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"Friendly Footage - Kunst und Spielfilm"

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Donnerstag, den 19. Mai 2016 um 11:00 Uhr
Die Ausstellung geht anhand ausgesuchter Positionen den zahlreichen Bezügen nach, die zeitgenössische Kunst mit dem Genre Spielfilm verbindet. Sie fragt nach den Realitäts- und Fiktionsvorstellungen in Spielfilmen, die in der Kunst ihre Reflexion oder ihr Weiterleben führen: welche Zitate, welche Metaphern oder Konstruktionen finden in der bildenden Kunst ihre Fortsetzung oder ihren Widerhall? Und welche konkreten und realitätsnahen Verweise finden dort ihren Niederschlag?

Beiden Genres, Spielfilm und Kunst liegt ein kollektives Bildgedächtnis zu Grunde. Spielfilme und Bilder sind ihrem Publikum bekannt und von ihnen regelrecht verinnerlicht. Die Ausstellung bezieht sich auf dieses kollektive Kennen, spielt mit Assoziationen, Bezügen und Atmosphären. Mit ihm lassen sich unmittelbar Beziehungen zu konkreten Schlüsselszenen, Stimmungen oder Fragmenten herstellen. Die im Spielfilm häufig verwendete opulente Bildarchitektur mit dessen Schau- und Handlungsfenstern ist ebenfalls in der Kunst bekannt.

Die eingeladenen Künstler widmen sich einerseits den Handlungs-, Raum- und Beziehungsgefügen, andererseits den atmosphärischen Grundstimmungen. Ihnen geht es oftmals weder um eine Wiedererzählung einer filmischen Handlung, noch um ein Remake oder eine bloße Kommentierung von Spielfilm, noch um eine intellektuelle Rehabilitierung des Spielfilms durch die Kunst. Die teilnehmenden Künstler benutzen den Spielfilm als Inspirationsquelle, als eigenständiges Footage-Material und katalysieren einzelne Essenzen zu eigenständigen Werken – mit und ohne direkten Wiedererkennungswert. Die Bandbreite des Umgangs und der Rückkopplung mit dem Medium Spielfilm ist immens groß, diese fängt beim Integrieren an und hört beim Entzweien und Destabilisieren auf. Die Kunstwerke verdichten komplexe filmische Sachverhalte und Atmosphären zu Einzelbildern, Bildserien, Objekten und digitalen Techniken.

„Friendly Fire“ bezeichnet im Militär-Jargon den Beschuss durch die eigenen Truppen. Der Begriff „Friendly“ im Titel bezieht sich auf den „freundlichen Beschuss“ der Kunst mittels Hinterfragen und Neucodierung des filmischen Materials, quasi als „freundliche Übernahme“. Footage bezeichnet ursprünglich das rohe Ausgangsmaterial für den Filmschnitt. Der Begriff fand bald Eingang in die Kunst, z.B. als „found footage", das Bildwelten aus gefundenem Material beschreibt.

Die Ausstellung „Friendly Footage - Kunst und Spielfilm“ zeigt vom 8.6. bis 9.9.2016 in der Wachholtz-Villa, im ehemaligen Pferdestall sowie in der Gerisch-Galerie ernsthafte bis augenzwinkernde künstlerische Positionen.
Kuratiert von Prof. Claus Friede.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein.

Eröffnung: So. 5. Juni 2016, 12:00 Uhr
Begrüßung: Brigitte Gerisch, Einführung: Prof. Claus Friede


Parallel zur Ausstellung wird ein Rahmenprogramm das Publikum genreübergreifend ansprechen:
Sonntag, 26. Juni, 16 Uhr
Lesung mit Dagmar Seifert
Anlässlich der „Friendly-Footage“-Ausstellung liest die Schriftstellerin Dagmar Seifert aus ihrer Geschichte über den fiktiven deutschen Regisseur Adam Koschwitz.
Eintritt 12 € (Reservierung erbeten)

Sonntag, 10. Juli, ab 14 Uhr
„Friendly Foo(d)age“ – Picknick im Park
Wer inszeniert das schönste Picknick zu seinem Lieblingsspielfilm? Die Stiftung schreibt einen Wettbewerb aus: Selbst mitzubringen sind alle Utensilien, die für ein gutes, außergewöhnlich inszeniertes Picknick-Thema notwendig sind. Ob „Jenseits von Afrika“, „Star Wars“ oder „Manche Mögens Heiß“ – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Getränke sind über das Café Harry Maasz erhältlich. Die ersten drei Gewinner erhalten Preise. Jeder andere Picknick-Gast ist selbstverständlich ebenfalls willkommen! (Anmeldung unter: Tel.: 04321-555 120).

Sonntag, 4. September, 12 Uhr
Filmvorführung und Gespräch: Peter Sempel – „Die Ameise der Kunst“
Deutschland 2010, 94 Min. Regie: Peter Sempel, Mitwirkende: Jonathan Meese, Daniel Richter, Neo Rauch, Bazon Brock, Blixa Bargeld u.a.
Im Anschluss: Künstlergespräch in der Zebra-Bar. ArtLounge mit Nane v. Stülpnagel und Claus Friede im Gerisch-Kino.
Eintritt 12 € inkl. Ausstellungsbesuch (Reservierung erbeten Tel.: 04321-555 120)
Die Filmvorführung wird gefördert vom Verein zur Förderung der Kunst in Neumünster e.V.


