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Die Bibliothek Paul Celans ist jetzt vollständig recherchierbar

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Freitag, den 11. November 2011 um 12:24 Uhr
Eine der wichtigsten Autorenbibliotheken der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts, die Bibliothek von Paul Celan im Umfang von knapp 6.200 Bänden, ist jetzt vollständig in der Marbacher Forschungsdatenbank Kallías nachgewiesen. Im Projekt wurden zum einen die in Marbach aufbewahrten 4.612 Bücher, Zeitschriften und Sonderdrucke katalogisiert, zum anderen 1.526 virtuelle Titelaufnahmen für Bände erstellt, die Paul Celan nachweislich besessen hat, die aber nicht in Marbach überliefert sind. Das Projekt wurde von August 2009 bis Oktober 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Die Sammlung spiegelt Paul Celans Geisteswelt wider und macht der literaturwissenschaftlichen Forschung die Quellen für sein poetisches Werk zugänglich. Celans intensive Textarbeit wird ebenso dokumentiert wie seine Notizen, Gedicht- und Übersetzungsentwürfe. Alle Spuren aus der Alltags-, Benutzungs- und Überlieferungsgeschichte der Bücher sind nun im Online-Katalog aufgeführt. Fundstücke zwischen den Seiten wie Zeitungsausschnitte, Notizzettel, gepresste Pflanzen und Alltagsdokumente wie Metro-Tickets, Geldscheine, Rechnungen oder eine Eintrittskarte für den Palmengarten in Frankfurt am Main wurden gesondert aufgenommen und mit den Titelaufnahmen der Bücher verknüpft. Insgesamt weisen 2.473 Bände der Bibliothek solche Spuren auf.

Frühere Standorte der Bibliothek von Paul Celan wurden in den Katalog aufgenommen, so dass die ursprüngliche Aufstellungsordnung der Bücher in Paris und Moisville recherchierbar ist. Die Hinweise zum Verbleib der nicht in Marbach zugänglichen Bücher wurden in Zusammenarbeit mit der Unité de recherche Paul Celan an der École Normale Supérieure (Paris) festgehalten. Die Bibliothek von Paul Celan kam in den Jahren 1990 und 1992 als Teil seines Nachlasses nach Marbach.

Nähere Informationen unter:
www.dla-marbach.de/dla/bibliothek/projekte/index.html

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