Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1647 Gäste online

Neue Kommentare

Toby Alderweireld zu „Rammstein: Paris”. Neue Deutsche Härte trifft auf Mad Max: Ein so großer, noch dazu dermaßen durchdachter ...
Lena zu Paula Modersohn-Becker. Der Weg in die Moderne: Was Frau Isabelle Hofmann da schreibt, stimmt haa...
Peter Schmidt zu Verleihung der Goldenen Kamera – mit Bruno Ganz und ohne Friede Springer: Ich hatte nicht geahnt, dass ich der Verleihung i...
Bertil und Astrid zu Paolo Conte in der Elbphilharmonie : Genau so war es !! Paolo , die Band und Elphi ! G...
Knörz zu „Silence” – Wo Judas zum Wiederholungstäter wird: Ja, ist denn schon wieder Ostern?...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


News-Port

Neu: Literatur und Kino aus Italien

Drucken
Donnerstag, den 14. August 2014 um 16:03 Uhr
Nicht nur in Italien bilden Literatur und Kino seit jeher eine sich gegenseitig inspirierende, cross-medial befruchtende und synergetisch erweiternde Einheit. Man denke nur an “Der Name der Rose”, “Der Leopard” oder letztens an “Die große Schönheit” des Regisseurs und Schriftstellers Paolo Sorrentino – ein Film, der Federico Fellinis “La dolce vita” von 1960 aufgreift, fort- und umschreibt.

Solch exemplarische Fälle filmischer Adaptionen sowie literarisch-cineastischer Welt- oder Serienerfolge untersucht ein soeben auf Italienisch erschienener, akademischer Sammelband, dessen Cover ein Porträt des filmenden Schriftstellers Pier Paolo Pasolini ziert: “Letteratura e cinema”, herausgegeben von Alberto Bianchi und Dagmar Reichardt, widmet sich ganz der transmedialen Vermischung von Wort, Ton und bewegtem Bild. Das Buch besteht aus zwölf Beiträgen von internationalen Fachautoren, die aus verschiedenen Blickwinkeln Italien-spezifische und europäisch kontextualisierte Fallstudien und Phänomene literarischer und filmischer Erzählbarkeit analysieren. Zu beobachten ist jenseits der einzeln vorgestellten, film- und literaturgeschichtlichen Fälle, dass sich das Kino insgesamt als ein – historisch gesehen – relativ junges ästhetisches Ausdrucksmittel auf der Suche nach kultureller Legitimation im Laufe des 20. Jahrhunderts vom ‘Parasiten’ – wie Virginia Woolf den Film 1926 nannte – zum Tyrannen wandelt und die kollektive Vorstellungskraft in trautem Nebeneinander mit der Literatur tiefgreifend formt.

Die Vermischung beider Medien führt im Italien der Nachkriegszeit zu langjährigen und produktiven Kooperationen zwischen Filmemachern und Buchautoren und schließlich zu ganzen Generationen von Schriftsteller-Regisseuren (z.B. Mario Soldati oder Pier Paolo Pasolini). In den letzten Jahren hat sich die Diskussion um die Intersektionsfelder von Literatur und Film zunehmend interdisziplinär geöffnet. So betrachten die Autoren des Bandes nicht nur die Formen und Resultate ausgewählter Adaptionen (wie Gabriele Salvatores Verfilmung von Nicolò Ammanitis Roman “Ich habe keine Angst” von 2003), sondern auch paratextuelle, metatheatralische und intermediale Bezüge. Sie erforschen soziolinguistische und kulturwissenschaftliche Umsetzungen von Themen wie Italiens nationale Einigung im 19. Jahrhundert oder die Funktion der Figuren sardischer Banditen im Film und Gewaltdarstellungen in der Schnittmenge von Literatur und Kino aus Sizilien.

Seit den kritischen Anmerkungen des strukturalistischen Filmtheoretikers Christian Metz, der Film und Sprache als unmittelbar zusammengehörig betrachtete, oder Pasolinis, der davon ausging, dass das Kino eine eigene ‘von der Realität geschriebene Sprache’ sei und das Genre des Drehbuchs eine Struktur darstelle, die sich nach einer ‘anderen Struktur’ sehne, fokussieren Filmbesprechungen auch heute noch oft das vermeintliche Ideal der Treue eines Films gegenüber dessen literarischer Vorlage. In Wahrheit benutzt das Kino häufig von der Literatur entliehene narrative Techniken und bemüht sich unentwegt um Pluralismus, Diversität und Legitimierung, stehen doch auch vierzig Jahre nach Pasolini nach wie vor die Fragen im Raum, nach welchen Wertesystemen das Kino zu beurteilen ist und wie sich die Würde eines kulturellen Produktes überhaupt misst?

Alberto Bianchi und Dagmar Reichardt (Hrsg.): 
LETTERATURA E CINEMA 
Florenz, Italien: Franco Cesati Editore
2014, 8°, 163 S.
17.00 € 
978-88-7667-501-0
http://www.francocesatieditore.com/testovis-349.html

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > NewsPort > Neu: Literatur und Kino aus Italien

Mehr auf KulturPort.De

Kopf-Hörer 13: Am Anfang war das Wort – Zum Reformationsjubiläum kommt Musik hinzu
 Kopf-Hörer 13: Am Anfang war das Wort – Zum Reformationsjubiläum kommt Musik hinzu



Der 31. Oktober 1517 ist das Bezugsdatum unseres Kopf-Hörers. Auf jenen Tag wird die Reformation festgesetzt, die ganz Europa und die Glaubenswelt veränderte.  [ ... ]



Vom Glotzen & Labern oder Durchbruch durch acedia
 Vom Glotzen & Labern oder Durchbruch durch acedia



„Trägheit, lateinisch acedia, der wir alle unterliegen (…) ein Zustand,
den schon die alten Buddhisten reflektierten,
ob Versenkung und Meditatio [ ... ]



„Salām Syria“ – Weltmusik als Heimat
 „Salām Syria“ – Weltmusik als Heimat



Ja, ich weiß, alle beschweren sich, dass nur noch aus der Elbphilharmonie berichtet wird, alles andere werde vernachlässigt von uns Journalisten etc. [ ... ]



„Rammstein: Paris”. Neue Deutsche Härte trifft auf Mad Max
 „Rammstein: Paris”. Neue Deutsche Härte trifft auf Mad Max



„Rammstein: Paris” ist ein futuristisch anmutendes Gesamtkunstwerk, genial, brutal, laut, kreativ und lustvoll in Szene gesetzt. Am 6. und 7. Mä [ ... ]



Lorelei Dowling: Ein Fagott zum Verlieben
 Lorelei Dowling: Ein Fagott zum Verlieben



Vergessen Sie alles, was Sie bisher vom Fagott gehört haben! Diese CD von Lorelei Dowling zeigt das Instrument, das auch Frank Zappa besonders mochte, in einem  [ ... ]



Musikwoche Hitzacker: Zu sich selbst gefunden
 Musikwoche Hitzacker: Zu sich selbst gefunden



Das Cembalo bringt „Fantasie“ auf den Punkt und entfaltet von dort aus die Vielfalt.

Hitzacker – Manchmal konzentrieren sich Veränderungen  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.