider sind die Termine veraltet 2017 / 2018...
Irmgard Gottschlich zu 50 Jahre Sammlung Ulla und Heinz Lohmann: Herzliche Gratulation zu diesem Ereignis, nicht n...
Dr. Carola Siepmann zu Flucht ins Ungewisse - Ausstellung im Hamburger Rathaus: Hallo, gern hätte ich die Ausstellung heute ange...
Claus Friede zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Danke für Ihren Kommentar, Herr Zurch.
We...

Bernd Zurch zu „The Irishman”. Martin Scorsese und die Demaskierung des Gangsterfilms : Vielen Dank. Warum gibt es keine Sternchen mehr? ...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Bildende Kunst

Hamburg ins Gesicht geschaut

Drucken
(96 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 01. Februar 2016 um 10:00 Uhr
Hamburg ins Gesicht geschaut 4.4 out of 5 based on 96 votes.
Hamburg ins Gesicht geschaut

Bilder ohne Beschriftung, so etwas gab es wahrscheinlich noch nie in einem Hamburger Museum. Dafür Porträts über Porträts, bis unter die Decke. Die Wände sind regelrecht gepflastert mit Gemälden, Zeichnungen und Fotografien.
In der Ausstellung „Hamburg ins Gesicht geschaut“ hat das Hamburg Museum eine ganz neue Form der Präsentation gewagt. Doch um hier inhaltlich ein- und durchzusteigen, verlangt diese Bilder-Installation vom Publikum ungewöhnlich viel Mitarbeit. Im Vorübereilen werden sich die vielen Konterfeis kaum erschließen.
Helmut Schmidt, Horst Janssen, Peter Rühmkorf, Siegfried Lenz – unwillkürlich sucht man nach bekannten Gesichtern in dieser unüberschaubaren Fülle an Augen, die den Betrachter im Saal der Sonderausstellungen gleichsam umzingeln. Rund 1.000 Porträts aus fünf Jahrhunderten, gegliedert in Kapitel wie „Kindheit und Jugend“, „Familienporträts“ oder „Berufe und Berufungen“ haben die Kuratoren Ortwin Pelc (Hamburg Museum), Verena Fink (Altonaer Museum) und Jürgen Bönig (Museum der Arbeit) zusammengetragen. Abbildungen und Büsten, die fast willkürlich aus den immensen, rund 60.000 Porträts umfassenden Sammlungen der drei Historischen Museen heraus gegriffen scheinen: Junge und Alte, Arme und Reiche, bedeutende und unbedeutende, Gläubige und Ungläubige, Wohltäter und Straftäter hängen hier dicht an dicht. Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Kaufleute und Hafenarbeiter, Senatoren und Sozialarbeiter, Dichter und Denker.
Was diese Abbildungen jedweder Couleur gemeinsam haben: Sie alle zeigen Hanseaten – und diese Hanseaten sind bereits Geschichte. Das zumindest nehmen auch diejenigen Besucher wahr, die diese Gesichter im Schnelldurchlauf an sich vorüber ziehen lassen.

Wer sich jedoch eines der zahlreich zur Verfügung stehenden Saalhefte zur Hand nimmt, oder – noch besser - mit den interaktiven Touchscreens befasst, mit denen diese Schau gut ausgerüstet ist, der kann eintauchen in Hamburgs Geschichte. Eine Geschichte, die sich durchaus anhand von Porträts erzählen lässt. Wie viele Namen tauchen hier auf, die heute als Namen von Straßen, Gebäude, Plätze oder Stiftungen allgemein benannt sind – doch von denen kaum noch jemand weiß, welche Persönlichkeiten im Hamburger Stadtraum verewigt wurden: Rudolph Amsinck, Joachim Heinrich Campe, Ferdinand Laeisz, Georg Heinrich Sieveking, Cornelius Gurlitt, Wolff Salomon, Amandus Abendroth, Hein Köllisch, Ernst Merck, und so weiter und so fort.

