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Film

„Der Lorax“ – Eine kleine Kreatur mit großen Ambitionen

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Geschrieben von: Lilian Tietjen  -  Donnerstag, den 05. April 2012 um 09:12 Uhr
„Der Lorax“ – Eine kleine Kreatur mit großen Ambitionen 4.5 out of 5 based on 181 votes.
Der Lorax

Für den neuen 3D-Animationsfilm, „Der Lorax“, lieh Danny DeVito der Titelfigur seine Stimme, einem orangefarbenen, erdnussförmigen Waldhüter, der hartnäckig um seine Umwelt kämpft.
In Berlin sprach DeVito mit Kultur-Port.De-Redakteurin Lilian Tietjen über sein Elektroauto, das Potential von Kindergeschichten und warum er sich dem „Wahnsinn“ hingab, den Film ebenfalls in deutscher Sprache zu synchronisieren.

Die Handlung beginnt mit dem 12-jährigen Ted, der seinem Schwarm, der 16-jährigen Audrey, ihren größten Wunsch erfüllen will: „Einmal im Leben einen echten Baum sehen.“ Ihr Zuhause, die hochtechnisierte Stadt Thneedville, gleicht einem futuristischen Disneyland, welches der Natur schon lange keinen Platz mehr einräumt. Sogar die Luft beziehen die Bewohner über Aloysius O´Hare, den kapitalistischen Herrscher von Thneedville. Schuld ist der Once-ler, ein einst junger ambitionierter Geschäftsmann, der aus Profitgier alle Bäume des Truffula Tals mit weitreichenden Konsequenzen fällen ließ. Trotz energischer Bemühungen des Lorax, den Once-ler um sein vernichtendes Vorhaben zu bringen, wich das farbenfrohe, von drolligen Tieren bevölkerte Tal kurzerhand grau-schwarzem Ödland. Abgelegen und umgeben von Schutzmauern findet hier seither lediglich der verbitterte alte Once-ler Zuflucht. Unter Anweisung seiner Großmutter Norma, welche die Wandlung des Truffula Tals miterlebte, begibt sich Ted auf eine abenteuerliche Reise zum Once-ler, der ihm schließlich seine Vergangenheit schildert. Er überreicht Ted den letzten Truffula Samen, der nun über die Zukunft der Thneedville Bewohner entscheiden soll. „Der Lorax“ ist die Adaption des gleichnamigen US-amerikanischen Kinderbuchklassikers, illustriert und geschrieben von Theodor Seuss Geisel, bekannt unter dem literarischen Double, „Dr. Seuss“.


Danny DeVito spricht über das Angebot und die wichtige Nachricht des Films.


Danny DeVito über die vielen Sprachaufnahmen.

Sprechen wir von Animationsfilmen Herr DeVito: Sie gaben einem Bösewicht in „Space Jam“ und Figuren in „Last Action Hero“ und „Herkules“ ihre Stimme. Warum diese Filme?

„Meine erste Sprechrolle war sogar für „Mein kleines Pony”. Ich war neugierig wie meine Kinder reagieren würden, wenn ihr Vater aus einer animierten Figur zu ihnen spricht“.

DeVito folge bei der Auswahl seiner Rollen ausschließlich seinem Instinkt. Das Angebot, den Lorax zu vertonen, habe er sofort angenommen: „Die Geschichte ist etwas ganz besonderes für mich. Ich habe vor Jahren schon meinen Kindern aus dem Buch vorgelesen. Außerdem entspricht die Umweltlehre der Geschichte auch meinen Auffassungen.“

Haben sie selbst schon Bäume gepflanzt?

„In meinem eigenen Garten habe ich viele gepflanzt: einen Korallenbaum, Platanen, Teebäume, eine Eiche. Da ich vorrangig jedoch Schauspieler bin, willige ich bei Projekten wie dem „Lorax“ schnell ein, denn er regt zum nachdenken an“.
Darüber hinaus müssten die Menschen auch häufiger agieren. Danny DeVito erzählt begeistert von seinem umweltschonenden Auto: „Ich fahre jeden Tag mit meinem Elektroauto zur Arbeit. Eine Tankstelle habe ich seit sechs Monaten nicht mehr benutzt“. Dass wir die Welt mit Elektroautos nicht retten können, wisse er. Der Versuch, das Pendel in eine andere Richtung zu bewegen, sei trotzdem notwendig.

