Zum Anfang

AktionsPort - Gewinnspiele

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1261 Gäste online

Neue Kommentare

Phil zu „Bauernopfer – Spiel der Könige”. Zwischen Genie und Wahnsinn : So, habe den Film gesehen. Exzellent! Kann ich nu...
Phil zu „Bauernopfer – Spiel der Könige”. Zwischen Genie und Wahnsinn : Ich erinnere mich noch, wie in meiner Kindheit pl...
ernst.probst zu Meinungsfreiheit und Blasphemie: Die deutsche Schriftstellervereinigung PEN tagte erfolgreich in Bamberg : Eine Schriftstellervereinigung, die - wie im Fall...
Daniela zu „Fritz Lang” – Das Genie und seine Dämonen : Was für eine hervorragende Rezension mit Sachken...
Michael Braungart zu Die 14. Architektur-Biennale in Venedig aus Hamburger Sicht: Fundamentals by Rem Koolhaas: wir sind als einzige Hamburger auf der 2016 Bienn...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen 2016

Spezial - Elbjazz Festival 2015

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


News-Port

Iran Deluxe bei Filmfest Hamburg

Drucken
Montag, den 02. September 2013 um 10:38 Uhr
Das iranische Kino hat bei Filmfest Hamburg eine lange Tradition. Viele wichtige iranische Filmemacher waren schon hier zu Gast: Panahi, Kiarostami, Farhadi, Rasoulof und Majidi, um nur einige zu nennen. Ihre Filme hatten in Hamburg ihre Deutschlandpremiere. „Daher ist es konsequent, dass wir jetzt die Sektion „Deluxe“ dem iranischen Kino widmen. Wir wollen zeigen, wie sehr das Gegenwartskino auf Traditionen sowohl vor- als auch nachrevolutionärer Filme aufbaut“, sagt Festivalleiter Albert Wiederspiel.

Die Sektion „Iran Deluxe“ wurde von dem Regisseur Jafar Panahi kuratiert. Insgesamt hat er für diese Retrospektive neun Filme ausgewählt, die verdeutlichen, warum der iranische Film von seiner Entstehung bis heute trotz Revolutionen, Kriegen und Berufsverboten international erfolgreich ist. Sei es Cannes, Locarno, die Berlinale oder Venedig, auf allen großen Festivals weltweit gehören Filmemacher aus dem Iran zu den Preisträgern.

„Aufgrund von Sanktionen gegen die Regisseure und wegen der Aufführverbote im Iran, war es teilweise schwierig, die Filmkopien zu beschaffen. In einzelnen Fällen mussten wir dabei leider Kompromisse bei der Vorführqualität eingehen. Uns war es aber wichtig, alle Filme zu zeigen, die Jafar Panahi ausgewählt hat“, erklärt Programmleiterin Kathrin Kohlstedde.

Gezeigt wird unter anderem „The Cow“ von Dariush Mehrjui, eine verstörend-experimentelle Parabel, die das Elend der Landbevölkerung schildert. Dieser Film leitete Ende der 70er Jahre eine Wende im iranischen Kino ein. Er wurde zwar schon 1969 gedreht und gezeigt, aber erst zehn Jahre später erweckte der Film die Aufmerksamkeit von Ayatollah Khomeini. Der Gründer der islamischen Republik im Iran war gerade aus dem Exil zurückgekehrt und gab die Devise aus; ein künftiges islamisches Kino solle sich an den Werten von „The Cow“ ausrichten.

„The House is Black“ (1962) ist dagegen ein eindrücklicher Kurzfilm, der in grobkörnigen Schwarzweißbildern einen unverstellten Blick auf die deformierten Gesichter und Körper in einer Leprakolonie wirft. Dem anfänglichen Schock folgt bald die Schönheit: Orchestriert von der Stimme der Regisseurin Forough Farrokhzad im Off – sie liest Auszüge aus dem Alten Testament, dem Koran und aus eigenen Gedichten – werden die Einstellungen vom Zauber des Menschlichen überstrahlt. Die Würde ist stärker als das Elend. Der Kurzfilm läuft vor dem Film „The Traveller“ von Abbas Kiarostami (1974).

Zu sehen sind weiterhin: „Still Life" von Sohrab Shahid Saless (1974), „Prince Ehtejab" von Bahman Farmanara (1974), „The Runner" von Amir Naderi (1985), „Bashu the Little Stranger" von Bahram Bayzai (1986), „Captain Khorshid" von Nasser Taghvai (1987) und „The Need" von Alireza Davood Nejad (1991).