Sie haben Hamburg geprägt, sie haben hier in den vergangenen Jahrhunderten gewirkt. Und wer die Straßen kennt, den wird es sicher interessieren, hier ein Gesicht (und eine Geschichte) zu dem Namen zu finden.
Und die anderen, die Unbekannten? Nun, auch die geben Aufschluss. Zum Beispiel darüber, wie Ende des 19. Jahrhunderts Kriminelle „ohne Beschönigung im vorgefundenen Zustand abgelichtet werden“, wie es im Katalog heißt.

Hamburg ins Gesicht geschaut
Zu sehen bis zum bis 22.5.2016, im Hamburg Museum, Holstenwall 24, 20355 Hamburg
Geöffnet: Di-Sa 10-17 Uhr, So 10-18 Uhr,
Eintritt 9 Euro/ erm. 5.50 Euro, unter 18 Jahren Eintritt frei.

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Header: Detail aus Heidi Kabel und Henry Vahl, um 1968, Plattencover. Foto: SHMH Hamburg Museum
Galerie:
01. David Kindt: Isabeau Amsinck (1583-1662), 1604, Ölgemälde auf Holz. Foto: SHMH Hamburg Museum
02. Marie Lühmann: Porträt von Julie de Boor, 1899, Ölgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
03.
Polizeifoto einer Frau, um 1900. Foto: SHMH Hamburg Museum
04. Dipl. Ing. Teichgräber, Amt für Strom- und Hafenbau. Bau Alter Elbtunnel, 1910. Foto: SHMH Museum der Arbeit
05. Ferd. Braune: Gorch Fock, 1916. Foto: SHMH Hamburg Museum
06. Fritz Kistenmacher: Richard Ohnsorg, 1942, Öl auf Karton. Foto: SHMH Hamburg Museum
07. GERMIN: Lehrjungs machen Mittagspause, 1951. Foto: SHMH Museum der Arbeit
08. Manfred Schlotter: Bürgermeister Herbert Weichmann, 1970, Ölgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
09. Hans Meyer Veden: Herr und Frau Köplin im Souvenirladen in Altona, 1994. Foto: SHMH Altonaer Museum
10. Johannes Nawrath: Peter Rühmkorf, 2004, Acrylgemälde. Foto: SHMH Hamburg Museum
11. Jochen Hein: Siegfried, 2015, Ölgemälde. © Jochen Hein

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Bildende Kunst > Hamburg ins Gesicht geschaut

Mehr auf KulturPort.De

Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard
 Impressionismus – Meisterwerke aus der Sammlung Ordrupgaard



Zum zweiten Mal zeigt die Hamburger Kunsthalle Meisterwerke aus dem dänischen Museum Ordrupgaard. Erst im Frühjahr war „Im Licht des Nordens“ zu Gast. Nun  [ ... ]



Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.
 Kunstbetriebe3 – Skulptur verändert.



11 Künstlerinnen und Künstler – 11 Betriebe: Künstler und Betriebe der Region Lübeck zusammenzubringen, ist das Vorhaben der „KunstBetriebe“, das in di [ ... ]



„Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin
 „Das unverlierbare Leben“ von Marion Tauschwitz – Unvergessliche Erinnerungen an Hilde Domin



„Hilde Domins Dichtung ist Spiegelbild ihres Lebens. Werk und Leben sind eng miteinander verknüpft. Das eine ohne das andere nicht denkbar“, schreibt Marion [ ... ]



Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation
 Les Passions de l'Ame: Variety – The Art of Variation



Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680), Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) und Johann Joseph Fux (um 1660-1741) gehören nicht zu den österreichischen Kompon [ ... ]



„Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns
 „Der Leuchtturm” – Robert Eggers und die Metaphorik des Wahnsinns



Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers inszeniert seinen Film „Der Leuchtturm” ästhetisch virtuos als expressionistische finstere Horror-Mär zwischen [ ... ]



Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst
 Add art – zum 7. Mal Einblicke in die vielfältige unternehmerische Beschäftigung mit Kunst



Hamburgs Unternehmen können sich der Öffentlichkeit als Kunstförderer vorstellen, die Öffentlichkeit hat die einmalige Chance, Sammlungen kennenzulernen, zu  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.