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JazzBaltica 2012 erfolgreich zu Ende gegangen

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Montag, den 02. Juli 2012 um 11:16 Uhr
JazzBaltica 2012 ist zu neuen Ufern aufgebrochen: Nach 21 Jahren zog das Festival von Salzau an das Ufer der Ostsee, auf das Gelände der Niendorfer Evers-Werft in der Gemeinde Timmendorfer Strand. Rund 8.500 Besucher (2011 kamen knapp 6000 Besucher nach Salzau) folgten dem Ruf des neuen künstlerischen Leiters Nils Landgren: „Komm mit ans Meer!“ – und begeisterten sich für die Konzerte in Husum und Niendorf und feierten – unter anderem auch bei den 11 Veranstaltungen des kostenfreien Rahmenprogramms – die 22. Ausgabe des renommierten Jazzfestes. Gestern ist JazzBaltica 2012 mit der dritten Night Stage und der 31-jährigen Saxophonistin Nicole Johänntgen erfolgreich zu Ende gegangen.

Nils Landgrens Fazit: „JazzBaltica am Meer: Drei Tage lang schönes Wetter, tolle Mitarbeiter, wunderbare Musik und ein fantastisches Publikum. Was kann man sich mehr wünschen. Ich kann nur sagen: Dankeschön und Auf Wiedersehen im nächsten Jahr in Niendorf!“

Nils Landgren setzte als neuer künstlerischer Leiter neue Impulse. Wie kein Zweiter steht der schwedische Posaunist für Jazz aus dem Baltischen Raum, und auch als Künstler ist er JazzBaltica seit Jahren eng verbunden. Ganz in diesem Sinne konzipierte Landgren das Programm als eine Art Rückbesinnung auf die ursprüngliche Idee des Festivals: den musikalischen Austausch zwischen Künstlern der Ostseeregion. Und so trafen sich vom 29. Juni bis zum 1. Juli bei JazzBaltica 2012 skandinavische, polnische und deutsche Künstler. Trotz Neubeginns und neuen Orts gab es auch ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern, wie mit Rolf Kühn & Tri-O und special guest Louis Sclavis und in einem Sonderkonzert mit der amerikanischen Jazzikone Herbie Hancock.

Dass JazzBaltica ein Labor des Jazz ist, wo wichtige Impulse gesetzt werden, zeigte sich mit dem diesjährigen JazzBaltica Ensemble. Erstmalig in seiner Geschichte traten die experimentierfreudigen jungen Musiker ohne dezidierten Leiter auf, da die meisten von ihnen ohnehin auch eigenständige Komponisten und Arrangeure sind. Das Ensemble war an zwei Abenden – in Husum und in Niendorf – mit Newcomern wie Lisa Stick und Verneri Pohjola zu erleben, und natürlich standen auch bekannte Gesichter wie Axel Schlosser, Karin Hammar und Eva Kruse mit auf der Bühne.

Gleich am ersten JazzBaltica-Abend heizte das Berliner Kollektiv Jazzanova, das seit 15 Jahren für gefeierte Innovationen im Bereich des internationalen Dancefloors steht, dem Publikum ordentlich ein. Zusammen mit Paul Randolph präsentierten sich renommierte Jazzer der jüngeren Generation wie Gitarrist Arne Jansen, Trompeter und Keyboarder Sebastian Studnitzky und Bassist Paul Kleber.

Mit Adam Baldych & The Baltic Gang stellte sich am Samstag eine neu formierte Band mit Musikern aus Polen, Schweden, Dänemark und Norwegen vor, die jüngst ihre Debüt-CD eingespielt hat. Ebenfalls aus Polen zeigte sich das Tomasz Stanko Quartet in erneuerter Formation mit spannenden neuen Kompositionen. Die NDR Bigband kam mit zwei Programmen zum Festival: Zu Beginn lud der Italiener Stefano Bollani zu einem Stelldichein mit dem Jazzorchester, zu dem der Norweger Geir Lysne die Arrangements beisteuerte. Beim zweiten Konzert spielte Wolfgang Schlüter mit seinem fantastischen Quartett Four Colours eine Live-Premiere zusammen mit der NDR Bigband – eine Wiederbegegnung alter Weggefährten und Freunde. Marilyn Mazur, die in den 1980er Jahren u.a. an der Seite von Miles Davis bekannt wurde kam mit ihrem Projekt Celestial Circle . Unterstützt wurde die dänische Perkussionistin dabei von der schwedischen Sängerin Josefine Cronholm, dem Bassisten Anders Jormin und dem britischen Pianisten John Taylor.

Aus Finnland begrüßte JazzBaltica in diesem Jahr in der neuen Reihe „@ the beach“ neben dem Pianisten Iiro Rantala, der von dem Fachmagazin Jazzthing als „Naturereignis an den Tasten“ bezeichnet wurde, auch Lepistö & Lehti, die seit langem zu den Protagonisten der finnischen Folk-Szene gehören.

