Neue Kommentare

rene füsli zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: vergleiche fördern bewusstsein und wahrnehmung. ...
Eva zu Kunst oder Pornographie? "Die nackte Wahrheit und anderes" Aktfotografie um 1900: Das Wort Knaben trifft auch für männliche Jugen...
Herbert Klimmesch zu Kunst oder Pornographie? "Die nackte Wahrheit und anderes" Aktfotografie um 1900: "Zudem entstanden Kinder- und Knabenakte in unsch...
Nora Seibert zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Man muss nicht immer Dinge vergleichen, die nicht...
Stipe Gojun zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Ach, wie gern würde ich heute ins Kino gehen. Ob...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Bildende Kunst

„Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“. Sammlung Falckenberg

Drucken
(114 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 12. März 2015 um 10:59 Uhr
„Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“. Sammlung Falckenberg 4.4 out of 5 based on 114 votes.
Selbstjustiz durch Fehleinkäufe. Sammlung Falckenberg

Ziemlich blöd guckt sie aus der Wäsche. Nein, falsch, vielmehr aus der Schärpe.
Die Frau mit dem dunkel angelaufenen Kopf und ihren zwei Einkaufstaschen steht ja völlig nackt vor gelbem Grund – bis auf die rote Schärpe, die sich leuchtend von dem gelbgrünlichen Leib abhebt. „Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“ hat Martin Kippenberger (1953-1997) diese 1984 auf die Leinwand gebannte Abrechnung mit einer Liebschaft genannt. „Aber Kippenberger wäre nicht Kippenberger, wenn seine Arbeit nicht zugleich allgemein ein gekonnter Seitenhieb auf das Kunstsammeln wäre“, schreibt Harald Falckenberg in seiner Einführung.

Lange hat der Hamburger Sammler nach diesem Bild gesucht. Nachdem er es im Sommer 2014 endlich in den Händen hielt, inspirierte es ihn zur gleichnamigen Ausstellung – einem rund 140 Arbeiten umfassenden Querschnitt durch die Neuerwerbungen seit 2011.

Harald Falckenberg ist einer der angesehensten und potentesten Sammler Deutschlands. Und doch zählt er sich nicht zur Riege der Superreichen, die Kunst als Statussymbol sehen und jede x-beliebige Summe zahlen. Ganz im Gegenteil, die Kunstwelt, bei der es nur noch um Kapitalanlage, gelegentlich auch um Geldwäsche geht, ist ihm höchst suspekt. Und Künstler wie Jeff Koons und Damian Hirst, die auf dieser Hype-Welle ganz oben schwimmen, ebenso.
Falckenberg sammelt seit 20 Jahren Konzeptkunst, Richard Artschwager, John Baldessari, Hanne Darboven und Konrad Klapheck, um nur einige Namen zu nennen. Vor allem aber Counter Culture, wie die subversive, gegen den Mainstream schwimmende Kunstrichtung neudeutsch genannt wird. Künstler, wie den frühverstorbenen Punk Martin Kippenberger gehören dazu oder der Aktions- und Konzeptkünstler John Bock, dessen Schrott-Installationen nicht selten ganze Räume füllen und zu riesigen Bühnenbildern geraten. Auch der amerikanische Performance- und Installationskünstler Mike Kelley (1954-2012), Paul McCarthy, Albert Oehlen oder der visionäre Allrounder Christoph Schlingensief. Weit mehr als 60 Positionen sind jetzt bei den Neuerwerbungen der vergangenen vier Jahre vertreten, völlig unterschiedliche Künstler, die jedoch eines vereint: Sie haben sich von der kommerziellen Schiene verabschiedet. Behandeln stattdessen gesellschaftliche Entwicklungen, wie Falckenberg schreibt: „Fragen und Probleme, die uns alle angehen“.

„Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“, ist zu sehen bis 25. Mai, in der Sammlung Falckenberg, Wilstorfer Straße 71, Tor 2, 21073 Hamburg-Harburg,
Öffnungszeiten und Führungen: Do und Fr 18 Uhr, Sa 12 und 15 Uhr, So 12, 15 und 17 Uhr, Anmeldung ist erforderlich.
Individuelle Führungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Absprache möglich.
Anmeldung und Information.


Abbildungsnachweis:
Header: Außenansicht der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg.
Galerie:
01. Martin Kippenberger, Selbstjustiz durch Fehleinkäufe, 1984. Mixed media auf Leinwand. 120x100 cm. © Martin Kippenberger Estate. Foto: Adam Reich.
02. Christoph Schlingensief: The African Twintowers. Stairlift to Heaven. Installation, Größe variable; Courtesy Hauser & Wirth. Foto / Photo: Uwe Walter.

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Bildende Kunst > „Selbstjustiz durch Fehleinkäufe“. Samml...

Mehr auf KulturPort.De

Axel Simon: Eisenblut
 Axel Simon: Eisenblut



Das alles für was?
„Eisenblut“ ist der erste Band einer Reihe, in der Gabriel Landow, gefallener Sohn einer ostpreußischen Getreidejunker-Dynastie, als Er [ ... ]



The Henry Girls: Shout, Sister Shout
 The Henry Girls: Shout, Sister Shout



Sie sind Irish, sie sind Geschwister, sie sind gut!
In dem Dreihundert-Seelen-Nest Malin (Irish: Málainn), in der Grafschaft Donegal, ganz im äußersten Norde [ ... ]



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz
 Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen, hat am vergangenen Samstag ihre Flügel ausgebreitet und ist davongeflogen wie das Rotkehlchen vor ihrem Fenster,  [ ... ]



Anime: Psycho Pass – Sinners of the System
 Anime: Psycho Pass – Sinners of the System



Ein spannender Cyperpunk-Thriller, angesiedelt im 21ten Jahrhundert und gepaart mit actiongeladener Science-Fiction erzählt von drei verschiedenen Fällen rund  [ ... ]



Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin
 BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin



Menschen, Bücher, Sensationen: An diesem Wochenende, vom 27. bis 29. März 2020, sollte die renommierte BuchDruckKunst im Museum der Arbeit stattfinden. Ein Hig [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.