Neue Kommentare

rene füsli zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: vergleiche fördern bewusstsein und wahrnehmung. ...
Eva zu Kunst oder Pornographie? "Die nackte Wahrheit und anderes" Aktfotografie um 1900: Das Wort Knaben trifft auch für männliche Jugen...
Herbert Klimmesch zu Kunst oder Pornographie? "Die nackte Wahrheit und anderes" Aktfotografie um 1900: "Zudem entstanden Kinder- und Knabenakte in unsch...
Nora Seibert zu Thomas Gainsborough – die moderne Landschaft: Man muss nicht immer Dinge vergleichen, die nicht...
Stipe Gojun zu „La Vérité” Hirokazu Kore-eda und der Mythos Familie : Ach, wie gern würde ich heute ins Kino gehen. Ob...

Lange Nacht der Museen Hamburg

Hamburger Architektur Sommer 2019


Architektur

AURA - ein Lichtkunstwerk in Hamburgs Übersee-Quartier

Drucken
(305 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 14. September 2012 um 09:08 Uhr
AURA - ein Lichtkunstwerk in Hamburgs Übersee-Quartier 4.6 out of 5 based on 305 votes.
AURA - ein Lichtkunstwerk in Hamburgs Übersee-Quartier - Till Nowak

Die Lichtinstallation AURA des Künstlers Till Nowak besteht aus zwölf großen Glasquadern, die sich wie Stützpfeiler architektonisch in einen Arkadengang entlang der Osakaallee in Hamburgs HafenCity reihen.
Das Werk ist in die Architektur in einer geradezu natürlichen Weise integriert – Ort und Kunstwerk gehen eine Symbiose ein. Die Osakaallee bildet die östliche Begrenzung des Übersee-Quartiers.
Ab Dämmerung befindet sich AURA zunächst im Ruhezustand, in einer gleichbleibenden Atmosphäre sanften Lichts. Die Glasquader reagieren allerdings wie von unsichtbarer Hand gesteuert, sobald Bewegung in ihrem unmittelbaren Umfeld stattfindet: vorbeigehende Spaziergänger, Radfahrer, Skater oder Busse. Nähert sich der Besucher an eines der Glasobjekte an, wird dieses aktiviert und leuchtet in unterschiedlichen Farbnuancen auf. Farbigkeit und Intension des Lichts verändern sich für einen zeitlich bestimmten Moment, bevor der Ruhemodus wieder eintritt. Jeder trägt durch die Bewegung seinen Lichtschein mit sich, während er die Arkaden entlang geht oder fährt.

„Mit Licht als künstlerisches Medium kann ich Räume in variierende Zustände einhüllen, ohne sie dabei materiell zu verändern. Licht ist in besonderer Weise dreidimensional, denn es bleibt nicht an einem Ort, wie zum Beispiel die Farbe auf einer Leinwand, sondern beleuchtet angrenzende Objekte sowie den Betrachter selbst, wodurch ein Lichtkunstwerk seine Umgebung zu einem Teil des Kunstwerkes macht“, sagt der Künstler zu seinem Werk.

Nowak macht mit AURA nicht nur Bewegungsrichtungen sichtbar, sondern auch Interaktion, denn die agierenden Menschen dienen als Impulsgeber für die nächtlichen Veränderungen der Lichtquader und des gesamten Straßeneindrucks. Vergleichbar mit einer modernen Musikkomposition spielt sich entlang der Arkade eine Lichtkomposition ab. Die Unberechenbar- und Unvorhersehbarkeit der Bewegungsrichtungen und Dauer spielt hierbei eine gewichtige Rolle, denn diese unterliegen keiner Choreographie. So entsteht bei starkem Besucherandrang ein sich permanent veränderndes Kunstwerk mit Lichtimpulsen, die weithin sichtbar sind. Der Künstler schafft zunächst grundsätzliche Voraussetzungen, die Passanten übernehmen dann einen gehörigen Teil der künstlerischen Kommunikation und Verantwortung durch ihre Bewegungen und beeinflussen somit die Wahrnehmung. Die Besucher finden sich vor Ort in zwei unterschiedlichen Situationen wieder: Als Betrachter, die aus einer gewissen Entfernung, beispielsweise von der gegenüberliegenden Straßenseite aus, das Geschehen beobachten und die Lichtinstallation fast vollständig wahrnehmen können, oder selbst als Agierende, die sich an der Arkade und den Glasquadern entlang bewegen und somit die Lichtimpulse auslösen und immer nur einen Bruchteil des gesamten Werkes miterleben können, denn die Lichtveränderung ist aus der Nähe wesentlich weniger wahrnehmbar als aus der Distanz.