Viele iranische Regisseure leben inzwischen im Exil, in der Hoffnung, im Ausland frei arbeiten zu können. Jafar Panahi blieb dagegen in seiner Heimat und realisierte trotz allem gemeinsam mit Kamboziya Partovi seinen neuesten Film „Closed Curtain“, der auch in der Sektion „Iran Deluxe“ gezeigt wird. Auch Mohammad Rasoulofs aktuelle Regiearbeit „Manuscripts Don’t Burn“ ist bei Filmfest Hamburg in der Sektion „WORT!“ zu sehen.

Der iranische Ausnahmemusiker und Komponist Mohammad Reza Mortazavi wird dieses Jahr zur feierlichen Eröffnung des Festivalzelts auf dem Allende-Platz am Freitag, den 27. September ab 21 Uhr spielen. Er trommelt „20 Minuten für 20 Jahre Berufsverbot“ auf seinem traditionellen Instrument, der „Tombak", für die Freiheit der Künste und zur Entfesselung der kreativen Kräfte von Jafar Panahi. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit Laeiszhalle Elbphilharmonie Hamburg statt.

Quelle: Filmfest Hamburg gGmbH

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Bücher & CDs – wissen was sich lohnt

Snorre Kirk: Europa
Kultur Magazin



Das zweite Album des jungen dänischen Schlagzeugers Snorre Kirk nach „Blues Modernism“ ist mit dem alt ehrwürdigen Kontinent „Europa“ b [ ... ]



Kopfhörer 8. Über die Lebensfreude
Kultur Magazin



Tamar Halperin poliert Klavierminiaturen von Erik Satie zu verblüffenden, subversiven und Ohrwurm-verdächtigen Klangexperimenten auf. Auf eine Zeitreise 700 Ja [ ... ]



Ulrike Haage: Grüße aus Fukushima
Kultur Magazin



Kein Postkarten-Scherz von Halbstarken, sondern der sehenswerte Film von Doris Dörrie aus der atomar verseuchten Todeszone hat Jazz-Pianistin Ulrike Haage zu be [ ... ]



Rufus Wainwright: Take All My Loves - 9 Shakespeare Sonnets
Kultur Magazin



Singer-Songwriter Rufus Wainwright widmet seine Hommage an Shakespeare (1564-1616) ausdrücklich dem Regisseur Robert Wilson. Das kommt nicht von ungefähr, denn [ ... ]



Mehr auf KulturPort.De

Wie Werner Büttner von Marlborough Contemporary wachgeküsst wurde
Kultur Magazin



„Ich habe immer an ihm festgehalten!“ Dem renommierten Hamburger Sammler Harald Falckenberg geht es da nicht anders, als der Frankfurter Galeristin B [ ... ]



„Miss Hokusai”. Von Drachen, Kurtisanen, Emanzipation und dem Geräusch fallenden Schnees
Kultur Magazin



O-Ei führt ein Schattendasein, die 23jährige hat das Talent des Vaters geerbt, aber ihre Bilder tragen seinen Namen: Katsushika Hokusai (1760-1849). Er [ ... ]



„Der Horst Janssen Archipel“
Kultur Magazin



Kein bildender Künstler, das ist wohl sicher, hat die Tatsache, dass er „nicht mehr kann“, so genüsslich in aller Öffentlichkeit verkündet, wie e [ ... ]



25 Jahre Lettische Kulturakademie in Riga
Kultur Magazin



Am 20. Mai feiert die Lettische Kulturakademie in Riga ihr 25jähriges Jubiläum. Seit 16 Jahren gibt es dort den deutsch-sprachigen Studiengang für „Inte [ ... ]



Hengelbrock inszenierte Purcells „Dido and Aenaeas“
Kultur Magazin



Wie lange soll eine Oper dauern? Bei Purcells „Dido and Aenaeas“ braucht es gerade mal 55 Minuten plus Prolog und Epilog, um einen ganzen Kosmos von  [ ... ]



Michael Göring: „Spiegelberg“
Kultur Magazin



Es war einmal eine Bande von Freunden in einer trostlosen Nachkriegssiedlung im fiktiven Langenheim. Mit 60 Jahren kehren Martin und seine Freundin Nina für ein [ ... ]



Weitere aktuelle Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Events