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Theodor-Wanner-Preis 2011 an Jacques Delors

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Montag, den 31. Oktober 2011 um 11:17 Uhr
"Es geht nicht nur darum, Nationen zu verbinden, es geht darum, eine lebendige Gemeinschaft zu schaffen", davon ist Jacques Delors überzeugt. Als Präsident der Europäischen Kommission (1985-1994) überwand Delors nicht nur die lähmende "Eurosklerose" der 1980er-Jahre. Mit seinem maßgeblichen Einsatz für den Vertrag von Maastricht war er auch entscheidend an der Schaffung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion beteiligt – ein herausragender Beitrag zu Europa als interkulturellem und völkerverbindendem Friedensprojekt. Für dieses Engagement im Sinne des Dialogs der Kulturen ehrte ihn das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) am 27.10. mit dem Theodor-Wanner-Preis 2011. Die Auszeichnung nimmt der französische Politiker am Abend im Allianz Forum am Pariser Platz in Berlin entgegen.

"Allen aktuellen Krisen zum Trotz ist Europa nur wenige Jahrzehnte nach Krieg und Verwüstung heute ein Kontinent des Friedens und der Stabilität", betonte ifa-Präsidentin Ursula Seiler-Albring im Vorfeld der Preisverleihung. "Zu den Architekten Europas, denen dieses historische Verdienst gebührt, gehört neben Jean Monnet, Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Kohl zweifellos auch Jacques Delors." Das Institut für Auslandsbeziehungen, so Seiler-Albring, erfülle es deshalb mit großem Stolz, diesen herausragenden Europäer mit dem Theodor-Wanner-Preis 2011 auszuzeichnen.
Die Laudatio bei dem heutigen Festakt hält Delors' langjähriger politischer Wegbegleiter, Bundesminister a. D. Hans-Dietrich Genscher.

Der mit 5.000 Euro dotierte Theodor-Wanner-Preis kommt der von Jacques Delors gegründeten Studien- und Forschungseinrichtung "Notre Europe" zugute. Seit 1996 bereichert der unabhängige Thinktank mit Sitz in Paris die öffentliche Debatte und den politischen Diskurs mit Forschungsprojekten und Veranstaltungen sowie mit politischen Analysen und Handlungsempfehlungen. "Notre Europe" trägt so zu einem Zusammenwachsen der Völker Europas bei.

Den Theodor-Wanner-Preis stiftet der Förderverein für das Institut für Auslandsbeziehungen. Das ifa vergibt ihn seit 2009 in Kooperation mit dem Allianz Stiftungsforum an Menschen, die durch ihr wissenschaftliches, soziales, friedenspolitisches, künstlerisches oder unternehmerisches Engagement Herausragendes für den Dialog der Kulturen geleistet haben.

Der Preis erinnert an Theodor Wanner, auf dessen Initiative 1917 das Deutsche Ausland-Institut (DAI), das heutige ifa, gegründet wurde. Erster Theodor-Wanner-Preisträger war der Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin und Leiter des West-Eastern Divan Orchestra, Daniel Barenboim, der mittels Musik einen wichtigen Beitrag zur israelisch-arabischen Annäherung leistet. Den Theodor-Wanner-Preis 2010 erhielt Carla Del Ponte, die ehemalige Chefanklägerin der Internationalen Strafgerichtshöfe in Den Haag für Ruanda und das ehemalige Jugoslawien. Die Laudationes hielten Bundesminister a. D. Joschka Fischer (2009) sowie die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und des Goethe-Instituts, Jutta Limbach (2010).

Quelle: ifa

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