Künstlerisch greift Till Nowak mit AURA eine seit Jahrzehnten geführte kunstimmanente Diskussion mit der Frage auf: Ab wann ist ein Werk ein Werk. Ist AURA bereits im Ruhezustand ein definiertes und vollständiges Werk oder sollte man es in diesem Modus vielmehr als in Lagerform befindlich bezeichnen, als Instrumentarium? Oder wird es erst durch die Benutzung zum eigentlichen Werk? Denn ohne die Benutzbarkeit würden entscheidende Faktoren fehlen, die das Werk zu dem machen was es ist.

„Als Künstler interessiert mich der Gedanke, meine Umgebung als eigenständig handelndes Wesen zu verstehen“, erklärt Nowak. „Meine Lichtinstallationen geben einer ansonsten passiven Umgebung ein Eigenleben. AURA reagiert selbständig auf Menschen und deren Bewegungen, teilweise spontan und unvorhersehbar wie ein Lebewesen, gleichzeitig subtil und unaufdringlich.“

AURA

ist ab Mitte September 2012 ab Dämmerungsbeginn zu sehen und begehen, Osakaallee, Hamburg-HafenCity
Informationen unter
www.aura-hamburg.de
Einen weiteren Kultur-Port-Beitrag über Till Nowak finden Sie hier.
Der WebTV-Beitrag von Kultur-Port mit Till Nowak ist hier zu finden.


Fotonachweis:
Header: Simulation von AURA
Galerie: Simulationen und Fotos: Till Nowak

Kommentar verfassen
(Ich bin damit einverstanden, dass mein Beitrag veröffentlicht wird. Mein Name und Text werden mit Datum/Uhrzeit für jeden lesbar. Mehr Infos: Datenschutz)

Ihr Name (erscheint mit ihrem Kommentar) *
Ihre Email (Nur für unseren Bestätigungslink)
Code (Hier eintragen)   
Meinen Kommentar abschicken
 
Home > Blog > Architektur > AURA - ein Lichtkunstwerk in Hamburgs Überse...

Mehr auf KulturPort.De

Axel Simon: Eisenblut
 Axel Simon: Eisenblut



Das alles für was?
„Eisenblut“ ist der erste Band einer Reihe, in der Gabriel Landow, gefallener Sohn einer ostpreußischen Getreidejunker-Dynastie, als Er [ ... ]



The Henry Girls: Shout, Sister Shout
 The Henry Girls: Shout, Sister Shout



Sie sind Irish, sie sind Geschwister, sie sind gut!
In dem Dreihundert-Seelen-Nest Malin (Irish: Málainn), in der Grafschaft Donegal, ganz im äußersten Norde [ ... ]



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz
 Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen. Ein persönlicher Nachruf von Purple Schulz



Meine kleine Schwester im Herzen, Regy Clasen, hat am vergangenen Samstag ihre Flügel ausgebreitet und ist davongeflogen wie das Rotkehlchen vor ihrem Fenster,  [ ... ]



Anime: Psycho Pass – Sinners of the System
 Anime: Psycho Pass – Sinners of the System



Ein spannender Cyperpunk-Thriller, angesiedelt im 21ten Jahrhundert und gepaart mit actiongeladener Science-Fiction erzählt von drei verschiedenen Fällen rund  [ ... ]



Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf
 Die letzten zehn Tage im Leben einer Ikone: „Ach, Virginia“. Ein Roman über Virginia Woolf



Virginia Woolf (1882-1941) ist eine Ikone der literarischen Moderne. Wie kaum eine andere Frau ihrer Zeit steht sie für das Ringen um Eigenständigkeit und Raum [ ... ]



BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin
 BuchDruckKunst 2020 – Das Magazin



Menschen, Bücher, Sensationen: An diesem Wochenende, vom 27. bis 29. März 2020, sollte die renommierte BuchDruckKunst im Museum der Arbeit stattfinden. Ein Hig [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.