Außerdem war mit dem UMO Jazz Orchestra feat. Magnum Coltrane Price eine der wichtigsten Bigbands Skandinaviens zu Gast; als special guest mit dabei war Viktoria Tolstoy.

Neben den Großformationen war aber auch das Tingvall Trio um den schwedischen Pianisten Martin Tingvall zu erleben. Seit seinem Debüt 2006 wird das Trio immer wieder mit dem Esbjörn Svensson Trio verglichen und agiert mittlerweile auf höchstem internationalem Niveau. Aus Deutschland wartete das Pablo Held Trio mit Klanglandschaften voll intensiver Farben und Formen auf.

Open Air stellten regionale Talente aus Schleswig-Holstein ihr Können unter Beweis. Das Kieler Statt-Quartett kann dabei schon fast als eine Institution gelten. Die Salt Peanuts, die Bigband der Lübecker Hochschulen, bewährte sich bereits auf großen Bühnen wie dem „Duckstein Festival“ oder der „Travemünder Woche“ und hat sich zu einer der besten Bigbands in Norddeutschland entwickelt. Zu guter Letzt bot das deutsch-schwedisch-finnische Quintett Flickstick Musik aus den Federn von Brigitta Flick und Lisa Stick – und wurde dafür ausgezeichnet: Zum fünften Mal wurde bei JazzBaltica 2012 der JazzBaltica Förderpreis, gestiftet von der Investitionsbank Schleswig-Holstein, verliehen. Der Preis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, soll einmal im Jahr die Arbeit und das künstlerische Potenzial jüngerer und hoffnungsvoller deutscher Jazzmusiker würdigen, die bei JazzBaltica auftreten. Besondere Berücksichtigung finden dabei Künstler aus Norddeutschland. In diesem Jahr ging der Preis an Flickstick.

In der Nacht war es Zeit für die neue Reihe „Night Stage“. Am Freitagabend betrat diese die Pianistin Clara Haberkamp, die im Vorjahr mit dem JazzBaltica Förderpreis der Investitionsbank Schleswig-Holstein ausgezeichnet wurde, um zusammen mit ihrem Quintett ein neues Programm zu präsentieren. Am Samstagabend war das Dieter Ilg Trio mit dem ebenfalls prämierten Programm „Otello live“ zu erleben. Den Festivalausklang am Sonntagabend gestalten Nicole Johänntgen feat. Rémi Panossian Trio & Frederik Köster.

Und auch für die Kleinsten unter den Jazzfans wurde gesorgt: Erstmals in der Geschichte von JazzBaltica gab es ein Sonderkonzert für Kinder. Bei „Die Pecorinos – Ein Krimi-Mäusical für die ganze Familie“ fieberten Kinder ab fünf Jahren eifrig mit und konnten im Anschluss bei der Kindermusikwerkstatt unter Anleitung erfahrener Musikpädagogen selbst musizieren.

Quelle: Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival

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avatar christa schoeck
+4
 
 
Es war traumhaft schön!
Erstklassike Musik! Gelassenheit, Gastlichkeit. Jeder war willkommen, ob neugierig, interessiert, abwechslungssuchender zufälliger Tourist.
Salzau war auch schön in seiner Abgeschlossenheit. Aber in Niendorf wird der Jazz geöffnet. Und nicht nur durch die geöffnete Tür bei den großen Konzerten. (Danke auch hierfür!) In Niendorf ist jeder beteiligt, ob ansässige Gastronomie oder zufälliger Musiker. Ja auch der nicht so professionelle Musiker fühlt sich da eingeladen, traut sich und hat Freude mitzumachen, wenn auch vielleicht nur am Rande. Hier findet wirkliche Begegnung statt. Strand, Sand, baden; der Hafen, die nächtliche Kulisse der Lübecker Bucht, der Baltic Sea.
Danke Nils Landgren. Du hast unser Land mit Deiner Lebensart bereichert.
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avatar R. Burmester
+2
 
 
Wir sind durch Zufall in die Konzerte in der Sonnabendnacht "gestolpert". Es war riesig. Vor allem der Teufelspianist Iiro Rantala war ein Erlebnis - und das alles am Strand vor dem nächtlichen Panorama der Lübecker Bucht. Musikgenuss pur.
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avatar Frank Immendorf
+1
 
 
Es waren gute Gäste dabei (Iiro Rantala, Goran Kajfes) aber 8.500 Besucher ist bei der Betrachtung der grade mal 8 besetzten Reihen bei dem Goran Kajfes Konzert kaum vorstellbar (andere Konzerte waren auch nicht viel besser besucht). Hierbei muß man wohl sehr wohlwollend die möglichen VIP Dauerkarten mitgezählt haben.
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