Herbert Gerisch-Stiftung
Brachenfelder Straße 69
24536 Neumünster
Eintritt: Erw. 8 €, erm. 5 €, Jahreskarte 30 €. Führung: 9 € p.P.
Geöffnet: Mi.-So. 11-18 Uhr, Apr.-Sept. Sa+So 11-19 Uhr.
Sonntagsführungen: jeweils um 12 Uhr
Tel.: 04321-55512-0
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.gerisch-stiftung.de

Beteiligte Künstler:

Jürgen Albrecht (DE) *1954 in Hamburg. Lebt und arbeitet in Hamburg.
1978-1985 Kunststudium an der Kunstakademie München und der Hochschule für bildende Kunst, Hamburg. Ausstellungen: 2015 Altelier 71, Hamburg / 2011 „Runge.Heute“, Kunstrhaus Hamburg / 2009 Espace de l´Art Concret, Mouans-Sartoux, Frankreich / 2007 „Nordskulptur:Licht“ Sagahalle, Neumünster.

Gabriele Aulehla (DE) *1963 in München. Lebt und arbeitet in Frankfurt/M.
1984-1994 Studium an der Hochschule für Gestaltung, Würzburg und der Städelschule, Frankfurt/M. Ausstellungen: 2014 „Verliebte Künstler, Kunstschiff, Rotterdam, Niederlande / 2013 „Painting Today“, Kunsthalle Rhein-main, Offenbach / 2009 AusstellungsHalle, Frankfurt/M.

Wim Bosch (NL) *1960 in Groningen, Niederlande. Lebt und arbeitet in Groningen.
1982-1987 Studium an der Minerva Kunstakademie, Groningen. Ausstellungen: 2015 „Wim Bosch“, Kunstfoyer Oldenburg / 2013 „Silica Valley“, Kunstverein Grafschaft Bentheim, Nordhorn / 2014 „Huizenzee“, Witteveen Art Center, Amsterdam, Niederlande / 2009 MK Galerie, Berlin / „Fruchtbare Augenblicke“ Landeskulturzentrum Salzau.

Peter Boué (DE) *1957. Lebt und arbeitet in Hamburg.
Ausstellungen: 2015 „Landschaften/Bauten“, Kunstverein Achim / 2014 Stadtgalerie im Elbeforum, Brunsbüttel / 2013 „Out of Area“, Walden, Berlin / 2005 „Deimos/Phobos“, Feld für Kunst, Hamburg

Viviane Gernaert (DE) *1976 in München. Lebt und arbeitet in Hamburg.
1999-207 Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Ausstellungen: 2015 „Summer of Paper“, Galerie Biesenbach, Köln / „Die neue Sinnlichkeit“, magdeburg / 2011 „Schichten“, Kunstforum Markert Hamburg / 2009 „Close“ Kunstverein Buchholz.

Thomas Judisch (DE) *1981 in Waren. Lebt und arbeitet in Hamburg.
2003-2011 Studium an der Muthesius Hochschule, Kiel und an der Kunstakademie Dresden.
Ausstellungen: 2015 „heute war gestern – Zwischen Dreizack und Olivenbaum“, Skulpturhalle Basel, Schweiz / 2014 „RCHAEA“ BETON Art Space, Artist Run Festival, Kopenhagen, Dänemark / 2013 „Unsere Kunst – Eure Kunst 2013“, Einblicke in die Sammlung der Stadtgalerie Kiel, Stadtgalerie, Kiel / 2012 „Regionale 1 – Aus der Region“, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck.

Nils Kasiske (DE) *1978 in Hamburg. Lebt und arbeitet in Hamburg.
2001-2004 Studium der Medienkultur und Germanistik an der Universität Hamburg. 2009 Gaststudium an der Städelschule Frankfurt/M. Ausstellungen: 2014 Galerie Gerken, Berlin / 2013 Galerie Heliumcowboy, Hamburg / 2012 „Kunst und Politik“, Kulturbunker Bremen.

Armin Mühsam (US) *1968 in Klausenburg/Rumänien. Lebt und arbeitet in Maryville/USA.
1994-1997 Studium der Kunst an Montana State University, Bozeman, USA. Seit 2013 Professor an der Missouri State University in Maryville, USA. Ausstellungen: 2015 Ucross Foundation Artist Residency, Wyoming, USA / Derryberry Gallery, Tennessee Tech University, Cookeville, USA / 2014 „Siren Songs", Ambacher Contemporary, München / 2013 Stadtgalerie Barmstedt, Barmstedt / Charleston Heights Art Center, Las Vegas, USA / 2012 Kunstforum Markert, Hamburg / New Harmony Gallery of Contemporary Art, New Harmony, USA.

Marcel Petry (DE) *1973 in Frankfurt/M. lebt in Hamburg und Frankfurt/M.
2008-2014 Studium an der Städelschule Frankfurt/M. und an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Ausstellungen: 2012 „Al Atalal“, Oum Karthum Museum, Kairo/Ägypten / 2013 „Geänderte Dialektik“, Kunstforum Markert, Hamburg / „The big Good Bye“, Kunstverein Heppenheim / 2015 Städel Museum.

Tina Winkhaus (DE) *1966 in Essen geboren. Lebt und arbeitet in Berlin.
1987-89 Studium an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie, München.
Ausstellungen: 2012 „5 minutes“, Centre Pompidou, Paris, Frankreich / 2011 „Desire“, Kunstmuseum Bergen, Norwegen / 2010 „Die Unsterblichkeit der Sterne“, Kunstmuseum Solingen.
 

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