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Gedenkstätte im Emsland eröffnet |
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| Montag, den 07. November 2011 um 15:06 Uhr |
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Das NS-Regime unterhielt im Emsland 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager. Über 260.000 Menschen aus ganz Europa waren hier inhaftiert. Eine Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Esterwegen dokumentiert die Geschichte der Lager und erinnert an die Opfer. Kulturstaatminister Bernd Neumann eröffnete heute die neue Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Esterwegen. An der Eröffnung nahmen auch Überlebende der früheren Emslandlager teil. Zeitzeugen wie sie seien es gewesen, die als erste die Erinnerung an die NS-Verbrechen im Emsland wachgehalten haben. Sie hätten gemahnt, die Vergangenheit nicht zu verdrängen, erklärte Neumann. Erinnerung für kommende Generationen "Nichts kann den nationalsozialistischen Terror und seine Konsequenzen für das Leben der Menschen so eindringlich vermitteln, wie Verfolgte, die ihre individuellen Erfahrungen schildern" so Neumann. Ohne die Zeitzeugen sei es viel schwerer, gerade der jungen Generation begreiflich zu machen, welche Folgen Verblendung, Intoleranz, Hass und Kriegstreiberei haben können. Der Minister führte aus, wie wichtig Zivilcourage und Mut seien. "Die Hölle am Waldesrand" Die ersten Emsland-Lager - Neusustrum, Börgermoor und Esterwegen – errichtete das NS-Regime bereits 1933. Zunächst dienten sie den Nationalsozialisten als Konzentrationslager für politische Gegner. Unter ihnen war auch der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossieztky, der 1934 -36 unter unerträglichen Bedingungen dort gefangen gehalten wurde. Esterwegen war nach dem KZ Dachau zeitweise das größte Konzentrationslager. Die Gefangenen, die sich selbst "Moorsoldaten" nannten, wurden bei der Kultivierung der emsländischen Moore zu Schwerstarbeit gezwungen. Bis heute ist das 1933 entstandene "Lied der Moorsodaten" ein Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Über 260.000 Häftlinge in 15 Lagern 1934 wurde das KZ-System unter Aufsicht der SS neu organisiert: die Lager Neusustrum und Börgermoor wurden Strafgefangenenlager. Neben vier inzwischen neu errichteten Lagern diente zwei Jahre später auch Esterwegen als Strafgefangenenlager. Ab 1939 wurden hier verstärkt Soldaten eingeliefert, die von Militärgerichten verurteilt worden waren. Neun weitere Lager wurden vom Oberkommando der Wehrmacht im September 1939 als Kriegsgefangenenlager übernommen. Dorthin wurden Menschen aus ganz Europa verschleppt, unter ihnen auch 2.700 Widerstandskämpfer aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Von 1944 waren die Emslandlager Daum und Versen zusätzlich Außenlager des KZ Neuengamme. In den Emslandlagern waren von 1933 bis 1945 etwa 180.000 Menschen inhaftiert. Ab 1939 kamen mehr als 100.000 Kriegsgefangene vor allem aus der Sowjetunion dazu. Bis zu 30.000 Menschen starben in den Lagern im Emsland, vor allem sowjetische Kriegsgefangene. Gedenken am authentischen Ort In der Gedenkstätte erschließt ein Rundweg die Topographie des Lagergeländes. Stahlelemente symbolisieren die ehemaligen Innen- und Außentore sowie die Lagermauern und Wachtürme. Von der ehemaligen Lagerstraße führt ein Steg in das angrenzende Moor, den berüchtigten Arbeitsort der Häftlinge. Die Dauerausstellung ist in einer Halle des neuen Besucherinformationszentrums untergebracht. Sie informiert über die Geschichte der Lager in den Jahren 1933-1945 und bezieht auch ihre Nachkriegsgeschichte mit ein. Vom Bund gefördert Die Gesamtkosten für die Errichtung der Gedenkstätte in Höhe von 5, 8 Millionen Euro werden vom Bund, dem Landkreis Emsland, der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten sowie verschiedenen niedersächsischen Stiftungen getragen. Der Anteil des Bundes beträgt 2,5 Millionen Euro. Quelle: www.bundesregierung.de |



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