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Hans-Frankenthal-Preis 2011 verliehen

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Dienstag, den 25. Oktober 2011 um 08:28 Uhr
Die 2009 gegründete Stiftung Auschwitz-Komitee hat zum zweiten Mal den Hans-Frankenthal-Preis verliehen, der benannt ist nach Hans Frankenthal (1926‐1999), dem langjährigen Vorstandsmitglied des Auschwitz‐Komitees, Mitglied des Zentralrats der Juden, der jüdischen Gemeinde Hagen und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschist_innen. Als Jugendlicher wurde er mit seinem Bruder nach Auschwitz verschleppt, überlebte die Zwangsarbeit in Auschwitz‐Monowitz, im KZ Mittelbau Dora und im KZ Theresienstadt.

Mit dem Hans-Frankenthal-Preis 2011 wurden drei Initiativen ausgezeichnet, die im Sinne des Auschwitz-Komitees Aufklärungs- und Bildungsarbeit gegen das Vergessen und gegen nationalsozialistische und neofaschistische Bestrebungen leisten:
- das Institut für Kunst und Forschung, Wolfram P. Kastner, Künstler aus München
- das Wohn- und Ferienheim Heideruh e.V., Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte
- die Gruppe Ultrà Sankt Pauli (USP) für das Projekt "Alerta-Netzwerk".

Am Abend der Preisverleihung äußerte eine Vertreterin des USP: "Wir freuen uns riesig, diesen Preis zu bekommen, da honoriert wird, dass wir versuchen, Antifaschismus in einem Feld zu etablieren, das zwar schon theoretisch aufgearbeitet wurde, aber diese politischen Positionierungen praktisch bei vielen Fans nie angekommen sind."
Nach der Begrüßung durch den Stiftungssprecher Marius Giese und einer kurzen Lesung aus dem Buch "Verweigerte Rückkehr" von Hans Frankenthal hielt der Historiker Marco Kühnert einen Vortrag über "Das Konzentrationslager Auschwitz III/Monowitz", in dem Hans Frankenthal and sein Bruder Ernst für die IG Farben Zwangsarbeit leisten mussten.

Die ausgezeichneten Projekte wurden von Mitgliedern des Stiftungsrats vorgestellt und gewürdigt. Maike Oelerich dankte der Forscherinnengruppe Heideruh, den Berliner Studentinnen und Professor Dr. Oliver Rump, die die "spannende Geschichte dieses schönen Ortes" erlebbar machen. Hanne Witkofski würdigte die jahrzehntelange Arbeit des Aktionskünstlers Wolfram P. Kastner aus München, die aufrüttelt und die Verdrängung des Nationalsozialismus im öffentlichen Bewusstsein thematisiert. Die Brücke zwischen den Generationen schlug dann Antje Kosemund in ihrer Laudatio: "In Kürze bin ich 83 Jahre alt, ausgerechnet mich hat man gebeten, die Laudatio für die Fangruppe Ultrà St. Pauli zu halten." Sie hatte sich beim Besuch von antirassistischen Fußballturnieren, die von der Fangruppe organisiert wurden, überzeugt, dass hier kein Platz war "für Gewalt oder Stimmungsmache gegen Andersdenkende, gegen Linke, gegen Migrant_innen." Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung durch Monika Lengowski und Klemens Kaatz mit Interpretationen jiddischer Lieder des Widerstands wie "Sog nit keijnmol", "Schtil, die Nacht is ojssgeschternt" und "Mir leben ejbik" am Klavier zu vier Händen, eine Referenz an die anwesende Esther Bejarano, deren unvergleichliche vokale Interpretation dieser Lieder, gemeinsam mit ihrer Familienband "Coincidence", im Raum mitzuklingen schien.

Quelle: Stiftung Auschwitz-Komitee, www.stiftung-auschwitz-komitee.de

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