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Stellungnahme zum Ende des Netzwerks Neue Musik und des Hamburger Projekts „Klang!“ |
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| Montag, den 06. Februar 2012 um 22:11 Uhr |
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Stellungnahme des Präsidiums des Landesmusikrates Hamburg in der Freien und Hansestadt Hamburg e. V.: Sehr geehrte Frau Senatorin Prof. Kisseler, anbei finden Sie die Stellungnahme des Präsidiums des Landesmusikrates in der Freien und Hansestadt Hamburg e. V. zum Ende des Netzwerkes Neue Musik und des Hamburger Projekts „Klang!“. „Die Initiative Netzwerk Neue Musik wurde von der Kulturstiftung des Bundes ins Leben gerufen und in den Jahren 2008 bis 2011 mit insgesamt 12 Mio. Euro gefördert. Ziel des vierjährigen Förderprojektes war es, die Neue Musik in Deutschland strukturell zu stärken und ihre Resonanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Denn obwohl die Neue Musik in Deutschland einen einmaligen, historisch gewachsenen Facettenreichtum besitzt und eine der lebendigsten Gegenwartskünste ist, wird sie häufig von einem geringen Teil des kulturell interessierten Publikums als solche wahrgenommen.“ So beschreibt die Kulturstiftung des Bundes selbst auf der hauseigenen Website das einzigartige Konjunkturpaket für die Neue Musik, das in den Jahren 2008 bis 2011 auch in Hamburg den Aufbau von neuen Strukturen zur Vernetzung und Verbreitung zeitgenössischer Musik ermöglichte. Zu lesen ist dort auch unter der Überschrift „Nachhaltigkeit“: „Die Projekte erprobten in den vier Jahren ihrer Förderung innovative Wege der Musikvermittlung, loteten Grenzen in der Wahrnehmung der Neuen Musik aus und brachten ihre Akteure miteinander in Verbindung. Es entstanden neue Vermittlungskonzepte und weitreichende Programm-, Organisations- und Produktionsstrukturen der Neuen Musik. Sie sind darauf angelegt, dauerhaft und über den Förderzeitraum hinaus zu wirken, um eine nachhaltige strukturelle Verankerung der Neuen Musik im kulturellen Leben der jeweiligen Stadt oder Region zu sichern.“ In Hamburg dagegen geschieht derzeit das genaue Gegenteil: das Projekt „Klang!“ wird wieder in seine Einzelteile zerlegt und sang- und klanglos beendet. Keine koordinierten Bemühungen sind mehr erkennbar, die Früchte einer insgesamt siebenstelligen Investitionssumme für eine nachhaltige Verbesserung der Situation der Neuen Musik in Hamburg zu nutzen. Das Präsidium des Landesmusikrates hält diese Entwicklung für bedenklich. Hier wird eine große Chance für die Musikstadt Hamburg leichtfertig liegengelassen. Es wäre wünschenswert gewesen, aus einer Evaluierung der Programme, Instrumente und Strategien des Projekts „Klang!“ unter Einbeziehung der Netzwerkpartner und Förderer eine weiterführende Perspektive zu entwickeln. Statt dessen droht – bezieht man die offene Zukunft der Hamburger Klangwerktage in die Betrachtung ein – die Situation der Neuen Musik in Hamburg nach vier Jahren Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes möglicherweise gar unter das Niveau vor 2008 zurückzufallen. Mit freundlichen Grüßen Präsidium des Landesmusikrats, Prof. Wolfhagen Sobirey (Präsident) und Thomas Prisching (Geschäftsführer) Quelle: Landesmusikrat Hamburg in der Freien und Hansestadt Hamburg e. V. |


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natürlich stellt sich immer die frage nach den finanzen. immerhin 12 millionen in vier jahren! dafür hätte man auch viele veranstaltungen mit "neuer musik" finanzieren können und durch hohe qualität und "grosse namen" werbung für diese nischenmusik machen können und so neues und junges publikum für folgeveranstaltungen gewinnen können. (ich lass 3x "können" jetzt einfach mal stehen ;-))
aber das man nun gar nix mehr in dieser richtung macht, scheint mir doch sehr dramatisch zu sein. naklar, diese musik wird immer leben, ob in kellern oder privaträumen. aber der aspekt, dass der underground die impulse für populäre musik gibt, damit diese sich auch qualitativ weiterentwickeln kann, gehört nach meinem stand des derzeitigen mainstreams unbedingt gefördert! nicht, dass ich dann auf den mainstream umschwenken könnte, nein. aber hamburg als multikulturelle kulturstadt weltstadt (wie auch immer), könnte sich als modernes zentrum profilieren. und davon hätten alle was!
1. Die Fördersumme der Bundeskulturstiftung lag bei 12 Millionen für ganz Deutschland, zzgl. 12 Millionen, die von Seiten des Netzwerks selbst kamen, abzüglich 4 Millionen, die in die Verwaltung und Personalkosten in den 4 Jahren Laufzeit flossen. Die Fördersumme für Hamburg war also bei so vielen Netzwertk-Partnern wesentlich geringer.
2. Dass man nun Angst davor haben könnte, es passiere gar nix mehr, halte ich für einen müden Versuch von vielen, besonders auch von internen Problemen abzulenken. Die Angst ist unbegründet, weil vieles auf hohem Niveau in Hamburg weitergehen wird, nur eben ohne Bundesförderung. Die Stadt kann das nicht leisten.
3. Selbstreflektion seitens des Landesmusikrates wäre ebenso angebracht als nach der Senatorin zu rufen! Die Hochschule für Musik könnte da viel eher im Fokus stehen. Aber von dort heißt es nur: Wie haben alles getan was möglich war - und das stimmt meines Erachtens nicht.
Richtig toll war Reinhard Flenders Idee mit dem Klang!-Container. Da hat einer aus der HfMuT eine Erleuchtung gehabt.
4. Dass das Netzwerk Neue Musik in Hamburg oftmals ein Haifischbecken ist und keines mit Zierfischen, wird daran deutlich, dass es keine Integrationsfigur mehr gibt - wie es einmal Liebermann oder Metzmacher waren. Die NM-Szene zieht jedenfalls nicht an einem Strang.
5. Die Popularmusik wird gefördert, aber auch hier rufen alle nach mehr Geld! Es ist in jedem Bereich so.
6. Es gibt kaum ein europäisches Land, das eine solche reiche Musikstruktur (auch für Neue Musik) hat wie unseres. Ich denke, wir sollten uns nicht ständig aufregen und ein wenig gelassener einschätzen.