Ob Filme die Einstellungen von Menschen ändern können?

„Ich denke, „Der Lorax“ ist ein Katalysator. Wenn Kinder nach einer Vorführung Fragen, ob Orte wie das Truffula Tal auch in unserer Welt zerstört werden, erzählen Eltern vielleicht von den Zuständen der Regenwälder und schon fängt das riesige Pendel an zu schwingen.“

Im Jahr 1960 schrieb Dr. Seuss in einem Essay: „Die Lektüre und die Gedanken von Kindern, sind der Grundbaustein, auf welchem sich unser Land erhebt oder nicht erhebt“. Mit dem 1971 publizierten Buch, „Der Lorax“, war er seiner Zeit weit voraus. In den USA befindet sich der Film derzeit auf Platz eins der Kinorangliste und beweist, dass die Geschichte auch heute für Zuschauer aller Altersgruppen Relevanz besitzt. Darüber hinaus schrieb die US-amerikanische Onlinezeitung „Huffington Post“, der Filmverleih kooperiere für dieses Projekt ausschließlich mit umweltaffinen Partnern. Nichtsdestotrotz ist das Thema Umwelt heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Wiederspruch, Gedanken an eine naturschonende Lebensweise zu besitzen und Wegwerfprodukte zu konsumieren, ist ein fester Bestandteil des europäischen und US-amerikanischen Lebens geworden. Dieses Dilemma zu thematisieren fehlt in der Adaption des „Lorax“, obwohl eine solche Auseinandersetzung heute vielleicht notwendiger wäre, als allgegenwärtige Tatsachen zu wiederholen.

Den in New Jersey geborenen Danny DeVito hat sein Enthusiasmus für den „Lorax“ dazu bewegt, ihn in mehreren Fremdsprachen aufzunehmen. Er habe noch nie zuvor eine deutsche Synchronisation gewagt. DeVito ist ebenfalls in der spanischen, italienischen und russischen Fassung zu hören. Ob es sehr schwer gewesen sei? „Sehr schwer. Jede Sprache hat ihren eigenen Mount Everest. Fünf Tage die Woche durfte ich acht Stunden am Tag meinen Platz nicht verlassen, bis die Sprachtrainer und Muttersprachler ihr ok gaben.“ Besonders das deutsche Wort „ich“ trieb DeVito in die Verzweiflung. Eine Synchronisation bedarf schließlich nicht nur der Wiedergabe von Worten. Die Intonation muss den trockenen Humor, welcher in vielen Szenen des „Lorax“ existiert, glaubhaft zum Ausdruck bringen. Die raren Pausen nutzte DeVito um sein Gesicht mit Wasser zu beträufeln, in sein Spiegelbild zu starren und zu sagen: “Du Wahnsinniger, was tust du hier eigentlich!“ Doch der Aufwand wird letztendlich belohnt. DeVitos unverwechselbarer Jersey-Akzent belebt den deutschen „Lorax“ und lässt ihn, trotz seines ernsthaften Unterfangens, die Natur zu retten, ausgesprochen unterhaltsam erscheinen.


 

(ca. 2.23 Min.) Trailer


„Der Lorax“, Laufzeit: 86 Min
Kinostart: 19.07.2012
Im Verleih von Universal Pictures und Illumination Entertainment

Regie: Chris Renaud, Kyle Balda
Drehbuch: Ken Daurio, Cinco Paul, Dr. Seuss (Buch)
Produzenten: Chris Meledandri, Audrey Geisel, Ken Daurio, Cinco Paul
Sprechdarsteller: Danny DeVito, Ed Helms, Zac Efron, Taylor Swift, Betty White, Rob Riggle.

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